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Corona-Ausbrüche im Kanton Freiburg
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 09.09.2020.
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Siviriez und Bulle Freiburger Kantonsarzt über Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen

Im Pflegeheim von Siviriez (FR), wo vergangene Woche 37 Personen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind inzwischen 53 Personen infiziert worden. Sieben Personen sind gestorben, wie die Freiburger Gesundheits- und Sozialdirektion mitteilte. Auch in Bulle (FR) sind bis jetzt 21 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 13 Angestellte positiv aufs Coronavirus getestet worden. Eine Person ist gestorben. Der Freiburger Kantonsarzt Thomas Plattner nimmt zu den aktuellen Fällen Stellung.

Der 52-jährige Facharzt für Rechtsmedizin mit Master of Public Health ist Freiburger Kantonsarzt. Davor war er Vorsteher des Freiburger Amtes für Gesundheit, zehn Jahre stellvertretender Kantonsarzt sowie während sechs Jahren Chefarzt am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern.

SRF News: Wie kann sich das Virus in einem Altersheim derart verbreiten?

Thomas Plattner: Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Es können Besucher und Besucherinnen, das Personal oder Bewohner bei Ausflügen sein, welche das Virus in die Institutionen hereinbringen.

Was haben Sie nun für Massnahmen beschlossen, um solche Ausbrüche in Zukunft zu verhindern?

Wir legen grossen Wert auf die Einhaltung der Schutzkonzepte. Deshalb führen wir präventive Inspektionen in den Heimen durch, um zu schauen, ob die Schutzmassnahmen umgesetzt werden.

Altersheime sollten grundsätzlich in der Lage sein, die Bewohnerinnen und Bewohner versorgen zu können.

Es ist auch wichtig, dass man der Bevölkerung klarmacht, dass unsere älteren Menschen zur Risikogruppe gehören, dass man beim Umgang mit ihnen sich unbedingt schützen muss.

In Siviriez ist derart viel Personal ausgefallen, dass das restliche Personal die Bewohnerinnen und Bewohner gar nicht mehr betreuen konnte. Es mussten Leute vom Spital übernommen werden. Hat das Spital noch Kapazitäten, falls es weitere solche Fälle gibt?

Das Spital ist grundsätzlich ebenfalls ausgelastet. In Riaz hat das Spital zusätzliche Betten freigestellt, aber auch dort bestehen Limiten.

In den allermeisten Fällen wollen die Bewohnerinnen und Bewohner keine Hospitalisierung.

Altersheime sollten grundsätzlich in der Lage sein, die Bewohnerinnen und Bewohner versorgen zu können und auch die Isolations- und Quarantänemassnahmen umzusetzen.

Wie sieht der Plan B aus, wenn es eine Häufung von solchen Fällen gibt?

Wir überlegen im Moment, ob wir beim ehemaligen Standort des Kantonsspitals in Billens eine spezielle Covid-Station einrichten. Grundsätzlich sind die Institutionen fähig, diese Bewohnerinnen und Bewohner zu versorgen. Ich möchte auch betonen, dass in den allermeisten Fällen die Bewohnerinnen und Bewohner keine Hospitalisierung möchten. Sie möchten in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, auch wenn sie erkranken. Selbst dann, wenn sie am Ende des Lebens sind. Das haben sehr viele Personen auch so in den Patientenverfügungen festgehalten.

Das Gespräch führte Oliver Kempa.

Tagesschau, 9.9.2020, 19:30 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    An die Corona Leugner ... es ist doch da, Corona, nur die Leidtragenden sind vorab Menschen mit hohem Alter und Vorerkrankungen.. die Jungen, die spueren es kaum, aber da ist Corona und ohne Schutzmassnahmen ist eben die Verteilung des Virus gegeben...
    Der Ruecksichtslose ,Uneinsichtige ist mitschuldig am Leiden Anderer!!
    Allen Angehoerigen meine Anteilnahme!!!!
    1. Antwort von Jörg Bächtiger  (Jorik)
      Genau. Leider lesen dies die Corona Leugner nicht und wenn, streiten sie es mit unzusammenhängenden Argumenten ab.
      Schaden, dass wir als Gesellschaft nicht zusammen dieses Problem lösen. Mit etwas Rücksichtnahme wäre es einfach. Mit Massnahmen sind bekannt und diese haben im April/Mai auch ihre Wirkung unter Beweis gestellt.

