Sie kommen meist in der Dunkelheit. In der Dämmerung schlagen sie eine Scheibe oder Balkontür ein. Bargeld, Schmuck, Laptop: alles weg. Weg ist oft auch das Sicherheitsgefühl.
In Sissach können viele Leute von einem Einbruch erzählen. Entweder haben sie es selbst erlebt oder eine Nachbarin, ein Bekannter. Dagegen will Lukas Hartmann vorgehen. Gemeinsam mit anderen aus dem Dorf hat er eine Bürgerpatrouille gegründet. Darüber hat auch schon das Onlineportal Primenews berichtet.
Hartmann hat jahrelang im Sicherheitsbereich gearbeitet. Abends ziehen er und seine Leute von der «IG Sicherheit für Sissach» um die Häuser. «Wir schauen, ob wir etwas Auffälliges sehen, wie etwa eingeschlagene Scheiben», sagt Hartmann. Ihr Engagement ist ehrenamtlich.
Schweizweit hat die Zahl der Einbrüche zugenommen. Während der Coronapandemie – und der Anweisung des Bundesrats, zu Hause zu bleiben – ging sie zurück. Doch in den letzten Jahren haben Einbrecher wieder häufiger zugeschlagen.
Die Polizei beobachtet solche Bürgerpatrouillen kritisch. «Wir sind sehr froh um Hinweise aus der Bevölkerung», sagt Adrian Gaugler, Sprecher der Kantonspolizei Baselland. «Doch die Spielregeln sind klar definiert: Alles, was über Beobachten und Melden hinausgeht, ist Sache der Polizei.»
Der Sissacher Bürgerpatrouille ist es wichtig, zu betonen, dass sie keine Bürgerwehr ist: «Wenn ich Bürgerwehr höre, stelle ich mir Leute mit Schlagstöcken vor, die im Rudel unterwegs sind und auf andere eindreschen. Wir kontrollieren nur», sagt Lukas Hartmann, Präsident der IG Sicherheit Sissach.
Die Region Basel ist in der Deutschschweiz am stärksten von Einbrüchen betroffen, wie Zahlen der Axa-Versicherung zeigen. Die Nähe zur französischen und deutschen Grenze macht es Dieben einfach, über die Landesgrenze zu flüchten.
In Sissach bleibt es an diesem Abend ruhig. Lukas Hartmann und seine Begleiterin packen ihre Taschenlampen wieder ein. Sie sind überzeugt: Dass sie seit rund zwei Monaten mit ihren Patrouillen Präsenz markieren, hat bereits einen Unterschied gemacht.