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Spionage-Aktivitäten «Schweiz für Spione noch immer sehr interessant»

Legende: Audio «Das ist ein bisschen wie im Kalten Krieg» abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
04:48 min, aus Echo der Zeit vom 16.09.2018.

Zwei als Diplomaten getarnte russische Spione sind im Frühjahr auf dem Weg zum Labor Spiez in den Niederlanden festgenommen und zurückgeschickt worden. Die vom Bund betriebene Einrichtung war an Analysen im Fall des vergifteten Agenten Sergej Skripal beteiligt. Für den Schweizer Sicherheitsexperten Bruno Lezzi kommt der Vorfall wenig überraschend – die Art und Weise dann aber schon.

Bruno Lezzi

Bruno Lezzi

Journalist und Geheimdienst-Experte

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Bruno Lezzi ist Lehrbeauftragter für schweizerische Sicherheitspolitik am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich und arbeitete viele Jahre als Sicherheitsexperte bei der NZZ.

SRF News: Russische Spione wollten das Labor in Spiez auskundschaften. Für Sie ein eher ungewöhnliches Vorgehen, oder?

Bruno Lezzi: Ich finde es erstaunlich. Denn eigentlich liegt das Gewicht derzeit auf technischer Aufklärung, auf Cyber- und Hackerangriffen. Dass nun aber wieder menschliche Quellen ins Spiel kommen, das ist ein bisschen wie aus der Zeit des Kalten Krieges.

Weshalb ist das so?

Es braucht die menschliche Quelle, um den Dingen wirklich auf den Grund gehen zu können. Mit technischen Möglichkeiten allein, lassen sich Informationen komplizierterer Art einfach nicht entschlüsseln.

Was suchen Spione eigentlich in der Schweiz?

Unser Land ist als Wirtschaftsstandort und als Standort von Institutionen und hochtechnologischen Qualitätsprodukten sicher sehr interessant. Gerade das Labor in Spiez ist natürlich so zusagen eine Perle des schweizerischen Sicherheitsinstrumentariums. Insgesamt hat sich aber auch die Spionagetätigkeit hierzulande verändert. In den 70er und 80er Jahren stand vor allem das Militär im Vordergrund. Heute spielen politische Absichten und vor allem wirtschaftliche Spionage eine ganz grosse Rolle.

Das Gespräch führte Simone Hulliger.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron (René Baron)
    Und wie kommt es, dass wir scheinbar nicht erfahren dürfen, wie und was diese Spione denn GENAU gemacht haben?
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  • Kommentar von R. Raphael (R.Raphael)
    Interessant ist vor Allem hierzulande die Wahrnemung bezūglich Spionage. Westliche Spione willkommen. Bei östlichen Spionen gibts preventiven Aufschrei und Bashing, egal ob Beweise vorliegen oder nicht.....
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    1. Antwort von Sven Peter (Rightsight)
      Völlig richtig erkannt. Was der verweichlichte Westen auch vergessen hat ist das für übergelaufene Spione seit jeher die Todesstrafe gilt. Das wusste auch Skripal.
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    2. Antwort von René Baron (René Baron)
      @Raphael Ist ihnen bewusst, dass sie so schreiben, als wäre "Spionage" die einzig mögliche Interepretation der holländischen Vorgänge? Wissen wie mehr als wir? Woher haben sie Kenntnis darüber was diese "Spione" denn nun ganz konkret getan haben und wie man ihnen in HOLLAND beweisen konnte, dass sie Spiez auskundschaften wollten? Danke für diese Infos - die MIR bis anhin noch fehlen bevor ich mir ein Urteil anmassen.
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  • Kommentar von Marc Bühler (Capten Demokratie)
    Woher weiss mann eigentlich das die 2 die in Holland Festgenommen wurden auf dem Weg nach Spiez waren? Haben sie das Gesagt? und haben diese Gesagt „ da gibt es so ein Labor das wir ausspionieren wollen“? Ich weiss das die Briten gerne mal Beweise Fälschen Irak, die Holländer behaupten jeweils ein Fall ist klar ohne Beweise. Flugzeugabschuss in der Ukraine und bei uns gehen Ständig Beweise verloren. P-24, Tännler akten. Bitte EDA zeigt die Beweise befor sie verloren gehen oder Geschretert werden
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Zu Ihrem ersten Satz Herr Bühler, das ist und bleibt ein Geheimnis. Was jetzt in der Presse erscheint sind Spcekulationen und wenn wir eine Aussage als wahrscheinlich empfinden, springen wir auf den Zug auf. Aber vielleicht sollen wir bewusst auf eine falsche Fährte geführt werden?
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