      Wieso halten wir uns nicht daran?
  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Vor allem am Ende des Lebens möchte man eher in der vertrauten Umgebung palliativ betreut werden, als in der technisierten und fremden Umgebung eines Spitals.
    1. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Plakativer kann ein Kommentar nicht sein. Im Zusammenhang mit ihrer sonstigen Haltung irgendwie verständlich. An SARS CoV2 erkranken heisst nicht unweigerlich schwerst erkrankt, lebensgefählich erkrankt oder daran sterben. Ihr Bezeichnung Palliativ sollten sie unbedingt neu nachlesen und verstehen. Nicht einfach wie es ihnen in den Kram passt anwenden. Absolut d'écoutant ihre Anwendung ohne Zusammenhang und entwürdigend.
    2. Antwort von Theresia Weber  (Resi)
      Frau Verena Schär, wenn schon découtant und nicht d'écoutant. Was "découtant" bedeutet, schlage ich Ihnen vor, dieses Wort im Bauch zu fühlen und nicht einfach so ungefühlt über die Lippen (Finger) fliessen zu lassen. Was Ihren Kommentar betrifft, handelt es sich lediglich um eine Meinung...
    3. Antwort von Theresia Weber  (Resi)
      ... eine Meinung, Frau Meier hat auch eine Meinung geschrieben. Frau Schär, wissen Sie, dass ein respektvoller Austausch, ohne Beschuldigung, Vorurteilen, von Meinungen sehr bereichernd sein kann?
    4. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      @ Resi ich finde es immer herrlich, wenn hier jemand die Schreibweise korrigieren will und es selber falsch oder nicht besser kann. Ich war einmal Protokollschreiberin und die Vorsitzende korrigierte meine Schreibweise des Wortes Zivilschutz (reines Erniedrigungsgebaren) und meinte das würde man mit ie (Zuvielschutz) schreiben. Ein Lehrer neben mir meinte ja, ja es kann auch zu viel Schutz sein. Da kein Lehrer da ist muss ich ihnen sagen, dass sie das CIRCONFLEXE ^ auf dem u vergessen haben.
    5. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Ich kann sie beruhigen, bei mir kam der Kommentar aus dem Bauch und wie, aus dem täglichen Leben.
      Dieses Wort in diesem Zusammenhang und mit dieser Haltung zu gebrauchen ist widerlich oder aber auch unsympathisch oder niederträchtig. Ich hoffe die Rechtschreibung ist für sie ok. Empfehlungen nehme ich gerne entgegen.
    6. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Vom Corona kann ein Mensch in liebevoller Umgebung genesen. Ist per se nicht unheilbar. Ist das Alter eine unheilbare Krankheit?

      Die Palliativmedizin will Menschen mit unheilbaren Erkrankungen die verbleibende Lebenszeit erleichtern. Im Vordergrund steht nicht, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. Spätestens, wenn die medizinischen Möglichkeiten zur Heilung einer Krankheit ausgeschöpft sind und die Lebenserwartung nur noch begrenzt ist, beginnt die Palliativmedizin.
    7. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      @Resi Nur keine Angst, was ich schreibe kommt aus dem Bauch mit viel Erfahrung. Sie haben mein Wort falsch korrigiert. Auf dem u hat es noch ein ^ circonflexe. Aber danke für den Hinweis. Ja, ja wenn 2 das Gleiche tun.
    8. Antwort von Maria Heule  (marbel)
      Genau....