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Öffnen trotz steigender Fallzahlen – die epidemiologische Sicht
Aus Tagesschau vom 14.04.2021.
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Steigende Fallzahlen Ist das der richtige Moment zum Lockern?

Obwohl Fallzahlen und Hospitalisierte steigen, hat der Bundesrat Lockerungen der Corona-Massnahmen beschlossen. Ab dem 19. April dürfen Restaurants auf ihren Terrassen wieder Gäste bewirten und Veranstaltungen mit Publikum sind wieder erlaubt. Auch Sport- und Fitnesscenter dürfen öffnen. Die Öffnungsschritte seien gewagt, sagt SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis. Allerdings könnten die Bedingungen zum Öffnen einen massiven Anstieg der Fallzahlen verhindern.

Daniel Theis

Daniel Theis

SRF-Wissenschaftsredaktor

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Daniel Theis ist promovierter Atmosphärenchemiker und Mikrobiologe. Seine Spezialgebiete sind Energiethemen, Mobilität und technische Entwicklungen. Er arbeitet seit 2013 in der SRF-Wissenschaftsredaktion.

SRF News: Kürzlich war zu lesen, dass man sich draussen kaum ansteckt. Ist es also ein logischer Schritt, Bars und Restaurants im Aussenbereich wieder zu öffnen?

Daniel Theis: Dass sich die Menschen vor allem drinnen anstecken und nicht draussen, ist nicht neu. Nach wie vor ist es aber schwierig bis unmöglich herauszufinden, wer sich wo genau ansteckt. Aber ja, die Öffnung der Terrassen halten viele Experten für vertretbar.

Beim Reden besteht ein Ansteckungsrisiko, auch draussen.

Dass sich auf Restaurantterrassen und in Gartenbeizen niemand ansteckt, das scheint jedoch auch illusorisch. Es sind wichtige soziale Treffpunkte, wo man hingeht, um miteinander zu reden und nicht, um sich anzuschweigen. Und beim Reden – je lauter und angeregter gesprochen wird, vielleicht ist auch noch Alkohol im Spiel – besteht ein Risiko, dass infizierte Personen andere anstecken, auch draussen.

Ansteckungen gibt es also vor allem in Innenräumen. Was ist davon zu halten, dass künftig wieder Veranstaltungen in Lokalen mit bis zu 50 Personen zugelassen werden?

Es sind gewagte Schritte. Vor allem die Veranstaltungen mit grösserem Publikum sind ein Risiko. Der Kniff aber, dass dort nicht konsumiert werden darf und eine Maskenpflicht herrscht, könnte funktionieren – und neue Ansteckungen bei Veranstaltungen in Grenzen halten. Das andere sind die Fitnesszentren. Dort darf man die Maske teilweise abnehmen und setzt stattdessen auf Abstand. Entscheidend sind gute Lüftungen.

Die Zahl der Angesteckten ist im Vergleich zur Vorwoche stark gestiegen. Ist das der richtige Zeitpunkt zum Lockern?

Der Bund argumentiert damit, dass die Zahl der Hospitalisierungen nicht parallel läuft zu den Ansteckungen. Das ist richtig – und auch etwas Entscheidendes in der jetzigen Phase. Auch sterben nicht mehr so viele Menschen wie noch kürzlich, im Moment bei den über 65-Jährigen sogar weniger als im langjährigen Durchschnitt.

Je mehr Menschen sich anstecken, desto mehr Langzeitbetroffene gibt es auch.

Trotzdem: Es kann durchaus auch schiefgehen. In den Spitälern sind immer mehr Menschen mittleren Alters und auch jüngere, das kann auch jemand in den 20ern treffen. Und je mehr Menschen sich anstecken, desto mehr Langzeitbetroffene gibt es auch.

Das Gespräch führte Danièle Hubacher.

Quelle: Bundesrat, 14.04.2021Das hat der Bundesrat am 14. April beschlossenPrivate Treffen drinnen mit maximal 10 PersonenGeschlossen:Restaurants und Bars (drinnen), Discos, Tanzlokale, Wellness-/Freizeitbäder (drinnen)Homeoffice-PflichtAusgedehnte MaskenpflichtPräsenzunterricht an Hochschulen wieder möglich.Maximal 50 Personen. Gilt für Hochschulen undErwachsenenbildung.Wettkämpfe im Amateursport mit max. 15 Personen.Gilt nur für Sportarten ohne Körperkontakt.Regeln für Sport und Kultur (mit Ausnahmen für unter 20-Jährige)20Empfehlung: Lassen Sie sich testen! Lockerungen ab dem 19. AprilWeiterhin giltWieder geöffnet:• Restaurants und Bars draussen• Freizeit- und Kulturbetriebe (auch drinnen)• Sportanlagen (auch drinnen)Veranstaltungen wieder möglich:• Generell maximal 15 Personen• Mit Publikum drinnen:Maximal 50 Personen resp. 1/3 der Kapazität• Mit Publikum draussen:Maximal 100 Personen resp. 1/3 der Kapazität

Info3, 14.4.2021, 17 Uhr;

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67 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Geissbühler  (WG)
    Es gibt keinen ersichtlichen Grund, wieso die Hallenschwimmbäder geschlossen bleiben. Man hätte nämlich die Anzahl der Eintritte auf 2 oder 3 Personen pro Bahn limitieren können und zeitlich begrenzen, z.B. 2 Std. Die Duschen schliessen und die Garderoben gut durchlüften. Im Schwimmbad mit dem Chlor ist eine Ansteckung praktisch ausgeschlossen. Also wieso nun Kinder, Jugendliche und Erwachsene nicht ins Schwimmbad gehen können, ist völlig unüberlegt, unverhältnismässig und dumm.
  • Kommentar von Bernhard Meile  (Augenzwinkerer)
    Inzwischen ist hinlänglich bewiesen, dass über 90 Prozent der Ansteckungen in Innenräumen stattfinden. Umso weniger kann ich die Öffnung von Fitnesscenters oder Kinos verstehen. Die Aerosole schweben stundenlang in Räumen. Auch die Forderung nach vollständiger Öffnung der Restaurants ist unter diesem Aspekt unverständlich. Bis nicht die Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist, sind diese Lockerungen falsch. Viel Glück!
  • Kommentar von Hanspeter Michel  (9malklug)
    "Öffnen trotz steigender Fallzahlen": Kunststück, wenn sich Millionen von Menschen mit sogenannten Gratistests eindecken und bei jeder erdenklichen Gelegenheit testen! Wir könnten die Schweiz auch auf Darmparasiten durchtesten - und fänden ganz gewiss eine hohe Zahl unentdeckter Betroffener. Nackte Fallzahlen (warum nennen wir sie nicht bloss positive Testergebnisse?) sind so aussagekräftig wie die Warnung "Achtung!" an alle Bergsteiger.
    1. Antwort von Helen Gersbach  (Soliris)
      Bitte beachten Sie die steigenden Hospitalisationen. Das scheint mir einer der verlässlichsten Barometer zur Einschätzung der Lage zu sein.
      Diese steigen seit zwei Wochen wieder kontinuierlich.