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Gigathlon hofft auf Goodwill der Athletinnen und Athleten
Aus Espresso vom 03.07.2020.
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Startgeld gibt’s nicht zurück Gigathlon hofft auf Goodwill der Athletinnen und Athleten

Mit der kostenlosen Teilnahme am nächsten und damit letzten Gigathlon will der Veranstalter bei den Sportlern punkten.

Es hätte so schön werden können: Am ersten Juli-Wochenende hätten in St. Gallen hunderte Athletinnen und Athleten den Gigathlon absolviert. Schwimmen, Rennen, Velofahren, Inlineskaten – jeweils über viele Kilometer und unter unterschiedlichen Bedingungen. Mehr als 1500 Personen waren bereits angemeldet. Doch wie alle Grossanlässe kann auch der Gigathlon dieses Jahr nicht stattfinden.

Startgeld gibt’s nicht zurück

Mitte Mai teilten die Verantwortlichen den Angemeldeten mit, man könne den Anlass aufgrund des Veranstaltungs-Verbots für Events mit mehr als 1000 Personen nicht durchführen. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wie es weitergehen werde.

Klar war nur: «Wir sind […] nicht in der Lage, dir dein Startgeld zurückzahlen zu können! Im Gigathlon-Reglement gibt es dazu eine klare Regelung.» Begründet wurde das unter anderem mit bereits hohen Ausgaben für die Organisation des Anlasses und negativen Ergebnissen in den Vorjahren.

Frust bei Teilnehmenden

Nicht nur bei den Organisatoren, auch beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» meldeten sich daraufhin Betroffene, die sich über diese Absage ärgerten. Insbesondere, dass die Rückerstattung kategorisch ausgeschlossen wurde, sorgte für Unverständnis: «Bei uns geht es um fast 1800 Franken», sagt etwa ein Teilnehmer, der sich zusammen mit Freunden als Fünfer-Team angemeldet hat. Bei Einzel-Teilnehmern beläuft sich das Startgeld gar auf fast 700 Franken pro Person.

Er habe Verständnis für die schwierige Situation, in der sich der Veranstalter befinde, sagt der Betroffene. «Aber ich bin nicht gewillt, ein Defizit aus den letzten Jahren mitzutragen.» Ihn ärgert besonders, dass keine andere Lösung präsentiert wurde.

«Wir haben nicht genügend Bargeld»

Manuel Wirz, Geschäftsführer des Veranstalters Invents.ch, sagt, er könne die Enttäuschung nachvollziehen. «Wir haben aber schlicht zu wenig Bargeld, um die Startgelder zurückzubezahlen.»

Invents.ch organisiere noch weitere Sportanlässe und um die laufenden Kosten decken zu können, sei man auf regelmässige Anmeldungen angewiesen. «Nun haben wir aber wegen der Corona-Situation seit Anfang März keine Anmeldung mehr erhalten.» Gleichzeitig seien die Vorbereitungen für den Gigathlon schon seit Monaten im Gang gewesen und ein Grossteil der bereits verbuchten Startgelder sei aufgebraucht.

Gigathlon 2022 wird der letzte sein

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Der Schweizer Gigathlon hat eine lange Tradition: Seit mehr als 20 Jahren findet der Anlass jedes Mal an einem anderen Ort statt. Nun ist klar: Die Geschichte geht 2022 zu Ende. Der Veranstalter Invents.ch sagt gegenüber SRF, man habe entschieden, nur noch eine einzige Ausgabe durchzuführen – danach ist Schluss. Aufgrund von Kurzarbeit und Abgängen im Zusammenhang mit der Corona-Krise habe man keine Kapazität, den Anlass bereits auf das Jahr 2021 hin zu organisieren. Wer für den abgesagten Gigathlon 2020 angemeldet gewesen war und bereits Startgeld bezahlt hat, soll am Gigathlon 2022 kostenlos teilnehmen können (siehe Artikel). Der Austragungsort ist noch offen. Man wolle aber zurück zum Ursprung des Gigathlons. Der erste Gigathlon 1998 führte die Teilnehmenden vom Bergell nach Zürich.

«Gebt uns eine Chance»

Auf den Hinweis, dass es nicht ideal war, eine Rückerstattung kategorisch auszuschliessen, ohne gleichzeitig eine Lösung zu präsentieren, sagt Wirz: «Wir wussten damals schlicht noch nicht, wie es weitergehen soll.»

Nun sei man aber einen Schritt weiter. Man habe entschieden, den Gigathlon noch ein einziges Mal durchzuführen (siehe Box). Alle, die für den Anlass 2020 angemeldet gewesen seien, sollen an diesem letzten Gigathlon teilnehmen können, ohne noch einmal bezahlen zu müssen. «Gebt uns eine Chance», so Wirz’ Bitte an enttäuschte Sportlerinnen und Sportler. «Schaut doch, ob das eine valable Alternative ist für das, was euch dieses Jahr in St. Gallen entgeht.»

Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus:

Espresso, 03.07.20, 08:13 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Es wird sicher für viele von Sport Events und Openair Festivals das aus sein, aber dass Leben geht auch so weiter.
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    1. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      Locker verfasster Kommentar eines wohl nicht direkt Betroffenen. Neben viel Herzblut und Leidenschaft von Veranstaltern und Besuchern/Sportlern hängen an diesen Events auch "ein paar" Arbeitsplätze. Ich hätte meinen untenstehenden Kommentar wohl mit dem Vermerk verfassen sollen, dass er ironisch gemeint ist. Mir fällt immer wieder auf, dass Sport und Populärkultur nur für relevant gesehen wird, wenn es Erfolge (mit) zu feiern gilt. Und auch in Coronazeiten gibt es ein Leben neben der Arbeit.
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Da könnte man meine das Fairness im Sport auch für die Organisatoren gilt, aber die tun lieber Abzocke. Auch hier wäre es notwendig das einer Anzeige wegen Betrug gemacht wird. An beste eine Sammelklage. Damit die verantwortliche bemerken daß so was nicht drin liegt.
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  • Kommentar von Felix Bosshardt  (fbosshardt)
    Der Sachverhalt ist ähnlich wie bei vielen à Konto Zahlungen wie z.B. Möbelkauf. Der Kunde wird zum Kreditgeber, also zur Bank. Die Anzahlung ist wertlos wenn in der Zeit bis zur Leistungserbringung der Verkäufer illiquid wird. Nur in der Eventbranche und ausnahmslos in der AVIATIK, wird er Kunde mit dem Vollpreis zum Kreditgeber, also zur Bank (missbraucht?). Müsste dieses Kunden-Risiko nicht zwangsversichert werden vom Anbieter, ähnlich der Betriebshaftpflicht?
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    1. Antwort von Ekkehard Spilling  (Elling)
      Wenigstens ein konstruktiver Kommentar, vielen Dank. Ja, es ist erstaunlich, wie allzu leicht sich unternehmerische Risiken auf die Kunden abwälzen lassen. Vielleicht wird man in Restaurants demnächst auch nur noch gegen Vorauszahlung bedient (oder auch nicht, wenn der Koch krank wird).
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