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Tempo 30 Abstimmungsplakate bremsen unbeabsichtigt Autos aus

Eigentlich will eine TCS-Initiative Tempo 30 im Baselbiet erschweren. Doch Plakate dafür bremsen moderne Autos ab.

Zum Verkehrshindernis wurde im Baselbiet ausgerechnet eine Initiative, die den Verkehr auf Hauptachsen flüssig halten will: Das Begehren aus TCS-Kreisen, über das am 8. März abgestimmt wird, verlangt vor einer Einführung von Tempo-30-Abschnitten auf Kantonsstrassen eine kommunale Abstimmung. Plakate dafür bremsen jedoch manche Autos ab, weil die Autosensoren die abgebildeten symbolischen 30-Schilder mit echten Verkehrsschildern verwechseln.

Plakate zur Kampagne für die Tempo 30-Initiative an der Medienkonferenz
Legende: Das Initiativkomitee zeigte Anfang Februar Plakate zu seiner Kampagne im regionalen TCS-Hauptquartier vor den Medien. SRF / Roger Lange

Täuschen lassen sich modernste Autos mit integrierten Assistenzsystemen, die je nach Einstellung automatisch die Geschwindigkeit anpassen. «Das ist grundsätzlich schon ein neuer Effekt mit modernen Fahrzeugen», sagt Christian Egeler, Leiter der Baselbieter Verkehrspolizei.

Seit etwa zwei Jahren seien solche Systeme auf dem Markt. Das Phänomen betreffe also noch nicht sehr viele Autos. Und verantwortlich bleibe immer die Person hinter dem Lenkrad, mahnt er.

Gefahr für die Verkehrssicherheit

Die Initiantinnen und Initianten waren überrascht von dieser Wirkung ihrer Plakate, über die zuerst die «Basler Zeitung» berichtet hatte. Schon bei früheren Kampagnen hätten sie verschiedene Verkehrsschilder dargestellt und nie habe das den Verkehr derart beeinflusst, erklärt Birgit Kron, die stellvertretende Geschäftsführerin der TCS-Sektion beider Basel. Die Ironie dieser Geschichte sei, dass die Leute so physisch spüren würden, wie Tempo 30 sich auswirken würde, sagt sie lachend.

Abstimmungsplakat für die Tempo 30-Initiative im Kanton Baselland
Legende: Mit solchen Abstimmungsplakaten wirbt das Komitee für die Tempo-30-Initiative im Kanton Baselland an Strassenrändern. Offenbar lesen manche Auto-Sensoren das Plakat wie ein Verkehrsschild. SRF / Benedikt Erni

Nicht zum Lachen findet das allerdings die Baselbieter Kantonspolizei, denn sie taxiert die Plakate mit Temposchildern als Gefahr für die Verkehrssicherheit. Die Plakate mit dem 30-Schild hängen nämlich nicht nur innerorts, wo Tempo 50 gilt, sondern auch an Strassenrändern ausserorts, wo man 80 Kilometer pro Stunde fahren darf. Automatisch heruntergebremst werde zwar nicht sehr schnell, sagt Egeler, aber ausserorts sei das doch ungewöhnlich.

Ausserorts Plakate runter statt Tempo

Als die Plakat-Bremseffekte auffielen, setzten sich Polizei und TCS an einen Tisch. Ergebnis: Das Komitee lässt prüfen, wo genau die 800 Abstimmungsplakate hängen, und jene an Ausserorts-Strecken müssen weg. «Wir hatten bisher noch keine Meldung über einen Unfall oder einen gefährlichen Vorfall deswegen bekommen», sagt Egeler. Die Massnahme geschehe «aus reiner Vorsicht».

Der Mensch erkenne diese Werbeplakate sofort, aber die Maschine offenbar nicht. Egeler will darum nun auch landesweit prüfen lassen, ob es noch genauere Vorschriften brauche. Das werde er beim nächsten Treffen der Schweizer Verkehrspolizeileitungen zur Sprache bringen.

Abstimmungsdossier

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Regional Diagonal, 14.2.2026, 12:03 Uhr ; 

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