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Sturmschäden durch «Burglind» Rund eine Million Kubikmeter Fallholz in der Schweiz

Die anstehenden Räumungsarbeiten sind anspruchsvoll und sturmgeschädigte Waldgebiete ein grosser Gefahrenherd.

Legende: Video Waldschäden nach Sturm «Burglind» abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.01.2018.

Nachdem der Sturm «Burglind» über die Schweiz hinweggezogen ist, zeigen sich jetzt die erheblichen Schäden, vor allem in den Wäldern. Bei einem Augenschein im Wald bei Neuendorf im Kanton Solothurn zeigt sich, wie heftig der Sturm gewütet hat.

«Hier haben wir eine Fläche von 1,5 bis zwei Hektaren. In unserem Forstrevier sind vier bis fünf solcher Flächen von Sturmschäden betroffen. Wir rechnen hier mit etwa 10 bis 15'000 Kubikmetern Fallholz», sagt Walter Brönnimann, Revierförster im Forst Mittleres Gäu. Im ganzen Kanton Solothurn wird die Schadenmenge auf bis zu 100'000 Kubikmeter Fallholz geschätzt.

Luftaufnahme von einem Waldstück mit umgestürzten Bäumen.
Legende: Der Sturm «Burglind» hat in der Schweiz rund eine Million Kubikmeter Holz umgeworfen. SRF

Mehr Fallholz als erwartet

Auch der Verband der Schweizer Waldeigentümer hat seine Schätzungen über die Sturmschäden nach oben korrigiert. Er rechnet mit einer Menge von rund einer Million Kubikmeter Fallholz in der ganzen Schweiz.

«Wenn wir von einer Million Kubikmeter sprechen, ist das etwa ein Sechstel von dem, was seinerzeit der Sturm «Lothar» umgeworfen hat. Und etwa ein Fünftel, was in der Schweiz normalerweise in einem Jahr genutzt wird», erklärt Markus Brunner, Direktor des Verbands WaldSchweiz.

Gefährliche Schadengebiete

In betroffenen Waldstücken dürfen sich zurzeit nur Forst-Experten aufhalten. Für Spaziergänger und Jogger ist die Situation äusserst gefährlich. Von gefallenen Bäumen eingeklemmte Jungbäume stünden unter hoher Spannung und könnten sich bei einer Berührung lösen und einen Menschen schwer verletzen oder töten, sagt Brunner.

Auch Revierförster Brönnimann ist die Warnung vor den aktuellen Gefahren im Wald ein Anliegen: «Der Boden ist nass und die Bäume können sich bewegen. Da hat man keine Chance, wegzukommen.»

Die Räumungsarbeiten sind darum auch für die Forst-Fachleute anspruchsvoll und wird voraussichtlich Monate dauern. In dieser Zeit sollten Spaziergänger die sturmgeschädigten Wälder meiden.

Rund gebogene Jungbuche.
Legende: Eine eingeklemmte Jungbuche kann zur tödlichen Gefahr werden. SRF

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Damit könnte man super Papierhandtücher machen und den ganzen Dyson Plastikmüll entsorgen!
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  • Kommentar von Nic Grund (Gruendeli)
    Die Bilder zeigen keinen Wald, sondern Plantagen schnell wachsender Weichhölzer, zB Rottannen. In der Schweiz gibt es leider keinen altgewachsenen, sturmresistenten Wald mehr, einer völlig fehlgeleiteten Forstpolitik sei Dank.
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    1. Antwort von Paul Grunder (Zimmermeister)
      Ja, hohe schlanke Fichten mit zu kleinen Abständen, bis auf die Krone ausgelichtet, Flachwurzler mit riesigem Hebelarm und äusseren Anzeichen von inneren Krankeiten. Leider lassen sich die Fehler nur ca alle 70 bis 100 Jahre korrigieren. Aber, da keine Kahlschläge erlaubt sind, wird der Waldboden jedes Jahr aufs neue durch schwere Fahrzeuge geschädigt und Jungbäume in in die Lücken gesetzt. Wenn ich die Fäll- und Lagerschäden sehe, die so entstehen, zweifle auch ich an der Forst-"Politik"
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    2. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Sag ich schon lange: die Schweizer wollen überall ihre Fiunger drin haben und "Kontrolle" ausüben. Wir Bürger kennen das ja, aber die machen auch bei der Natur und den Tieren nicht halt. Dabei bräuchte der Wald eigentlich kaum "Pflege", liesse man ihn nur mal in Ruhe. Das selbe gilt auch für uns Bewohner, aber das ist ein anderes Thema.
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Stimmt! Aber dass man aus ehem. Urwäldern gerodet & diese Monokulturen angelegt hat, war weniger fehlgeleitete Forstpolitik, sondern sie diente der Holzgewinnung & damit eben auch dem Wirtschaftswachstum. Das rächt sich jetzt.
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