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Schweizer Cyberbehörde warnt mit ausserordentlichen Mitteln
Aus HeuteMorgen vom 18.02.2022. Bild: Keystone-SDA
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Sicherheitslücken Schweizer Cyberbehörde warnt Gemeinden per Einschreiben

Das nationalen Zentrum für Cybersicherheit fordert dazu auf, Sicherheitslücken von Computer-Software zu schliessen.

Gemeinden und Unternehmen in der Schweiz haben am Mittwoch eine eindringliche Warnung erhalten. Die Cyberbehörde des Bundes hat – per Einschreibebrief und via Twitter – dazu aufgefordert, Sicherheitslücken bei Computer-Software zu schliessen. Diese Lücken könnten von Kriminellen genutzt werden.

Sicherheitslücke noch nicht geschlossen

Das Nationale Zentrum für Cybersicherheit hat bereits vor einem Jahr etwa 4500 Unternehmen und Gemeinden angeschrieben, bei denen Sicherheitslücken im sogenannten Exchange Server – eine Software, die unter anderem Mails und Termine verwaltet – vermutet wurden. «Wir haben aus einer bestimmten Quelle den Hinweis bekommen, dass immer noch zahlreiche Gemeinden und Unternehmen diese Sicherheitslücke nicht geschlossen haben», sagt Max Klaus, stellvertretender Leiter operative Cybersicherheit.

Deshalb habe man jetzt 130 Unternehmen und Gemeinden einen eingeschriebenen Brief geschrieben und mit einem Tweet nachgedoppelt, dass diese Sicherheitslücken geschlossen werden sollten. Max Kraus will den Unternehmen und Gemeinden aber nicht einfach Schlendrian vorwerfen: «Es gibt natürlich auch sehr kleine Gemeinden in der Schweiz. Dass dort die Sensibilität nicht genau gleich gross ist wie beispielsweise in Städten wie Zürich, Bern oder anderen, liegt irgendwo auch auf der Hand.»

Es geht um Geld und Vertrauen

Auch der Präsident des Gemeindeverbandes, SVP-Ständerat Hannes Germann, nimmt die Gemeinden in Schutz. «Die Gemeinden sind sich dessen sehr wohl bewusst, aber sie müssen auch entsprechend handeln», so Germann. «Da wollen wir als Schweizerischer Gemeindeverband entsprechend Hilfe bieten und haben das auch getan.» So habe der Verband in letzter Zeit zwei nationale Spitzentreffen durchgeführt, um die Gemeinden zu informieren.

Denn für Germann ist klar, dass es hier nicht nur um viel Geld geht. «Hier geht es auch um Vertrauen, das man gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern verspielen kann. Also muss das ein Kernthema sein», so Germann weiter. Man wolle den Gemeinden klarmachen, dass die Cybersicherheit Chefsache sei. Denn wenn ein Angreifer eine Sicherheitslücke ausnützt, kann es für Gemeinden oder auch Unternehmen durchaus teuer und ungemütlich werden.

SRF4 News, HeuteMorgen, 18.02.2022, 06:00 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community
    Merci fürs Mitkommentieren. Wir schliessen nun die Kommentarspalte und wünschen einen schönen Abend, Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Martin Christen  (Provinzbewohner)
    Warum wir uns den Luxus leisten, dass jede Gemeinde bei der IT ein eigenes Süppchen kochen muss, kann ich nicht verstehen. Eine kantonale- oder gar nationale Plattform und darauf die Gemeindeseite zu führen, böte mehr Sicherheit, weniger Angriffsfläche und wäre erst noch viel günstiger. Also 1 Exchangeserver in der Verwaltung des Kantons oder des Bundes.
    1. Antwort von Rolf Meier  (r0lf)
      Das wird in Teilbereichen auch so gemacht, ist aber von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Keine Ahnung ob es günstiger/teurer ist. IT ist komplex und kostet, egal wer es macht. Es gibt auch ausschreibungstechnische Auflagen. Meist ist die eingesetzte Branchen-Software viel wichtiger für eine Gemeinde als die reine 0815 Hardware-/Officelösung. So manche Gemeinde hat alles bei einem Anbieter, damit ein Problem nicht hin- und hergeschoben wird.
  • Kommentar von Lothar Drack  (spprSso)
    Beim Lesen des Artikels konnte ich wieder mal über die innere Logik der Sprache lachen. «Dass dort die Sensibilität nicht genau gleich gross ist wie beispielsweise in Städten wie Zürich, Bern oder anderen, liegt irgendwo auch auf der Hand» wird Max Kraus vom Nationalen Zentrum für Cybersicherheit zitiert. Entweder irgendwo oder dann auf der Hand, denk ich, muss es liegen.
    1. Antwort von Michael Frei  (MFrei)
      Sprache ist ein interessantes Thema, in das ich mich gerne einschalte. Mein Vorschlag zu Ihrem Beitrag ist folgender: Mit "irgendwo" meint Herr Kraus eigentlich "irgendwie". Ich bilde mir ein, schon mehrfach gehört zu haben, dass Leute "irgendwo" in dem Sinne verwenden. Zum Beispiel: "für mich macht das irgendwo Sinn".