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Runder Tisch für «Silver Workers» dreht sich im Kreis
Aus Echo der Zeit vom 03.05.2019.
abspielen. Laufzeit 03:25 Minuten.
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«Silver Workers» ohne Schutz Fünf Konferenzen, fünfmal Leerlauf

Wenn ältere Arbeitnehmer arbeitslos werden, dann sind sie es meist länger. Ein runder Tisch sollte ihnen helfen. Die ernüchternde Bilanz.

Heidi Joss ist Geschäftsführerin des Verbandes Avenir 50+, welcher sich für die Anliegen der älteren Arbeitnehmenden einsetzt. Ihr Fazit zu diesen hochdekorierten Konferenzen: «Fünf Konferenzen und fünfmal Leerlauf. Bis heute wurden nie konkrete Vorschläge gemacht, die man umsetzen will.»

Nicht viel euphorischer tönt auch das Fazit von Vania Alleva von der Gewerkschaft Unia: «Wir sind heute froh, dass nochmals bestätigt worden ist, dass es Lösungen braucht. Wir haben noch keine Lösungen. Es wurden kleine Schritte gemacht, aber das Problem besteht nach wie vor. Es gibt einen grossen Handlungsbedarf.»

Kaum Konsens zwischen Sozialpartnern

Die kleinen Schritte sind: Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV sollen ältere Arbeitnehmer stärker unterstützen, zudem sollen sie auch Aus- und Weiterbildungskurse erhalten. Aber schon bei einer Überbrückungsrente gibt es keinen Konsens mehr zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften.

Die Idee stammt von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe Skos und sieht vor, dass ältere Arbeiter nicht ausgesteuert und in die Sozialhilfe abgeschoben werden, sondern vom Bund eine Überbrückungsrente bis zur regulären Pension erhalten. Neben dem Skos-Vorschlag fordert Joss auch ein Altersdiskriminierungsgesetz, welches ältere Leute im Berufsleben besser schützt. Die Gewerkschaften wollen lieber den Kündigungsschutz für ältere verbessern, das sei die schnellere und wirksamere Massnahme.

Arbeitgeberseite will keine neuen Gesetze

Beides sei kontraproduktiv, sagt Leif Agneus vom Schweizerischen Arbeitgeberverband. «Wir sehen das nicht als zielführend.» Der Vorschlag berge das Risiko, dass ältere Arbeitnehmer früher entlassen werden, oder dass sie, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben, nicht mehr angestellt werden. «Das ist aus unserer Sicht nicht der richtige Ansatz.»

Für die Arbeitgeberseite ist klar: Ja zu Weiterbildung und Sensibilisierung, aber keine neuen Gesetze. An der nächsten, der sechsten Konferenz, wollen Bundesrat und Sozialpartner das weitere Vorgehen präsentieren. Avenir-50+- Geschäftsführerin Joss glaubt nicht mehr an den runden Tisch. Sie setzt auf das Volk: Eine Initiative gegen Altersdiskriminierung sei bereits angedacht.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Mattias Derungs  (Mattias Cristian Derungs)
    Ich habe ehrlich gesagt nichts anderes von diesen Runden Tischen erwartet! Solange die Einsicht bei vielen Beteiligten (SECO, RAV's, Arbeitgeberverband etc.) dieser Problematik fehlt, wird sich daran auch nicht so schnell etwas ändern! Eine entsprechende Volksinitiative mit expliziten Forderungen. an die Wirtschaft und die Politik, könnte evtl. ein Umdenken anstossen. Besonders die heutige jüngere Generation müsste merken, dass auch sie in Zukunft einmal in dieselbe Situation kommen wird!
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Fünf Konferenzen, fünfmal Leerlauf............. wieso kommt mir das nur so bekannt vor...?
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  • Kommentar von Roman Kellermeister  (rkellermeister)
    Runde Tische mit Beteiligten, welche gar nicht wollen (Arbeitgeber und ihre politische Lobby) oder Sozialpartner die zwar wollen, aber am Tagesende andere Prioritäten (wie momentan Frauenthemen) haben? Und mit einem RAV, das immer noch als erstes Bürokratie sicherstellt und oft sinnlos Leute ausbildet auf Themen, die niemandem helfen. Einzig wenige Vereine versuchen sich mit dem Thema, aber ohne das „Volk“ mit zu vielen Gutgestellten, für welche Arbeitslose immer noch Versagen+Faule sind.
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