Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Reaktionen auf die Delegiertenversammlung der SVP
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 07.07.2021.
abspielen. Laufzeit 07:59 Minuten.
Inhalt

SVP Kanton Bern SVP-Versammlung ohne Masken: Hat das Konsequenzen?

Die bernische SVP hielt eine Delegiertenversammlung mit über 400 Menschen ab – fast ohne Schutzmassnahmen.

Es stellen sich viele Fragen am Tag nach der Delegiertenversammlung der bernischen SVP. Weshalb führte die Partei eine Versammlung mit rund doppelt so vielen Personen wie angemeldet durch? Weshalb hielten sich die Mitglieder grösstenteils – und trotz einmaligem Aufruf während der Veranstaltung – nicht an die Maskenpflicht?

Das ist passiert

Box aufklappen Box zuklappen

Am Dienstagabend wurde mit Manfred Bühler ein neuer Präsident der SVP Kanton Bern gewählt. Coronaregeln wurden schlecht eingehalten.

Rund 160 Personen seien für diesen Anlass angemeldet gewesen, sagt der abgetretene Präsident Werner Salzmann: «Wir wurden völlig überrascht und wurden überrannt. Das macht mir Sorgen.» Der Saal in der Berner Gemeinde Belp war fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Weder die Kapazitätsobergrenze noch die Maskenpflicht wurde an der Delegiertenversammlung eingehalten. Und: Die Delegierten rundeten den Abend am Schluss mit einem gemeinsam vorgetragenen Lied ab. Aus voller Kehle wurde gesungen – trotz erhöhter Ansteckungsgefahr.

Weshalb sang man auch noch gemeinsam ein Lied zum Abschluss, obwohl Singen ein erhöhtes Risiko darstellt? Wer trägt dafür die Verantwortung? Und: Hat diese Geschichte ein Nachspiel? Fragen über Fragen.

Das sagt die SVP

«Wir waren erstaunt, dass trotz Ferien so viele Menschen kamen», sagt Aliki Panayides, die Geschäftsführerin der SVP Kanton Bern. Bei einer Präsidentenwahl könne man die Delegierten nicht von der Tür stehen lassen. Aber: «Wir haben versucht, im Raum möglichst viel Platz freizulassen und hatten auch durchgehend offene Fenster, um zu lüften.»

Dass die Maskenpflicht kaum eingehalten wurde, habe sie überrascht: «Ich hätte gedacht, die Leute tragen die Maske. Wahrscheinlich haben sie die Regeln mit denjenigen in Restaurants verwechselt, wo man die Maske ablegen darf. Und eine Mehrheit war sicher geimpft – da stellt sich momentan die Frage, ob es noch eine Maske braucht.»

Wir sind die Partei der Eigenverantwortung. Jeder muss selbst wissen, welchem Risiko er sich aussetzt.
Autor: Aliki Panayides Geschäftsführerin SVP Kanton Bern

Man habe versucht, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass eine Maskenpflicht gelte, sagt Panayides. Scheinbar ohne Erfolg. «Am Schluss gilt die Eigenverantwortung.»

Und weshalb wurde zum Schluss auch noch gemeinsam gesungen? «Wir haben unser Programm durchgezogen. Es war jeder und jedem selbst überlassen, den Saal zu verlassen, falls man sich nicht mehr wohlgefühlt hätte.»

Video
Die singenden Mitglieder der bernischen SVP
Aus News-Clip vom 07.07.2021.
abspielen

Das sagt die Gemeinde Belp

Man habe den Saal entsprechend nach den Wünschen der SVP für die Delegiertenversammlung vorbereitet, sagen die Verantwortlichen der Gemeinde Belp auf Anfrage des Regionaljournals Bern Freiburg Wallis von Radio SRF. 160 Stühle seien das gewesen, sagt die Gemeinde. Die SVP aber spricht von 200 Stühlen.

Kurz nach 20 Uhr traf bei der Gemeinde jedoch die Meldung ein, dass wegen des grossen Andrangs deutlich mehr Stühle benötigt würden. Die SVP wurde laut der Gemeinde auf die Einhaltung der geltenden BAG-Richtlinien aufmerksam gemacht.

