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Wann steht das Zürcher Fussball-Stadion?
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 28.09.2020.
abspielen. Laufzeit 02:46 Minuten.
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Stadt Zürich Zürcher Fussballstadion: Jetzt droht das juristische Hick-Hack

Die Zürcher haben einem Stadion deutlich zugestimmt. Doch Rechtsstreitigkeiten könnten den Bau jahrelang verzögern.

Wann wird das erste Spiel angepfiffen? Diese Frage rückt ins Zentrum, nachdem fast 60 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher einem Fussball-Stadion auf dem Hardturm-Areal ihren Segen gegeben haben. Die Spieler könnten bereits 2023 oder 2024 auf dem Rasen stehen, rechnete ein glücklicher FCZ-Präsident Ancillo Canepa nach dem Abstimmungssieg vor.

Juristische Kämpfe statt Fussballspiele

Theoretisch. Praktisch könnte es nämlich deutlich länger dauern bis zum ersten Spiel. Denn es drohen Rekurse gegen den Gestaltungsplan. Anwohner, Verbände und Betroffene aus dem benachbarten Quartier können den Gestaltungsplan auf juristischem Weg bekämpfen – und den Stadionbau so verzögern. Sie könnten beispielsweise die Höhe der zwei Wohntürme anfechten, die zum Stadionprojekt «Ensemble» dazugehören.

Was beinhaltet das Stadionprojekt?

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Das neue Stadionprojekt
Legende: Visualisierung: Nightnurse Images, Zürich

Das Projekt «Ensemble» sieht ein Stadion für rund 18'000 Zuschauerinnen und Zuschauer vor. Ausserdem ist eine Genossenschaftssiedlung mit 174 Wohnungen geplant. Zudem soll es zwei Türme mit Wohnungen im oberen Preissegment geben.

Zu den Kritikern des Projektes gehört etwa das «Komitee gegen den Höhenwahn» aus dem benachbarten Quartier Höngg. Es bekämpft nicht das Stadion selbst, wie Gründungsmitglied Peter Aisslinger hervorhebt. «Das Komitee hat sich seit 2017 gegen die enormen Wolkenkratzer gewendet, die im Limmat-Raum entstehen sollen». Diese würden eine Verschandelung des Erholungsraumes darstellen.

Das geplante Stadionprojekt
Legende: Die Höhe der Wohntürme sorgt beispielsweise für Diskussionen. Visualisierung: nightnurse images

Das Komitee bedauert den Abstimmungsentscheid. Ob es gegen den Gestaltungsplan vorgeht? Aisslinger gibt sich zurückhaltend. Doch er lässt durchblicken, dass der Widerstand noch nicht gebrochen ist: «Das Komitee wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zusammensetzen und beraten, was die nächsten Schritte sein sollen und in welche Richtung diese gehen», so Aisslinger.

Scheitert es am Lärm?

Auch die «IG Freiräume Zürich-West» steht mit dem Stadion-Projekt auf Kriegsfuss. Der Verein ist für die vierte Stadion-Abstimmung verantwortlich. Die Kritik: Mit dem Stadion würden wertvolle Grünflächen geopfert. Nach der Abstimmungs-Niederlage sagt die Sprecherin Lisa Kromer gegenüber SRF zwar, weitere Schritte seien noch nicht geplant, doch sie verweist auf neue Lärmschutzregeln.

Offenbar hat das Projekt bereits jetzt schon ein Lärmproblem.
Autor: Lisa KromerMediensprecherin «IG Freiräume Zürich-West»

Laut einem Gutachten könnten diese dazu führen, dass es in über hundert der neuen Wohnungen zu laut wäre. «Offenbar hat das Projekt bereits jetzt schon ein Lärmproblem», so Kromer. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jetzt einfach so durchläuft».

Rechtsstreit durch alle Instanzen

Kritiker können mit ihren Einsprachen durch alle Instanzen bis vor Bundesgericht gelangen. Und: Sollten die Bauherren und die Stadt den Rechtsstreit gewinnen, drohen später weitere Einsprachen gegen die Baubewilligungen. Jahrelange Verzögerungen wären das Resultat.

Ich gehe davon aus, dass es weiterhin Einsprachen geben wird.
Autor: Filippo LeuteneggerFDP-Stadtrat

FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger spricht, ganz der Fussballer, von einer «Verlängerung». Er gehe von Einsprachen aus. «Aber ich glaube auch, dass man bei den Gegnern daran appellieren muss, dass ein demokratischer Entscheid irgendwann in den Grundzügen respektiert werden sollte.» Am Sonntag hatte das Volk nämlich bereits zum zweiten Mal über das gleiche Projekt abgestimmt. Und erneut Ja gesagt. Ganz deutlich.

Neues Fussballstadion Hardturm

Stadt Zürich: Privater Gestaltungsplan «Areal Hardturm – Stadion»

  • JA

    59.1%

    82'083 Stimmen

  • NEIN

    40.9%

    56'744 Stimmen

Veloschnellrouten

Stadt Zürich: Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich»

  • JA

    70.5%

    101'336 Stimmen

  • NEIN

    29.5%

    42'381 Stimmen

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 28.09.2020, 12.03 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Singer  (P.S.)
    In keiner Stadt ist die Wohnungsnot so gross und sind die Mieten so teuer wie in Zürich. Grund sind solche Rechtsstreitigkeiten. Bei jedem Bauprojekt finden sich irgendwelche besorgten Anwohner, die das Projekt jahrelang mit Einsprachen verzögern. Dabei würde wäre es auch aus ökologischer Sicht sinnvoll, wenn man mehr Wohungen direkt in der Stadt bauen würde, weil so die Zersidelung gebremst wird.
    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Wobei diese beiden Wohntürme einfach sehr hässlich sind & zur weiteren Verschandelung der einst hübschen Zwingli-Stadt beitragen. Und betrachtet man den Leerstand an Wohnungen im Hochpreis-Segment, braucht es dort die Luxuswohnungen in oberen Etagen mit schöner Aussicht wirklich nicht.
      Weniger ist halt doch mehr. Mit weniger Wachstum braucht es auch nicht immer Infrastruktur, wozu eben auch Wohnraum zählt. Und die Zersiedelung gibt es auch erst durch den ungebremsten Wachstum.
  • Kommentar von Hermann Roth  (Dr. Wissenschaftler)
    Millionen von Franken, damit sich FCZ- und GC-Fans vor dem Stadion das Gesicht eintreten können? Da nützt auch das modernste Design nichts.
    1. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      Das Stadion ist privat finanziert. Und bitte verurteilen Sie nicht die 99.9% der friedlichen Fussballfans wegen ein paar Chaoten.
  • Kommentar von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
    Woher haben diese IGs eigentlich das Geld solch teure Rechtsstreitigkeiten zu bezahlen. Auf jeden Fall ist dafür zu sorgen, dass diese Leute sämtliche damit verbundenen Kosten selbst berappen.