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Leere Lokale und Strassen in Zürich und Lugano
Aus Echo der Zeit vom 15.03.2020.
abspielen. Laufzeit 06:39 Minuten.
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Stimmungsbericht aus Lugano Viele Tessiner hätten sich früher Massnahmen gewünscht

Im Tessin hat fast alles zu, ausser Einkaufsläden, Apotheken oder Tankstellen. Wie gehen die Menschen damit um?

Am Samstag hat die Tessiner Regierung beschlossen, alle öffentlichen Einrichtungen zu schliessen – ausser die lebensnotwendigen Einkaufsläden Apotheken und Tankstellen.

Geschäfte liefern vermehrt aus

Auch Messen finden im ganzen Kanton keine mehr statt. Das gab es in der Geschichte der Diozöse Lugano noch nie. Wer will, kann in den offenen Kirchen beten. Wie diese Frau, die sagt: «Wenn ich mir vorstelle wie viele andere Krankheiten es gibt, macht mir dieses Virus keine Angst. Sowieso sind nicht wir es, die über uns entscheiden. Ich habe keine Angst.»

Leere Kirche. Nur ein Pfarrer sitzt in einer Reihe und blickt zu Boden.
Legende: Gottesdienste finden nur noch hinter verschlossenen Türen statt. Sie werden per Radio- und Video-Streaming übertragen, wie hier in Lugano. Keystone

Vor dem Traditionslokal Gabbani steht Co-Geschäftsführer Franceso Gabbani. «Wir wissen noch nicht, was das alles für uns heisst. Seit ein paar Tagen kommen die Leute sowieso nicht mehr zu Fuss in die Innenstadt einkaufen, wir versuchen möglichst viel nach Hause zu liefern. Wir stellen ihnen die Ware vor die Haustür.»

Das alles kommt viel zu spät. Wenn schon schliessen, dann früher. Jetzt ist das Virus voll da.
Autor: Bürgerin aus dem Tessin

Haus- bzw. Online-Lieferdienste sind ein kleiner Lichtblick für Geschäfte. Den hat die Frau, die heute noch die Bar putzt, nicht. «Das alles kommt viel zu spät. Wenn schon schliessen, dann früher. Jetzt ist das Virus voll da. Wir müssen schliessen und die Kosten hier laufen weiter.»

Wenn wir uns vernünftig verhalten, werden wir das alle gemeinsam schon meistern.
Autor: Bürger aus dem Tessin

Breite Verunsicherung

Auf der ausgestorbenen Piazza Rifiorma sitzt ein Mann an einem leeren Tisch und liest die Zeitung. «Man muss sich an die Situation anpassen. Aber ich finde schon, diese Massnahmen kommen zu spät.» Die Verunsicherung ist riesig. Weil niemand weiss, wie lange dieser Zustand dauert. Die Angst – auch die vor einer Wirtschaftskrise – wächst bei vielen Menschen.

Nicht so bei diesem 75-jährigen Mann: «Ich spaziere, das ist gut für die Gesundheit. Ich gehe einfach nicht dorthin, wo es viele Menschen hat. Wenn wir uns vernünftig verhalten, werden wir das alle gemeinsam schon meistern.»

SRF 4 News, 15.03.2020, 5 Uhr; bers

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Aus Erfahrungen lernen. Jede Epidemie, jede Katastrophe, entwickelt sich unterschiedlich.
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  • Kommentar von Silke Döding  (Nordlicht)
    Mache ich mich unbeliebt, wenn ich sage, dass ein jeder sich selbst an die Nase fassen darf? Warum „warten“ wir auf Beschlüsse und Verordnungen von „oben“. Ein jeder hat von Beginn gewusst, dass es sich wie Grippe mit Tröpfchen überträgt....warum ging dann zuerst das Leben weiter, als wäre es nichts? Nein, Lehre sollte sein, das ernster zu nehmen was man weiss, anstatt zuzuwarten bis andere für einen Entscheidungen abnehmen.
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    1. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Stopp, halt! NICHT ins Gesicht fassen!
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    2. Antwort von marc rist  (mcrist)
      So weit korrekt. Bloss, weshalb leisten wir uns dann noch so etwas wie eine Regierung?
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    3. Antwort von lorenz Bertsche  (lorenz.bertsche)
      ich verstehe die tessiner schon. der einzelne bürger konnte ja die grenzen zu italien nicht schliessen die gränzgänger konnten so zu tausenden jeden tag in und aus der schweiz fahren. dies war vermutlich der fehler der regierenden. aber aus fehler kann man ja auch lernen. vielleicht hat das ganze auch für die zukunft etwas positives z.b. man kann die grenze wieder selbst kontrolliern, eigenversorgung, nicht noch mehr vom ausland abhängig machen. einwohnerzahl in gesunden grenzen halten usw.
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  • Kommentar von Lothar Drack  (samSok)
    Seit Wochen wundert mich die genaue Kenntnis der „Restschweizer“ über die Verhältnisse im Tessin, insbesondere die Pendler aus Italien und die Dringlichkeit einer Grenzschliessung. Niemanden kümmert die Tatsache, dass die Fallzahlen im Einzugsgebiet der Grenzgänger kleiner waren/sind, als jene im Tessin. „Wir“ sind gefährlicher!

    Man könnte höchstens die Übergänge schliessen, für die Grenze bräuchte es eine Mobilmachung: die Grenze, das ist alle paar dutzend Meter ein Stein in der Landschaft!
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    1. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Alle sprechen von den 70‘000, eigentlich 68‘000 Grenzgängern, schon vor mehr als einer Woche um 40‘000 geschrumpft. Jene 3‘800, die im Gesundheitssektor arbeiten, kommen hoffentlich weiterhin.

      Niemand hat aber je über die Grenzgänger von Genf geschrieben. 100‘000 sind es! Genf, eine kleine Fläche mit knapp einer halben Million Einwohnern. Und jeden Tag 100‘000 dazu. Ganz ähnlich Basel. Man spricht aber immer nur die Tessiner Verhältnisse, nicht nur jetzt in der Corona-Krise! Warum nur?
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    2. Antwort von Ernst von Allmen  (MEVA)
      Herr Drack
      Es gab schon vor einigen Tagen, Aufforderungen den Grenzverkehr in Genf und im VD zu verkleinern. Es wäre auch möglich gewesen, dass Gesundheits Personal, soweit wie möglich, in der Schweiz unterzubringen.
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    3. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Ergänzend, Herr von Allmen, da ich mit halbem Ohr der Pressekonferenz des Bundesrates folge: Aus F kommen tagtäglich 30‘000 Personen, die im CH Gesundheitswesen, von Genf bis Basel, arbeiten (BR Berset)! Aus I kommen 3800 Personen für das Tessiner Gesundheitswesen. Sie haben wohl eher an diese kleinere Zahl gedacht?
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    4. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Ergänzend, Herr von Allmen, da ich mit halbem Ohr der Pressekonferenz des Bundesrates folge: Aus F kommen tagtäglich 30‘000 Personen, die im CH Gesundheitswesen, von Genf bis Basel, arbeiten (BR Berset)! Aus I kommen 3800 Personen für das Tessiner Gesundheitswesen. Sie haben wohl eher an diese kleinere Zahl gedacht?
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