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Branchenverband Gastrosuisse stellt Corona-Konzept vor
Aus Echo der Zeit vom 05.05.2020.
abspielen. Laufzeit 02:13 Minuten.
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SRF-User zum Gastro-Konzept «Trinke meinen Kaffee auch weiterhin auf dem Balkon»

Ab Montag bereits wieder ins Restaurant – oder nicht? Das Schutzkonzept für Gastro-Betriebe spaltet die Bevölkerung.

Am nächsten Montag dürfen Restaurants, Bars und Pubs wieder Gäste empfangen, aber nur, wenn sie diese und die eigenen Angestellten genügend schützen können. Dafür wurde das «Schutzkonzept Gastro unter Covid-19, Link öffnet in einem neuen Fenster» entwickelt, das gestern vorgestellt wurde.

Die Regelungen des Schutzkonzeptes für Gastro-Betriebe

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  • Eine Maskenpflicht für das Servicepersonal gibt es nicht, nur eine «dringende Empfehlung».
  • An einem Tisch dürfen nur vier Gäste sitzen, die sich kennen (plus Kinder).
  • Die Gästegruppen dürfen sich nicht vermischen – dafür sollen die Wirte sorgen.
  • Gäste müssen die Abstandsregeln auch beim Anstehen an einer Theke einhalten.
  • Das Personal hat zu vermeiden, Gegenstände der Gäste zu berühren (z.B. den Mantel).
  • Tischgewürze, Brotkörbchen usw. müssen mit dem Wechsel der Gäste gereinigt werden.
  • Touchscreens zum Bestellen sind zu vermeiden oder müssen sofort gereinigt werden.
  • Wirte müssen von jedem Gast Name, Vorname, Telefonnummer und Datum mit Uhrzeit des Besuches aufschreiben.

Dass die Hygienemassnahmen eingehalten werden sollen, leuchtet ein – Hygiene ist schliesslich auch im normalen Restaurantbetrieb wichtig. Was für viele Gäste neu sein wird: Die Wirte sind verpflichtet, Daten der Gäste aufzunehmen und diese aufzubewahren. Dies, um allfälligen Infektionen nachgehen zu können.

Das Stasi-Getue verdirbt einem sprichwörtlich den Appetit!

Diese Regelung hat zum Teil kontroverse Reaktionen ausgelöst. SRF-User Oliver Gawlowski schreibt dazu: «Ein Grund weniger, ins Restaurant zu gehen, das Stasi-Getue verdirbt einem sprichwörtlich den Appetit!» Der User Gir Vonwolf schreibt von einer unnötigen Datensammlung: «So werde ich nicht essen gehen.» Andere fürchten sich davor, in Quarantäne zu müssen, weil jemand in der Nähe beim Restaurantbesuch positiv auf das Coronavirus getestet werden könnte.

Wir müssen uns alle einfach an die Vorschriften halten und dann ist alles in bester Ordnung.

Doch die Massnahme stösst auch auf Verständnis. Dominque Schurtenberger schreibt: «Ich freue mich jedenfalls, die Gastronomen meines Vertrauens wieder unterstützen zu dürfen. Dafür kriegen sie auch meine Daten – im Wissen, dass sie mit diesen keinen Unsinn betreiben werden.» Bedenken seien übertrieben, ergänzt SRF-User Peter Stauffer: «Wir müssen uns einfach an die Vorschriften halten und dann ist alles in bester Ordnung.»

Dass man seine Daten in Restaurants und Bars angeben muss, ist kein grundlegend neues Konzept. Ihr sei das bereits bekannt, schreibt SRF-Userin Amina Moser – sie habe keine Probleme damit: «Bei jeder telefonischen Tischreservation gebe ich im Restaurant seit jeher meinen Namen und meine Telefonnummer an. Bei jeder Hotelbuchung sogar meine Adresse.»

