«A Spirit of Dialogue» heisst das Motto des diesjährigen Weltwirtschaftsforums. Gespräche mit Donald Trump sind es vielleicht, was sich viele Teilnehmende erhoffen. Der Besuch des amerikanischen Präsidenten bringt zusätzliche Polit- und Wirtschaftsprominenz nach Davos. Insgesamt 64 Staatschefinnen und -chefs haben ihren Besuch am WEF angekündigt. Darunter Wolodimir Selenski, Emmanuel Macron, Friedrich Merz und Javier Milei.
Sie müssen von der Polizei speziell geschützt werden. Insgesamt gelten die höheren Sicherheitsanforderungen für 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das ist laut der Bündner Kantonspolizei ein neuer Rekord.
«Wir müssen das Sicherheitskonzept vorwiegend beim Verkehr anpassen, weil mehr Delegationen unterwegs sind. Es braucht auch etwas mehr Personenschützer», sagt Walter Schlegel, Kommandant der Bündner Kantonspolizei.
Mehr Staatsvertreterinnen und -vertreter bedeuten auch mehr Absprachen und Wünsche punkto Sicherheit. Das Kostendach beträgt neun Millionen.
US-Präsident kommt am Mittwoch
Die Maschine von Donald Trump landet am Mittwoch am Flughafen Zürich. Danach geht es per Helikopter weiter nach Davos. Seine Rede ist für den Nachmittag angekündigt. Beim Besuch stehen die Schweizer Polizeikräfte in engem Austausch mit dem Secret Service. «Die Zusammenarbeit läuft hervorragend. Wir finden immer einen Rank zusammen», beschreibt Kommandant Walter Schlegel die letzten Wochen.
Doch nicht überall dürfte der Besuch des US-Präsidenten auf Gegenliebe stossen. Die Sicherheitskräfte rechnen mit zusätzlichen Protesten im ganzen Land. Auch das bedeute Mehraufwand.
Nachholbedarf bei Drohnenabwehr
Strassen kontrollieren ist das eine. Im Fokus der Sicherheitskräfte steht auch der Luftraum. Dabei geht es vor allem um Drohnen. Auch hier gilt während des WEF ein spezielles Sicherheitskonzept. Kommandant Schlegel sagt: «Es besteht die Gefahr, dass während der Veranstaltung Drohnenflüge gemacht werden. Wir passen uns den neusten Technologien an.»
Aber die technische Entwicklung geht rasant vorwärts. Das zeigt sich laut Johann Dauer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig beispielhaft im Ukraine-Krieg. Innerhalb weniger Wochen würden Kriegsdrohnen weiterentwickelt.
Dieses Tempo bereite Armeen und Sicherheitsbehörden in ganz Europa Kopfzerbrechen, so der Drohnenexperte Dauer: «Abwehrmassnahmen müssen sich ebenso schnell weiterentwickeln.» Was vor Kurzem noch funktioniert hat, kann also schon bald veraltet sein.
Konkrete Pläne bleiben geheim
Seit rund zehn Jahren setzt das WEF mit Hilfe des Militärs auch auf Drohnenabwehr. Während des WEF sind laut Polizei spezielle Systeme im Einsatz, die Drohnen entdecken können und solche, die Drohnen abwehren können. Welche genau, bleibt geheim. Laut Drohnenspezialist Johann Dauer könnten diese beispielsweise mit Netzen eingefangen werden. Vielen Staaten hätten Nachholbedarf.
Auch die Schweiz musste kürzlich eingestehen, dass sie gegen Drohnen meist zu wenig geschützt ist. Für rund 100 Millionen Franken sollen Minidrohnen gekauft werden.