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Studie zum Weltnichtrauchertag Schweiz schneidet im Kampf gegen Tabaksucht schlecht ab

  • Im Jahre 2025 werden 21 Prozent der über 15-jährigen Schweizer regelmässig zur Zigarette greifen. Das zeigt eine Hochrechnung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Im Jahr 2010 lag die Quote bei 25,8 Prozent.
  • Die Schweiz wird gemäss Angaben der WHO das Ziel, die Raucherraten von 2010 bis 2025 um 30 Prozent zu senken, nicht erreichen.
  • Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert die kantonalen Unterschiede beim Rauchverbot und bei den Auflagen für Tabakwerbung.
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Legende: Rauchen erfreut sich in der Schweiz nach wie vor grosser Beliebtheit. Keystone

Die Schweiz gehöre zwar zu den Unterzeichnern des WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakgebrauchs, dieses wurde aber noch nicht ratifiziert, schhreibt die WHO. Darüber hinaus hätten strengere Massnahmen im Kampf gegen Tabak bislang keine Mehrheit erhalten – selbst wenn die Bevölkerung sich in Umfragen für eine Verschärfung ausspreche.

Die WHO weist darauf hin, dass Tabak nicht nur Krebs verursacht, sondern buchstäblich Herzen bricht.
Autor: Tedros Adhanom GhebreyesusGeneraldirektor Weltgesundheitsorganisation WHO

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärt, die gegenwärtige Gesetzgebung in der Schweiz sowie der Entwurf des Bundesgesetzes über Tabakprodukte entsprächen nicht den Minimalanforderungen des WHO-Rahmenübereinkommens. Der Bundesrat hatte das Gesetz letzten Dezember in die Vernehmlassung geschickt.

WHO-Ziel wird auch weltweit verfehlt

Aber nicht nur die Schweiz steht schlecht da: Das erklärte Ziel, die Raucherraten weltweit von 2010 bis 2025 um 30 Prozent zu senken, werde wohl nicht erreicht. Das berichtet die WHO in ihrem Tabakbericht. Dieser wurde in Genf anlässlich des Weltnichtrauchertages vorgestellt.

«Die WHO weist darauf hin, dass Tabak nicht nur Krebs verursacht, sondern buchstäblich Herzen bricht», sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus dazu. Tabakkonsum sei nach Bluthochdruck der zweithäufigste Grund für Herzerkrankungen. E-Zigaretten enthielten zwar weniger Giftstoffe, könnten aber auch zu Herzkrankheiten beitragen, so die WHO.

E-Zigarette bringen trügerische Sicherheit

So verengten sich auch beim Konsum der E-Zigaretten beim Nutzer die Arterien. Der Herzschlag und Blutdruck steigen an. «Die Langzeitfolgen sind noch unbekannt, aber es wird davon ausgegangen, dass (E-Zigaretten) das Risiko für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenkrebs und möglicherweise Herzerkrankungen erhöhen», so die WHO.

Jedes Jahr sterben nach Schätzungen drei Millionen Menschen in Folge von Tabakkonsum an Herzerkrankungen. 2010 hätten noch rund 60 Prozent der Chinesen nicht gewusst, dass Rauchen Herzinfarkte verursachen kann.

Millionen sterben an der Tabaksucht

Weltweit rauchen rund 1,1 Milliarden Menschen, etwa so viele wie im Jahr 2000. Die Weltbevölkerung ist allerdings angewachsen, so dass der Anteil der Raucher weltweit in der Zeit von 27 auf 20 Prozent im Jahre 2016 sank. Sieben Millionen Menschen starben durch ihre Tabaksucht. Zu den 1,1 Milliarden Rauchern gesellen sich überdies weitere 370 Millionen Konsumenten rauchfreier Tabakprodukte.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Viel wichtiger als Verbote, wäre Einsicht, wie wohl es einem ist, wenn man von keiner „Droge“ abhängig ist! Es wäre besser, hier zu investieren. Aber ich glaube dass viele ihr Geschäft nicht aufgeben wollen. Anfällige auf Probe durch die Hölle gehen lassen, wäre vielleicht etwas!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Mit der ganzen Kampagne versucht man den Menschen beizubringen wie schlimm es ist wegen Zigaretten zu sterben. Keiner warnt uns aber davon, 100 jährig zu werden, im Alersheim dahin zu vegetieren, gehen zu wollen und nicht können. Ist eigentlich pervers! Wer die Krankheitskosten erwähnt müsste auch dick sein, gefährliche Sportarten und vor allem Drogen verbieten!
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Raucher verursachen jedes Jahr merhere Milliarden an Gesundheitskosten..
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Ich würde die Tabakprävention hierzulande sowieso nicht so hochdotieren. Erstens ist es offenbar wirkungslos, zweitens denke ich nicht, dass hier irgendeine Behörde allen Ernstes am Rückgang des Tabakkonsums interessiert ist. Es ist doch löblich, wenn schon 15jährige Raucher ihren gesellschaftlichen Beitrag durch das Sponsern unserer AHV leisten. Insbesondere jetzt, wenn die AHV in einer historischen Schieflage ist.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Die Tabakprävention hat sehr viel gebracht. Heute wird merklich weniger geraucht als noch vor 20 Jahren. Die SVP ist aber nicht gegen das Rauchen. Rutz ist Vorsitzender der Tabakhändler.
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