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Bundesrat plant weitere Beschränkungen für die Skigebiete
Aus SRF 4 News aktuell vom 01.12.2020.
abspielen. Laufzeit 04:36 Minuten.
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Berset-Plan für Skigebiete Bergbahnpräsident: «Unmut über neue Beschränkungen ist gross»

Der «Tages-Anzeiger» schreibt heute, der Bundesrat plane neue, stärkere Einschränkungen für die Skigebiete. Der Verordnungsentwurf liegt auch SRF News vor. Ende der Woche will der Bundesrat – nach Konsultation der Kantone – die definitiven Anpassungen der Covid-19-Verordnung bekannt geben. Wenig Freude daran haben die Bergbahnen. Ihr Verbandspräsident Hans Wicki macht unter anderem den Druck aus dem Ausland für die geplanten Verschärfungen verantwortlich.

Hans Wicki

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Hans Wicki ist Ständerat (SVP/NW) und Verbandspräsident von Seilbahnen Schweiz.

SRF News: Kennen Sie die Pläne von Bundesrat Alain Berset für die Skigebiete?

Wicki: Ja. Der Bundesrat wird diese Woche über eine Verordnungsänderung entscheiden, die hauptsächlich die Skigebiete betrifft. Die maximale Gästezahl auf den Skipisten soll entweder auf 60 Prozent des höchsten Vorjahreswerts oder auf maximal 80 Prozent des Durchschnitts der vergangenen fünf Jahre beschränkt werden.

Ich kann die Beschränkungspläne nicht wirklich unterstützen.

Ist das sinnvoll?

Ich verstehe einerseits den Gesundheitsminister, der sich für die Gesundheit der Bevölkerung einsetzt. Ich verstehe aber auch den Skiliftbügel-Geber, der um seine Existenz fürchtet. Ich persönlich kämpfe für letzteren, deshalb kann ich die Beschränkungspläne nicht wirklich unterstützen. Derzeit gibt es keine offensichtlichen Argumente dafür, dass eine Beschränkung nötig ist.

Was bedeutet der Vorschlag Bersets für die Bergbahnbetreiber?

Es stellen sich grosse Probleme bei der Umsetzung: Die Bergbahnbetreiber können mittels Skilaufabonnements zwar zählen, wie viele Leute einen Skitag beginnen, aber sie können nicht messen, wann jemand seinen Skitag beendet. Der Betreiber weiss also nicht, wie viele Leute er beispielsweise ab Mittag noch auf die Piste lassen kann.

Drei Wochen vor Weihnachten will man die Spielregeln ändern – das ist zermürbend.

Seit Wochen arbeiten die Skigebiete an ausgefeilten Schutzkonzepten, jetzt sollen kurz vor Saisonbeginn neue Beschränkungen kommen. Wie gross ist der Unmut darüber?

Er ist sehr gross. Die Betreiber haben bereits sehr viel Geld investiert, die Schutzkonzepte wurden vom BAG genehmigt. Jetzt will man drei Wochen vor Weihnachten die Spielregeln ändern. Das ist etwas zermürbend.

In der Deutschschweiz steigen die Corona-Fallzahlen wieder an. Bezahlen die Bergkantone also für die Versäumnisse der Unterländer?

Das ist etwas stark zugespitzt. Die ganze Schweiz gibt sich Mühe, trotzdem steigt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit, dass man angesteckt wird oder zumindest in Quarantäne muss. Und man kann auch angesteckt werden, ohne sich falsch verhalten zu haben. Deshalb kann ich mich dieser Aussage so nicht anschliessen.

Würden Sie sagen, dass der Bundesrat jetzt vor jenen Nachbarländern einknickt, die das Skifahren verbieten?

Das ist tatsächlich das wahre Problem: Die Schweiz hat die Restaurants und Kinos nicht geschlossen, obschon das die Nachbarländer gemacht haben. Da sehe ich nicht ein, wieso sie sich gerade jetzt bei den Skigebieten anschliessen oder ihren Betrieb zumindest weiter einschränken soll. Das ist nur schwer nachvollziehbar.

Das Gespräch führte Marlen Oehler.

SRF 4 News, 01.12.2020, 10.30 Uhr;

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73 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Barth  (Roba)
    @saam,@bucher
    Wollen sie es immer noch nicht wahhaben, dass Merkel und Macron keinen Druck ausüben

    Jetzt droht Frankreichs Präsident Macron der Schweiz,.
    Der Druck auf die Schweiz steigt von Stunde zu Stunde. Nun meldet sich auch Frankreichs Präsident Macron mit deutlichen Worten an die Schweiz. Dabei protestieren in Frankreich Saisoniers gegen die Schliessung der Skigebiete im eigenen Land.
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  • Kommentar von Peter Ambauen  (PA1)
    @Herr Meuri: ob Sie wollen oder nicht: Coronaviren wird es inmer geben. Was die Gesellschaft/Politik von tausenden Opfern (und ich betone hier mal die wirtschaftl. Opfern) verlangt, ist unmenschlich und ein Kampf gegen Windmühlen. Ich denke, alljene, welche nun nach noch mehr Einschränkungen rufen, sollten die ersten sein, die sich dann auch impfen lassen. Ich kenne Leute in meinem Umfeld (Risikopatienten), denen es noch zu lasch ist, sich aber nie u.nimmer impfen lassen wollen. Sehr solidarisch
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  • Kommentar von Peter Ambauen  (PA1)
    Diejenigen, welche jetzt gar noch nach "besseren" Schutzkonzepten schreien, haben nach wie vor keine Existenzängste. Geht ihnen wohl immer noch zu gut. Hauptsache getrost den wöchentlichen Jass geniessen. Kann es bald nicht mehr hören, diesen Satz bzgl. Schutzkonzepte in Bezug der "Pandemie". Wo bleibt der Schutz der vielen 1000 Existenzen, Psychen die auf dem Spiel stehen? Es herrscht eine totale Unsolidarität und eingschränkte Sichtweise!
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    1. Antwort von Thomas Schmid  (Hand und Fuss)
      Eenn Sie Pandemie in Anführungszeichen setzen, glauben Sie wohl nicht dran.
      Was ich nicht verstehe: Finanzielle Hilfen sind hier absolut möglich, dies wäre doch die richtige Adresse, statt auf die zu schimpfen, die schon im Oktober wieksame, kurze Massnahmen wollten.
      Die wären jetzt schon wieder vorbei.
      Stattdessen lange Massnahmen, die zu einem Teil gar nicht funktionieren - siehe Contact Tracing und Quarantäne.
      Wir haben jetzt de facto Tote UND beschädigte Kleinunternehmer.
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