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SRF-User diskutieren «Grossanlässe sind dieses Jahr absolut illusorisch»

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Aus dem Archiv: Gravierende Folgen für Grossveranstaltungen
Aus SRF News vom 30.06.2020.
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Bisher gingen Veranstalter davon aus, dass ab diesem Herbst ein weiteres Stück Normalität zurückkehrt. Noch bis Ende August sind Anlässe mit über 1000 Teilnehmern aufgrund der Corona-Pandemie verboten. Danach könnte der Bundesrat das Verbot lockern und Grossanlässe wie Konzerte oder Fussballspiele mit tausenden Zuschauern wieder ermöglichen.

Doch diese Hoffnung könnte im Keim erstickt werden. Der Bundesrat erwäge, die 1000-Personen-Limite bis März 2021 zu verlängern, verriet Patrick de Preux, Präsident des Lausanne HC, am Dienstag an einer Medienorientierung.

Gravierende Folgen für Veranstalter

Die SRF-Userinnen und User sind bezüglich des Themas gespalten. Während die einen sich um die Sport- und Eventbranche sorgen, sprechen sich andere klar für ein Verbot von Grossveranstaltungen bis 2021 aus. Die Befürworter von lang andauernden Veranstaltungsverboten sind jedoch klar in der Minderheit.

Eventbranche spricht von einer «Katastrophe»

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Die Aussicht, dass Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis März 2021 verboten bleiben könnten, sorgt auch in der Eventbranche für Aufruhr. «Das wäre eine Katastrophe», sagt Christoph Bill, Präsident Branchenverband der Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter SMPA im Gespräch mit SRF.

Bill zeigt sich enttäuscht, dass nicht der Dialog mit der Branche gesucht worden sei. «Wir haben das aus den Medien erfahren.» Zudem kritisiert Bill, dass die Umstände einer Veranstaltung nicht miteinbezogen würden – etwa ob der Anlass drinnen oder draussen oder mit Sitz- oder Stehplätzen stattfindet.

Auch die Zeitspanne der in Erwägung gezogenen Beschränkung kritisiert Bill. «In einer solchen Zeit sollte man Massnahmen nicht auf so lange Zeit treffen, sondern situativ anpassen.»

Sollte die Beschränkung tatsächlich so kommen, wäre das katastrophal, sagt Bill weiter. «Ich glaube, man unterschätzt unsere Branche und wie viele Existenzen damit zusammen hängen. Wir sind so gross wie die Tourismusindustrie», gibt er zu bedenken.

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Christoph Bill: «Enttäuschend, dass wir nicht in einen Dialog einbezogen werden»
Aus News-Clip vom 29.07.2020.
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Viele Kommentierende sorgen sich nebst dem Profisport auch um Kleinveranstalter. Viele Amateur-Sportvereine würden genauso darunter leiden und könnten verschwinden, befürchtet User Samuel Galli.

«Wo können dann unsere Kinder ihrem geliebten Hobby nachgehen? Wie viele Träume zerplatzen», fragt Galli, und weiter: «Die Ausmasse, auch im psychischen Bereich, werden enorm sein. Ja, das Virus ist ernst zu nehmen. Aber die Spätfolgen der Einschränkungen werden viele härter treffen.»

Michel Gloor sieht das ähnlich und ergänzt: «Ich hoffe sehr, dass der Bundesrat hier zielführend einlenkt und mindestens die Variante mit einer tieferen Belegung der Veranstaltungsorte ermöglicht.»

Ich weiss, das Virus ist gefährlich – noch jahrelang so zu leben, finde ich aber wirklich schwierig.
Autor: Matthias SommerSRF-User

Andere SRF-User sind verärgert darüber, dass für den Sport andere Regeln gelten. «Gerade im Fussball, das ja unter freiem Himmel gespielt wird, verstehe ich das nicht. Würde man das machen, um den Anreiseverkehr zu minimieren, müsste man dann ja auch die Skisaison stark einschränken», schreibt Matthias Sommer.

«Ich weiss, das Virus ist gefährlich – noch jahrelang so zu leben, finde ich aber wirklich schwierig. Da ist nur schon der Sommer in den Badis mühsam», betont er.

