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Streit um Streik Tamedia: Lohnkürzungen für «Le Matin»-Streikende

Mehrere hundert Franken pro Mitarbeiter: Tamedia hat Westschweizer Streikenden den Lohn um 2,5 Arbeitstage gekürzt.

Legende: Video Lohnkürzungen für «Le Matin»-Streikende abspielen. Laufzeit 04:39 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.09.2018.

Von den Sanktionen betroffen sind laut Tamedia-Insider rund 100 Tamedia-Mitarbeiter in der Westschweiz. All jene, die sich Anfang Juli am «Le Matin»-Streik beteiligt haben, erhielten 2,5 Arbeitstage weniger Lohn – der Lohnabzug von Tamedia beträgt pro Mitarbeiter mehrere hundert Franken, wie mehrere Quellen gegenüber SRF bestätigen.

Frau neben Tamedia-Logo stehend. Sie hält ein Plakat in den Händen.
Legende: Tamedia erachtet den «Le Matin»-Streik als illegal. Keystone

Den Lohnabzug machte Tamedia selbst bei streikenden Mitarbeitern, die das Unternehmen wegen der Einstellung der Tageszeitung «Le Matin» entlassen hat.

Tamedia: «Lohnabzug wegen illegalem Streik»

Kommunikationschef Patrick Matthey nennt keine Zahlen, bestätigt aber die Lohnabzüge im Interview mit «Schweiz aktuell». Die Begründung des Tamedia-Konzerns: «Wir haben die Lohnabzüge gemacht, weil der Streik illegal ist. Das hat der Tamedia-Verleger immer gesagt.»

«Tamedia muss Sanktionen zurücknehmen»

Am Mittwochnachmittag werden sich Tamedia und Personalvertreter im schwelenden Arbeitskonflikt erneut zu Gesprächen vor der Schlichtungsstelle des Kantons Waadt treffen. Die Personalvertreter haben eine klare Forderung an den Zürcher Konzern.

Antoine Grosjean, Mitglied der Redaktionskommission: «Wir verlangen von Tamedia, dass sie die Sanktionen mit Lohnkürzungen zurücknimmt. Tamedia sagte uns zum Streik-Ende, es gebe keine Sanktionen gegen die Streikenden.»

Nebst den Sanktionen gegen die Streikenden wird an der morgigen Schlichtungsverhandlung auch über einen Sozialplan für die Entlassenen von «Le Matin» diskutiert.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Gewerkschaftsmitglieder erhalten für solche Fälle in der Regel ein Streikgeld ausbezahlt... also, wo genau liegt das Problem - etwa in der fehlenden Mitgliedschaft?
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Für welche andere Berufgruppe würde in diesem Medium wegen ein paar 100 Fr Einbusse verursacht durch eigene Handlungen derart prominent Top-News Artikel geschaltet werden? Wohl kaum für Bauern, Bauarbeiter, einfache Angestellte, Verkäufer, usw. Wohl schon, wenn Gewerkschaften "im Namen" solcher Berufsgruppen sich der Medien bedienen, dabei geht es aber weit mehr Profilierungsaktion der Funktionäre, da sind Anliegen der Angestellten nur willkommenes Mittel zum Zweck.
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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Ich bin auch kein Fan vom Tamedia Einheitsbrei. Es dürfte aber allen klar sein, dass ein Arbeitgeber seinen Angestellten nur für seine Arbeit bezahlt - nicht jedoch fürs nicht arbeiten oder für Streiks während der Arbeitszeit. Es steht den Streikenden frei, für diese Zeit Überstunden zu kompensieren oder Ferien zu beziehen. Alles Andere ist nicht korrekt. Oder bezahlen sie ihre Putzfrau, wenn diese nicht gearbeitet hat?
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