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Terrassenknatsch: Sechs Kantone proben den Aufstand
Aus Tagesschau vom 25.02.2021.
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Terrassen in Skigebieten Offene Terrassen: Zentralschweiz gibt nicht auf

Eigentlich hat der Bund wiederholt klargemacht: Die Terrassen müssen schliessen. Aber die Zentralschweiz macht weiter.

Kleine Pause auf der Skipiste, beim Takeaway etwas zum Essen holen, sich dann auf der Terrasse verpflegen: Das erlauben die Kantone Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri, Glarus und Tessin in ihren Skigebieten – zum Teil schon seit Wochen.

Terrasse mit Abstand – im Obwaldner Skigebiet Melchsee-Frutt.
Legende: Terrasse mit Abstand – im Obwaldner Skigebiet Melchsee-Frutt. SRF

Die Ansage aus Bern ist allerdings klar: Die Terrassen müssen geschlossen werden. Wie bei allen anderen Takeaways ausserhalb der Skigebiete ist es verboten, Sitzplätze und Tische anzubieten. Nachdem der Bundesrat am Mittwoch das Verbot erneut bekräftigte, hat Graubünden nachgegeben und lässt die Terrassen bald schliessen.

Bündner Skiterrassen übers Wochenende wohl noch offen

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Eigentlich müssen die Bergbahnen ihre Terrassen vor den Bergrestaurants ab Freitag schliessen. Die Bündner Regierung hatte dies nach dem Entscheid vom Bundesrat vom Mittwoch so kommuniziert. Das gehe viel zu schnell, sagt Martin Hug von Bergbahnen Graubünden. Man wolle wie alle anderen Branchen die neuen Regeln erst ab Montag umsetzen. «Es ist unverhältnismässig, dass wir acht Wochen lang den Beweis erbracht haben, dass die koordinierten und gelenkten Take Aways eine sichere Sache sind, und nun innert eineinhalb Tage schliessen müssen», so Hug. Die Bergbahnen Graubünden werfen dem Bundesrat vor, er würde in dieser Sache die effektiven gesundheitlichen Aspekte zu wenig beachten. Zu Ungehorsam aufrufen wolle man aber nicht, ab Montag werden sich wohl auch die Bündner Bergbahnen an den Bundesratsentscheid halten.

Zwei Hauptargumente für die Terrassen

Noch nicht nachgeben wollen die anderen Kantone, allen voran die Zentralschweizer. Sie wollen sich weiter für die Terrassen wehren. Sie stellen sich einerseits auf den Standpunkt, dass die Bewilligungen für die Skigebiete Kantonssache seien, andererseits führen sie auch gesundheitliche Gründe ins Feld: Auf den Terrassen könne man besser gewährleisten, dass der Mindestabstand und die erlaubte Gruppengrösse eingehalten werde, sagt etwa die Nidwaldner Gesundheitsdirektorin Michèle Blöchliger.

Die betroffenen Kantone werden noch einmal das Gespräch mit Bundesrat Alain Berset suchen.
Autor: Guido GrafPräsident der Zentralschweizer Gesundheitsdirektorenkonferenz

Diese Argumente sind nicht neu. Die Kantone brachten sie bereits in der Vernehmlassung zu den Lockerungsmassnahmen ein, wurden aber vom Bundesrat nicht aufgenommen.

Trotzdem kommt jetzt ein weiterer Anlauf. Das habe sich an einem Treffen der Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren am Donnerstagmorgen herausgestellt, sagt der Präsident der Konferenz, der Luzerner Regierungsrat Guido Graf: «Die betroffenen Kantone werden noch einmal das Gespräch mit Bundesrat Alain Berset suchen.»

Tafel mit den Regeln für den Aufenthalt auf der Terrasse in der Melchsee-Frutt
Legende: Strenge Regeln gelten für den Aufenthalt auf der Terrasse des Bonistocks (Melchsee-Frutt). SRF

Dass der Terrassenstreit sich überhaupt so weiter in die Länge ziehen kann, hat auch mit der rechtlichen Ausgangslage zu tun. Der Bund hat nämlich gar keine Handhabe, die Kantone dazu zu zwingen, die Terrassen zu schliessen. Ist es aber nicht fragwürdig, wenn sich Kantone aktiv Bundesvorgaben widersetzen? Guido Graf weicht aus und sagt dazu nur: «Wir Zentralschweizer Gesundheitsdirektorinnen und - direktoren sind wirklich sehr interessiert an einer guten Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen.» Um dann noch anzufügen: «Wer weiss, vielleicht gibt es eine Lösung. Auf welche Seite auch immer.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 25.2.2021, 17:30 Uhr;

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117 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Blattner  (peter-blattner)
    Wie heisst es so schön:
    Der Klügere gibt nach und der ...!!!
    Ich frage mich, wo der BR seinen gesunden Menschenverstand gelassen hat.
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Die Querulanz muss Folgen haben. Der Bund muss im NAchgang der Krise gegen die Kantone rechtlich vorgehen. Entscheidungsträger müssen Konseuenzen erfahren. Amtsenthebungen ohne Rentenanspruch wären beispielsweise adäquat.
    1. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Sie meinen wohl BR Berset, der Rechthaberei und Macht über die Gesundheit der Bevölkerung stellt.
  • Kommentar von Susanne Saam  (Biennoise)
    Das bringt Schwung in die Diskussion über das Ständemehr ;-)