Risiken gehören zum Leben

Für Kommentator Reinhard Grunder ist die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu Coronazeiten prekärer als eine Grossveranstaltung. Er meint: «Ich rate jedem, der zu Stosszeiten im HB Zürich oder Bern auf den Zug warten muss, der Arbeit fern zu bleiben. Denn dies kommt einem Grossanlass gleich.»

Menschen stehen dicht gedrängt in einer Menge und schauen zur Bühne hoch.
Legende: Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Dicht gedrängte Menschenmassen, wie hier bei einem Konzert des DJs David Guetta im Hallenstadion, wird es an Grossveranstaltungen wohl nicht so schnell wieder geben. Keystone

Gewisse Kommentatoren befürchten, dass die Einschränkungen noch monatelang anheben werden und sehen andere Beweggründe. «Grossanlässe sind dieses Jahr absolut illusorisch. Hier geht es wohl viel mehr darum weitere finanzielle Unterstützung von Staat/Kanton/Stadt zu erhalten», schreibt etwa Dominique Klein.

User Christian Stäheli fordert, dass der Staat seinen Einwohnern erlaubt, mit dem Risiko zu leben. Er findet: «Wie lange soll die staatliche Bevormundung und die mediale Gefahrenbeschwörung noch dauern? Wir leben auch sonst mit Risiken. Wir merken es nur nicht. Das Leben ist fragil.»

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61 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Unsere Gesellschaft scheint in einem immer besorgniseregenderen Zustand zu sein. Regierungen und die Gesellschaftsumkrempler haben sich den Bürger nun soweit „zwäg büschelet“, dass er sich mehr oder weniger willenlos dirigieren lässt. Das bereits 180 Tage lange, permanente Coronapowerplay in allen Panikvarianten hinterlässt seine Spuren in der Psyche.
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Je grösser die Stadien und Grossanlässe umso mehr gingen Kulturen unter: Agypten, Griechen, Römer, Spanien, Portugal... - Sag mir wieviel stupide Volksbelustigung ein Staat noch braucht um wohlstandsverblödeten Bürgern die Wählerstimmen abzuluchsen, und ich sage dir, ob es diesen in 50 Jahren noch gibt ;-)
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    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      Die westliche Gesellschaft befindet sich bereits seit einiger Zeit auf dem absteigenden Ast, und zwar schon ziemlich weit unten. Für die Volksverblödung sind jedoch weder Stadien noch Grossanlässe verantwortlich, sondern das geniale Internet mit all seinen dekadenten Auswüchsen.
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    2. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Herrlich! Für dieses Argument haben Sie den Lorbeerkranz verdient, Herr Baron! Am Ende behalten Sie recht und die Zahlen steigen wieder, wenn auch ganz allmählich, mangels Vorsicht an und geben uns Gelegenheit zu prüfen, ob die neue Zwangsgesellschaft wegen paartausend vermeidbaren Toten untergeht oder so glanzvoll weiterlebt, wie sie jetzt von Gesundheit schwärmt. Nähme mich wunder, wie Sie das dann kommentieren: Sieg der Spassgesellschaft oder falsche Strategie?
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  • Kommentar von Claude Nobs  (bernstein)
    Also ich finde Grossanlässe sollte man nicht verbieten. Sondern jeder muss sich mit Ausweis registrieren und sich danach in eine Selbstisolation begeben müssen. Also exakt gleiche Behandlung für Risikoanlässe, wie die Einreise aus Risikoländern. Mit Stichprobenkontrollen und schmerzhaften Bussen.
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    1. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      Ich habe so meine bedenken das sich das Virus so besiegen lässt. Wir Menschen können wider zur "Normalität zurück kehren oder uns weiter so beschränken ... es ist aber gut möglich das es das Virus überlebt und ein Teil von uns wird, den wen wir nicht eine imunität entwickeln kommt es wohl immer wieder zurück ... was dazu führen würde das wir auf alle Anlässe und das Zwischenmenschliche in Zukunft verzichten. Ich finde wen das jemand von mir verlangt ist das ebenso egoistisch!
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