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Skigebiete in Corona-Zeiten: Steigen dürfen die Fallzahlen nicht
Aus HeuteMorgen vom 04.12.2020.
abspielen. Laufzeit 02:08 Minuten.
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Skisaison in Covid-19-Zeiten Ärzte warnen: Mehr Ski-Touristen – mehr medizinische Notfälle

Spitäler in Skigebieten sind vorbereitet auf die Saison – trotz Corona. Nur steigen dürfen die Fallzahlen nicht.

Nein, bei der Ski-Abfahrt kann man sich nicht mit dem Coronavirus anstecken, aber man kann sich das Bein brechen. Reinhard Zenhäusern ist ärztlicher Direktor der Spitäler im Oberwallis: «Es ist schon so, dass wir es als Akutspital in einer Tourismusregion gewohnt sind, dass in der Wintersaison ein grosser Patientenandrang da ist – halt durch die Skiunfälle.»

76'000 Ski- und Snowboard-Verletzungen

Jährlich verletzen sich auf den Schweizer Skipisten 76'000 Snowboarderinnen und Skifahrer. Nicht jede und jeder landet im Spital. Trotzdem belasten die Unfälle die Notfallstationen in den Spitälern.

Dazu kommen die Herzinfarkte über die kulinarisch intensiven Festtage. Damian Roman vom Kantonsspital Graubünden sagt: «Wichtig in diesem Zusammenhang ist doch immer, dass mehr Touristen eben nicht nur mehr Unfälle heisst. Sondern mehr Touristen heisst eben auch mehr medizinische Notfälle, beispielsweise ein Hirnschlag oder ein Herzinfarkt.»

Ob Belastungsgrenze erreicht wird, ist offen

Zurzeit sind die Intensivpflege-Abteilungen schweizweit zu 80 Prozent ausgelastet. Ob zusammen mit den Herzinfarkten, den Wintersportunfällen und den Covid-Erkrankten die Belastungsgrenze erreicht oder gar überschritten wird – da wollen sich die Spitalverantwortlichen nicht festlegen.

Die Schweizer Gesellschaft für Intensivmedizin appelliert dennoch an die Bevölkerung, sich auch über die Festtage an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten, und: «Jeder und jede einzelne muss für sich beurteilen, welche Risiken er oder sie eingehen möchte.»

Wenn, dann «müssen wir Skigebiete schliessen»

Geht es nach den Vorstellungen des Bundes, sollten die Kantone entscheiden, ob ihre Skigebiete offen bleiben dürfen. Beim Entscheid muss Rücksicht genommen werden auf die Situation in den Spitälern. Die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten betont: «Wenn es wirklich eine Verschlimmerung der Situation ist, sind wir dann eben gezwungen, zu sagen, wir müssen dieses oder jenes Skigebiet schliessen.»

Bis Weihnachten müsse die Zahl der belegten Intensivpflegeplätze nochmals herunterkommen, sagt Waeber-Kalbermatten. Sonst sei es fraglich, ob es über die Festtage genügend freie Plätze gebe – für Verunfallte oder schwer erkrankte Einheimische und Feriengäste.

Heute Morgen, 04.12.2020, 06:00 Uhr

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Habe die ganze Zeit der Pandemie als Risikopatientin Eigenverantwortung getragen. Damit niemand wegen mir sich einschränken muss, immer FFP2-Masken getragen und mich massiv isoliert. Jetzt wird mir eine dringende Operation verwehrt, weil die, die sich nicht geschützt haben, die Krankenhäuser überlasten. Wo bleibt deren Eigenverantwortung? Wieso tragen sie die Konsequenzen ihres Handelns nicht? Wer gibt ihnen das Recht, andere für Ihr Fehlverhalten zahlen zu lassen?
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  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Warten Sie, bis Sie selbst betroffen sind. Spitäler, die jetzt schon im Notfallmodus sind, mussten ganze Abteilungen schliessen, um Personal zu verlegen, alle Behandlungen ausser Notfällen sind auf nicht absehbare Zeit verschoben. Fragen Sie die Betroffenen, wie sich das anfüllt, nicht behandelt zu werden, weil sich andere in dieser Pandemie nicht adäquat verhalten, dann aber alle Krankenhausbetten belegen und das Personal infizieren. Wer gibt Ihnen das Recht, das Leben anderer zu gefährden?
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Da hat doch bei einer anderen Gelegenheit die Zauberformel "gesundheitstechnischer Gewinn" im Zusammenhang mit Pistenskifahren verwendet. Gewinn? Richtig, für Skilift und Bergbahnen, Hotelerie, Aerzte und Spitäler. Mit wesentlich weniger Verletzungen könnte man mit Langlaufskis, Schneeschuhen oder mit Tourenskis Wintersport betreiben. Aber da kann man halt nicht die Pisten hinter fräsen und allen zeigen, was man drauf hat.
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