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Session Trotz Atomausstieg wird weiter geforscht

Die Schweiz steigt aus. Bis 2029 muss Beznau I abgeschaltet sein, das hat der Nationalrat heute entschieden. Trotz dem klaren Nein zur Kerntechnologie wird in der Schweiz aber weiter an der Entwicklung neuer Reaktortypen geforscht.

Legende: Video Geldverschwendung oder sinnvolle Investition? abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
Aus 10vor10 vom 08.12.2014.

Die Schweiz vollzieht die Energiewende und will künftig auf Atomstrom verzichten. Nicht ganz alle: Am Paul Scherer Institut (PSI) im Aargau beschäftigt sich eine kleine Gruppe von Forschern mit dem Atomkraftwerk der Zukunft der sogenannten Generation 4.

Wir haben den Anspruch, unseren Studenten und Nachwuchsforschern ein modernes Konzept zu bieten.
Autor: Martin ZimmermannZimmermann Bereichsleiter für Nukleare Energie und Sicherheit , PSI

Zusammen mit zwölf anderen Ländern wird an neuen Konzepten gearbeitet, bei denen auf herkömmliche Brennstäbe im Reaktorblock verzichtet werden soll. Verschiedene Varianten stehen zu Auswahl, doch bis zur Marktreife wird es noch Jahre dauern.

Dass trotz dem beschlossenen Ausstiegs in der Schweiz weiter geforscht wird, sei kein Widerspruch, betont Horst-Michael Prasser. Der Professor für Kernenergie lehrt an der ETH Zürich und forscht im Rahmen von Generation 4 an neuen Reaktortypen. «Wir können die Entwicklung verfolgen, uns eine eigene Meinung bilden, und auch was für die Ausbildung tun.»

Die Politik kann sich ja irren

Ganz abgeschlossen mit der Atomenergie hat der Experte aber noch nicht. «Die Politik kann sich ja auch einmal irren», meint Prasser. Dann sei es gut, wenn das nötige Fachwissen vorhanden und auf dem neusten Stand sei, meint er.

Bei der Schweizerischen Energiestiftung kann man diese Haltung gar nicht verstehen. Nuklearforschung sei reine Geldverschwendung. Vor allem, da noch keines dieser Konzepte auch nur annähernd Energie liefere, sagt Projektleiterin Sabine von Stockar. Es gäbe Marktreife und günstigere Varianten und zwar die alternativen Energien – da sollte man investieren.

Auch nach der heutigen Debatte im Nationalrat dürfte wohl klar sein: Ein Atomkraftwerk der neuen Generation wird es in der Schweiz wohl nicht mehr geben. Gut möglich aber, dass das Wissen von Schweizer Forschern dereinst helfen wird, ein solches im Ausland zu bauen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    Die ach so Welt-offene, "moderne", "fortschrittliche" Schweiz will nun sogar noch Nuklearforschung unterbinden, während fast der ganze Rest der Welt, insbesondere die aufstrebenden Nationen (das war die CH auch mal früher) auf Kernkraft setzt, mit mehr als 60 Projekten im Rest der Welt in Planung und Ausführung sind. Die Selbstgefälligkeit des Wohlstandes in CH (und DE) machts möglich.
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  • Kommentar von Juerg Sand, Zürich
    Dass die Politik "sich auch mal irren kann" hat sie schon allzu oft bewiesen. Diese "Energiewende" ist sogar ein kolossaler Irrtum, besser gesagt eine gigantische Fehlleistung. Es wird genau so kommen: Milliarden in den Sand gesetzt und von einer Weiterentwicklung der Atomkraft ausgezählt. Den Hightechschrott können wir dann wieder abbauen, ebenfalls für X-Milliarden. Nach diesem Narrenlauf und den weiteren politischen "Irrtümern" werden wir die gute Zeit wieder weit vor uns haben.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Kernenergie, in der einen oder anderen Art, ist wohl die einzige Möglichkeit, auf lange Sicht diesen Planeten einmal verlassen zu können, mit Solarpanels + umgenutzten Fürzen wird es sich nicht machen lassen. Und, wenn vielerorts bereits alles vereist sein wird, wird Kernenergie als wohl Einziges helfen, die paar tausend Jahre Dauerfrost in einigen Teilen der Welt einigermassen schadlos zu überstehen. Man sollte einfach auch gelegentlich nach vorn schauen, wir sind nicht die Letzten dieser Welt.
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    1. Antwort von vinc buff, oetwil a.d.l
      the day after tomorrow lässt grüssen. ich rate ihnen den fernseher auszuschalten und das fenster zu öffnen.
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    2. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Nach VORNE schauen??? Die doch nicht, die schauen nach unten... in die Boerse.... Mensch, GUT geschrieben!
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