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Steuerausgaben im Vergleich Wofür geben Schweizer Städte ihr Geld aus?

Was ist die Kulturhauptstadt der Schweiz? Rein finanziell betrachtet muss es Genf sein. Die Stadt gab von 2010 bis 2016 im Schnitt 22 Prozent mehr für «Kultur, Sport, Freizeit und Kirche» aus als die fünf grössten Städte der Schweiz im Durchschnitt (Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Bern).

Rund 620 Millionen Franken haben der Kanton Genf und seine Gemeinden im Jahr 2016 für diesen Punkt ausgegeben. Auf diese Zahl kommt man, wenn man die Zahlen der Eidgenössischen Finanzverwaltung, Link öffnet in einem neuen Fenster EFV analysiert. Zum Vergleich: Der Kanton Bern und seine Gemeinden gaben im selben Jahr netto gut 400 Millionen für diesen Bereich aus – bei doppelt so vielen Einwohnern.

Wie die Zahlen berechnet wurden

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Gemeinden, Kantone und Bund weisen ihre Einnahmen und Ausgaben in der sogenannten «funktionalen Gliederung» aus. Für jeden Punkt der Gliederung (z.B. Bildung, Gesundheit) haben wir die Nettoausgaben der Jahre 2010-2016 berechnet, indem wir von den ordentlichen Ausgaben die ordentlichen Einnahmen abgezogen haben. Um herauszufinden, wie viel Steuergeld an die Wohngemeinde bzw. an den Wohnkanton gehen haben wir die Steuerfüsse der Gemeinden, Link öffnet in einem neuen Fenster berücksichtigt. Um die Höhe der Steuer auszurechnen, sind wir vom Modell «Ledig mit Brutto-Einkommen CHF 100’000» der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Link öffnet in einem neuen Fenster ausgegangen. Die ganze Methodik zur Analyse finden Sie auf unserer Github-Seite, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Wenn man Städte miteinander vergleichen will, ist es wichtig, nicht nur die Gemeindeausgaben, sondern auch die Kantonsausgaben zu berücksichtigen. Wie viel Steuergeld an die Gemeinde geht und wie viel an den Kanton, ist sehr unterschiedlich. Extremes Beispiel: die Stadt Basel. Sie kennt gar keine Gemeindesteuer. Der Kanton Basel-Stadt erhält die ganzen Steuereinnahmen, Gemeinde und Kanton teilen sich eine Verwaltung.

Einer statt zwei Verwaltungsapparate – das macht sich in den Ausgaben bemerkbar: Von der Steuer, die jemand in der Stadt Basel zahlt, fliesst fast halb so viel in den Bereich «Allgemeine Verwaltung» wie in den anderen Grossstädten.

Überdurchschnittlich hoch sind dafür die Ausgaben im Bereich «Gesundheit». Sven Michal, Generalsekretär des Finanzdepartements Basel-Stadt weist auf Anfrage von SRF darauf hin, dass die Daten der funktionalen Gliederung keine exakte Wissenschaft seien, da es für die Behörden nicht immer ganz einfach sei, eine Aufgabe eindeutig einem der Bereiche zuzuordnen. «Es ist aber plausibel, dass der Kanton Basel-Stadt relativ hohe Ausgaben im Bereich Gesundheit tätigt. Er übernimmt erstens als Trägerkanton der Universität Basel hohe Kosten in diesem Bereich. Medizin, Pharmazie und Biotechnologie sind wichtige Schwerpunkte der Universität. Zweitens leistet er auch namhafte Beiträge ans Universitätsspital für ‹gemeinwirtschaftliche Leistungen im Bereich Lehre und Forschung›.»

Interessant ist in diesem Kontext der Vergleich mit Graubünden. Der Kanton hat nur unwesentlich mehr Einwohner als Basel-Stadt, ist aber flächenmässig der Grösste der Schweiz. Von der Steuer eines Churer Stadtbewohners geht deshalb deutlich mehr Geld in den Bereich «Verkehr und Nachrichtenübermittlung» als bei anderen Städten.

Wie sicher die Stadt Luzern ist, müssen andere Daten aufzeigen. Was aber sicher ist: Luzern gibt 16 Prozent weniger als andere Städte vergleichbarer Grösse für «Sicherheit und Verteidigung» aus.

Grund dafür könnte sein, dass im Jahr 2010 die Luzerner Stadt- und Kantonspolizei fusioniert wurde.

Die Gemeinde Ihrer Wahl im Detail

Wie viel gibt Ihre Wohngemeinde für die verschiedenen Bereiche aus? Geben Sie in folgendem Artikel Ihren Wohnort ein und finden Sie heraus, was mit Ihren Steuern geschieht:

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