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Spitzendiplomat im EDA Ehemaliger EWR-Chefunterhändler Franz Blankart gestorben

  • Der ehemalige Staatssekretär Franz Blankart ist am Sonntagnachmittag im Alter von 84 Jahren gestorben.
  • Seine Ehefrau Anne bestätigte den Hinschied auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
  • Blankart war unter anderem Chefunterhändler für die EWR-Verhandlungen.

Blankart war 1986, als Kurt Furgler Chef des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) war, zum Staatssekretär und Direktor des Bundesamtes für Aussenwirtschaft (Bawi), heute das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), ernannt worden.

Der in Basel promovierte Philosoph trat 1965 in den diplomatischen Dienst ein und war Privatsekretär der SP-Bundesräte Willy Spühler und Pierre Graber. Von 1973 bis 1980 leitete er das Integrationsbüro EDA/EVD, wechselte dann als Botschafter bei der Efta und beim Gatt nach Genf und wurde später Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge.

32 Abkommen ausgehandelt

Blankart hat insgesamt 32 Abkommen als Delegationschef ausgehandelt. Er war schon bei der Aushandlung des Freihandelsabkommens Schweiz-EWG 1972 dabei. Später war er Chefunterhändler für das Versicherungsabkommen Schweiz-EG und für die EWR-Verhandlungen und Verhandlungsleiter für die Uruguay-Runde des Gatt. Für die bilateralen Verhandlungen mit der EU nach dem Nein zum EWR wurde dann EDA-Staatsekretär Jakob Kellenberger als Chefunterhändler eingesetzt.

Video
Aus dem Archiv: Interview mit Chefunterhändler Franz Blankart
Aus Tagesschau vom 26.03.1992.
abspielen

Vorzeitiger Rücktritt nach 33 Jahren in Bundesdiensten

Blankart hatte Anfang Mai 1998 aus eigenen Stücken seine Demission auf Ende November des gleichen Jahres bekannt gegeben. Seine wohl grösste Niederlage hatte der erfahrene Chefunterhändler mit der Ablehnung des EWR durch das Schweizer Volk erfahren.

Als Grund für seinen vorzeitigen Rücktritt nach 33 Jahren in Bundesdiensten hatte er angegeben, dass sich in zwei wichtigen Amtsbereichen neue Entwicklungen anbahnten, die er zwar noch beginnen, aus Altersgründen aber nicht mehr abzuschliessen vermöchte. Blankart war damals 62 Jahre alt.

Ihr Ehemann sei nicht an Covid-19 gestorben, präzisierte Anne Blankart gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Blankart war in zweiter Ehe verheiratet und hatte zwei Kinder. Er war Mitglied der FDP Schweiz und Oberst in der Schweizer Armee.

SRF 4 News, 17.01.2021, 19 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Ivan Mathis  (Platon)
    @Planta: Der EWR-Beitritt wurde am 6.12.1992 abgelehnt, weil der damalige Bundesrat im Vorfeld am 26.5.1992 das EU-Aufnahme-Beitrittsgesuch an die damalige Europäische Gemeinschaft gestellt hatte. Deshalb verkündete der SVP-Bundesrat Adolf Ogi damals vor der EWR-Abstimmung lauthals landauf landab: Der EWR ist bloss das notwendige Trainingslager vor dem EU-Beitritt!! Fakt --> Nicht der immer vermeintliche Blocher; sondern Ogi war der verantwortliche Auslöser, dass der EWR-Beitritt scheiterte!!!
  • Kommentar von Roger Christen  (Roeschi)
    Für mich als EWR Skeptiker war Blankhart der Mann der mich in einem Interview für den EWR überzeugt hatte. Er konnte in einfachen Worten alles erklären. Wir hätten mit dem EWR all die komplizierten Bilateralen Verträge sparen können. Ein grossartiger Diplomat ist von uns gegangen. Ich hoffe, dass unser Land noch eine solche Person hat um unser Verhältnis mit der EU zu klären.
    1. Antwort von hans schwarz  (ks)
      Wir hätten uns die Bilateralen nicht nur sparen können, wir wären auch rund 8 Jahre schneller gewesen. Jahre, ( die 90er) n denen das Wirtschaftswachstum der Exportnation CH hinter jenem von DE beispielsweise zurück lag.
    2. Antwort von Christoph Stadler  (stachri)
      @Schwarz: Es gibt noch ander Werte im Leben, als das Wirtschaftswachstum der Exportwirtschaft...
    3. Antwort von marc rist  (mcrist)
      @RC: Beim EWR wäre es aber nicht geblieben- Stichwort "Trainingslager".
      @CS: Inbesondere wenn diese Exporte mehrheitlich von importierten
      Arbeitskräften erbracht werden.
    4. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Rist: bei Norwegen, Island und Liechtenstein ist es aber beim EWR geblieben. Warum eigentlich bei der Schweiz nicht?