Zum Inhalt springen

Header

Video
Ständerat unterstützt Projekt Cargo Sous Terrain
Aus Tagesschau vom 01.06.2021.
abspielen
Inhalt

Ständerat zur Güter-U-Bahn Visionär wie einst Napoleon? Grünes Licht für Cargo Sous Terrain

Historische Vergleiche und viel Sympathie: Der Ständerat will die Rahmenbedingungen für das Grossprojekt schaffen.

Im Ständerat geht es traditionell nüchtern und gesittet zu. Und auch wenn «Cargo Sous Terrain» den Lautstärkepegel nicht in die nationalrätliche Höhen schnellen liess, so war doch unverkennbar: Die U-Bahn für den Güterverkehr, die dereinst quer durch die Schweiz verlaufen soll, lässt die Herzen höherschlagen.

Der Bündner Volksvertreter Stefan Engler blickte beschwörend in die Runde. «Es kommt selten vor, dass wir über so innovative Projekte im Parlament diskutieren können. Eigentlich werden visionäre Ideen in diesem Haus ja eher unterdrückt», so der Mann der «Mitte».

Cargo
Legende: In der Schweiz sollen Güter in Zukunft nicht nur auf den Strassen oder Bahnlinien transportiert werden, sondern auch per U-Bahn. Der Ständerat hat als Erstrat einem neuen Bundesgesetz zugestimmt, das dies ermöglichen soll. Keystone

Es war der Start zu einem Votum, das die Träume fliegen liess: «Schon Napoleon Bonaparte wollte einen Tunnel unter den Ärmelkanal graben, mit den damaligen Mitteln wäre das Vorhaben aber wohl nicht möglich gewesen.»

«Und heute, über 200 Jahre später», so Engler weiter, «fahren fahrplanmässig Züge durch den Eurotunnel.»

Video
Stefan Engler (Mitte/GR): «Schon Napeoleon wollte Tunnel unter dem Ärmelkanal bauen»
Aus News-Clip vom 01.06.2021.
abspielen

Auch Kommissionssprecher Hans Wicki (FDP/NW) bemühte die Historie: Der Staat schaffe die rechtlichen Rahmenbedingungen, damit sich die Wirtschaft darin entfalten könne. «Wir stehen damit in einer langen Tradition unserer Gesetzgebung, die vom ersten eidgenössischen Eisenbahngesetz von 1852 bis in die Gegenwart reicht.»

Die Aktionäre von Cargo Sous Terrain

Box aufklappenBox zuklappen
Die Aktionäre von Cargo Sous Terrain

Die Güter-U-Bahn zählt die beiden grössten Detailhändler Migros und Coop, wie auch die Post, Swisscom oder die Versicherungsgesellschaften Vaudoise, Helvetia und Mobiliar zu ihren Aktionären.

Zahlreiche weitere Unternehmen aus der Logistik-, Banken- und Baubranchen sind in den letzten Monaten dazu gekommen – ein chinesischer Investor hat sich unterdessen wieder verabschiedet.

Pirmin Bischof (Mitte/SO) erkannte gar ungewohnten Wagemut bei den Eidgenossen. «Wir Schweizerinnen und Schweizer sind ja eigentlich pragmatisch und nicht diejenigen, die Städte in den Urwald bauen oder einen Eiffelturm in unsere Hauptstadt stellen.» Doch nun habe man es mit einem historischen Grossprojekt zu tun.

«Und es ist nicht nur visionär, sondern auch bereits weit fortgeschritten.» So solle in neun Jahren die erste Teilstrecke stehen.

Hansjörg Knecht (SVP/AG) trat an, die Gemüter etwas herunterzukühlen. Das innovative Projekt entlaste zwar die Strasse und sei zu begrüssen. «Aber die strategische Infrastruktur muss zwingend vor ausländischen Aktionären geschützt werden.»

Und: Es dürften keine Staatsgelder aufgewendet werden – auch nicht durch die Hintertür. «Wenn das Projekt dereinst scheitern sollte, darf es nicht sein, dass der Staat zur Kasse gebeten wird.»

«Schön, ihre Reaktionen auf dieses Projekt zu hören», freute sich schliesslich Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga. «Es ist entstanden, weil sich Leute zusammengetan haben, die kluge Ideen haben und Risiken eingehen.»

Schiene, Strasse, Untergrund

Die Bundesrätin ergänzte, dass die privaten Initianten und Unterstützer von «Cargo Sous Terrain» keine finanzielle Beteiligung des Bundes anstrebten. Der Bundesrat habe seine Aufgabe darin gesehen, sicherzustellen, dass ein Projekt vorliegt, das «auch zum Fliegen kommen kann und realistisch ist».

Die Aufgabe der Politik sei nun, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu setzen. Sommaruga schloss mit einem Appell: «Es braucht mit der Einführung eines neuen Transportsystems in der Schweiz jedoch ein gutes Zusammenspiel mit Schiene und Strasse.»

SRF 4 News, 01.06.2021, 12:00 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Das Leben ist nicht linear, wer meint wir können die Vergangenheit einfach in die Zukunft interpolieren, hat die Rechnung ohne die neuen Herausforderungen gemacht. Ewiges Wirtschaftswachstum ist eine Illusion, das Ökosystem ist schon jetzt weltweit am Anschlag! Das Klima schützen und gleichzeitig die Infrastruktur für noch mehr Güter ausbauen ist ein totaler Widerspruch. Die Autobahnen haben das Verkehrsproblem auch nicht gelöst, sondern verstärkt! Cargo Sous Terrain ist Gedankengut von Gestern!
    1. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      Es sind ganz moderne Gedanken, den Warenverkehr ohne Fahrer zu gestalten.
    2. Antwort von René Balli  (René Balli)
      Immer mehr und immer schneller sind jetzt wirklich keine neuen Gedanken,
      es ist Status Quo seit der Industrialisierung.
  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Gute Idee, aber aus pragmatischer Sicht wäre eine eine Koppelung mit dem Personenverkehr der Zukunft, z.B. in hoch Geschwindigkeit Kapseln oder ähnlich begrüssenswert.
    Zumindest sollten solche Möglichkeiten einer zukünftigen Anpassung mit einbezogen werden. Alleine zur Verhinderung, das die CH durch privat Firmen in Zukunft zu einem Maulwurf-Haufen verschiedener Transportzwecke wird.
  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Da liegen SVP und FDP falsch! Gerade so ein Projekt müsste der Staat bauen. Seit der Fertigstellung der Neat gibt es in der Schweiz kein Grossprojekt mehr, welches durch den Staat angetrieben wird. Wir schweben einfach so, Ambitionslos vor uns her. Dieses Projekt wäre ein gutes Leuchtturmprojekt für die Schweiz. Und es schafft eine gute Infrastruktur damit unsere Wirtschaft effizient und konkurrenzfähig arbeiten und produzieren kann. Wieso nicht? Wir geben Geld viel dümmer aus (Kampfjets)