Der betreffende Saal wird auch für Gemeindeversammlungen gebraucht. Wenn die Abstandsregeln eingehalten werden, passen rund 200 Personen in den Saal. Am Dienstagabend bei der SVP-Delegiertenversammlung waren es 426 Personen.

Das sagt der Regierungsstatthalter

Christoph Lerch, der Regierungsstatthalter von Bern-Mittelland, schliesst sich den Worten von Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg an: Er finde es auch nicht gut, wenn während Corona so viele Menschen in einem Saal ohne Maske zusammensitzen.

Legende: Bis fast auf den letzten Platz war der Saal voll. Keystone

Er sehe aber auch, dass die Organisatoren überwältigt worden seien. Trotzdem: «Das waren einfach zu viele Leute.» Die Veranstalter seien in diesem Fall verantwortlich.

Ohne Anzeige unternehmen wir nichts.
Autor: Christoph Lerch Regierungsstatthalter Bern-Mittelland

Falls eine Einzelperson nun eine Anzeige erstatte, werde die Sache überprüft und allfällige Beweise gesichert, Stellungnahmen eingeholt, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Falls es keine Anzeige gibt, passiere wohl nichts. Die Kantonspolizei schreibt auf Twitter: «Auch wir haben durch die Berichterstattung Kenntnis von dem Anlass genommen und nun entsprechende Abklärungen eingeleitet. Denen können wir hier aber nicht vorgreifen.»

Neuer Präsident gewählt

Box aufklappen Box zuklappen
Legende: Keystone

Die Delegierten in Belp gaben dem Bernjurassier Manfred Bühler den Vorzug gegenüber den Grossräten Samuel Krähenbühl und Thomas Knutti. Mit 211 Stimmen schaffte Bühler auf Anhieb das absolute Mehr. Auf Krähenbühl entfielen 112 Stimmen, auf Knutti 52.

Der 42-jährige Jurist Bühler möchte an der Spitze der bernischen SVP als Brückenbauer dienen und die Vormachtstellung der SVP als stärkste Partei des Kantons festigen. Bühler schaffte 2015 den Sprung in den Nationalrat. 2019 verpasste er die Wiederwahl.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 06:32 / 17: 30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

131 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von thorsten Koopmann  (Koopmann)
    Ich bin hoch erfreut die vielen Kommentare zu lesen, welche nach Low and Ordner und Gesetze gelten für alle verlangen. Ich hoffe, wenn sich die Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten das nächste Mal ziviler Ungehorsam, sprich Gesetzesverstösse leisten. Und dafür von Rot-Grün Applaus erhalten. Dann werden doch diese Kommentare bestimmt wieder zu lesen sein. Denn Gesetze sollen wirklich für alle gleich gelten.
  • Kommentar von Peter Meier  (peme)
    Wie weit geht das mit der Eigenverantwortung? Was machen die "Eigenverantwortlichen" wenn sie an Corona erkranken? Ich denke da zB an Marco Rima, der sich letzten Dezember an Corona erkrankte und sich zwei Wochen im Spital gesund pflegen lies..... ist das die viel zitierte Eigenverantwortung?
    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      P. Meier vielleicht machen sie eine schlechte Erfahrung, durch ungehorsam. Vielleicht haben sie genug Abwehrkräfte und sind auf niemanden Angewiesen, da sie selber sich gut erholen. Das ganze Leben ist doch so, oder so ein Risiko. Es werden ja nicht nur Corona Kranke gepflegt, auch solche die einen sofortigen Herzstillstand haben ohne Corona, Notfälle durch Unfall usw. Eigenverantwortliches Handeln entscheidet jeder für sich, Spruch: wer sich in die Gefahr begibt, kommt darin um, Risiko.
  • Kommentar von daniel wismer  (yakman)
    "Wir sind die Partei der Eigenverantwortung. Jeder muss selbst wissen, welchem Risiko er sich aussetzt." - gilt das jetzt für Kiffen auch.... ???