Bleibt die Frage, ob ein Restaurant- oder Barbesuch unter dem Schutzkonzept ein Vergnügen bleibt, oder ob sie einem sprichwörtlich die Suppe versalzen. Mit einem Augenzwinkern ergänzt Amina Moser: «Ich freue mich aufs Restaurant – endlich genügend Raum und garantiert aufmerksames Personal.»

Zu diesen Bedingungen verlockt es wohl wenige Menschen, eine Gaststätte zu besuchen.

Dass die Restaurants am 11. Mai einen Ansturm zu bewältigen haben, ist fraglich. Vielerorts sind Bedenken und Vorsicht spürbar, zum Beispiel bei SRF-Userin Henriette Rub: «Zu diesen Bedingungen verlockt es wohl wenige Menschen, eine Gaststätte zu besuchen.»

Wenn nach einem Monat keine nennenswerten Ansteckungen in Restaurants stattfinden, muss dieses übervorsichtige Konzept gelockert werden.

Es ist davon auszugehen, dass viele potenzielle Gäste der Wiedereröffnung noch mit Skepsis entgegenschauen. Theresia Weber wird mit Sicherheit am Montag noch nicht in einem Restaurant oder einer Bar anzutreffen sein: «Ich werde mein Apéro und meinen Kaffee auch weiterhin auf meinem Balkon trinken.»

Für viele ist wohl auch entscheidend, ob die Fallzahlen trotz Lockerungen weiter sinken werden. In diesem Fall müsse das Schutzkonzept dann auch angepasst werden, schreibt SRF-User Charles Halbeisen: «Wenn nach einem Monat keine nennenswerten Ansteckungen in Restaurants stattfinden, muss dieses übervorsichtige Konzept gelockert werden.»

Quelle: Schutzkonzept für GastrobetriebeVermeidung von Touchscreens für BestellungenRegistrationspflicht für Gäste Pro Tisch maximal 4 Gäste, die sich kennen (plus Kinder)Mindestabstand von 2 Metern zwischen den Tischen oder ein trennendes ElementDesinfektion der Tische nach jedem GastEinhaltung der Abstandsregeln beim Anstehen an der ThekeDringende Empfehlung zu Schutzmasken bei MitarbeitendenMöglichst keine Berührung von Gegenständen der Gäste durch Mitarbeitende (z.B. Mäntel)Vermeidung von Touchscreens für BestellungenAb 11. MaiKeine Vermischung von Gästegruppen

Echo der Zeit, 05.05.2020, 18:00 Uhr;

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85 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Ich kann nur sagen: Wie feige vom BR, die unliebsamen Massnahmen dürfen jetzt die Betriebe verkünden. Man verkündet keine Maskenpflicht, nein! Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen das empfehlen. Man erhebt keine persönlichen Daten, nein! Die Gastronomie muss das jetzt machen.
    Angebliche wichtige Schutzmassnahme: Tracing-App - auf den Sommer verschoben! Angebliche wichtige Schutzmassnahme: Testen, testen, testen - nix mehr davon gehört! Leider ist mein Vertrauen weg!
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Für die Gäste wird das Schlimmste an den Massnahmen wohl der Geruch des Desinfektionsmittels sein. Also ist es für die meisten wohl zumutbar. Es sei denn, dass wegen dem erhöhten Aufwand die Preise steigen.
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  • Kommentar von Christian Lüthy  (Chrische71)
    Ein kurzer Denkanstoss für alle Besserwisser, Nörgler und Dauerkritisierer, wenn es ums Thema Essen und Corona geht:
    Nehmt euch doch mal einen kurzen Moment Zeit um über den Tellerrand zu schauen und euch zu informieren, was die aktuelle Krise für andere Menschen auf dieser Welt bedeutet (Stichworte: rote Tücher in Kolumbien oder Textilindustrie in Bangladesch).
    Werden dann eure „Probleme“ nicht plötzlich ganz klein?
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