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Schweiz Terrorverdächtiger Iraker bleibt in Haft

Vor gut einem Jahr sind in der Schweiz drei Iraker verhaftet worden. Sie sollen die Terror-Organisation IS unterstützt haben. Nun verlängerte das Bundesstrafgericht die Untersuchungshaft des einen Verdächtigen bis Ende September.

Weisses Gebäude mit Schwiezer Fahne über dem Eingang.ö
Legende: Das Bundesstrafgericht in Bellinzona. Keystone

Das Bundesstrafgericht hat die Beschwerde gegen die Verlängerung der Untersuchungshaft eines der drei in der Schweiz inhaftierten Iraker abgelehnt. Der Tatverdacht sei immer noch dringend, sagt das Bundesstrafgericht. Der Verdacht also, dass der Verhaftete Iraker den IS unterstützt habe.

Er soll sogar aktives Mitglied der Terrorgruppe gewesen sein. Die Richter befürchten, dass der Mann fliehen und Beweismittel zunichte machen könnte, wenn er jetzt freikommt. Deshalb müsse die Untersuchungshaft bis Ende September verlängert werden.

«Schweizer enthaupten»

Der Iraker habe sich im Internet via Facebook und Skype mit einem hohen IS-Kadermitglied ausgetauscht, schreiben die Richter. Er habe bei der Vermittlung möglicher Selbstmordattentäter für Syrien geholfen und für Überweisungen von IS-Geldern Hilfe angeboten. Einmal habe er auch die Meinung geäussert, dass christliche Schweizer enthauptet werden müssten.

Der Verteidiger bestreitet die meisten Vorwürfe: Viele Äusserungen des beschuldigten Irakers seien nicht ernst gemeint gewesen.

Aus der blossen Sympathie für den IS könne keine Unterstützung des IS abgeleitet werden. Doch das Bundesstrafgericht teilt in seinem Beschluss diese Argumentation nicht.

Keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne

Immerhin ist im Moment der ursprüngliche Verdacht, dass der Iraker und seine zwei Mitbeschuldigten auch einen Anschlag in der Schweiz oder sonstwo in Europa geplant haben sollen, in den Hintergrund geraten.

Auf Anfrage hält die Bundesanwaltschaft zwar an dem Vorwurf fest, und auch die Bundesstrafrichter schliessen das nicht aus. Gleichzeitig schreiben die Richter aber, dass sich dieser Anschlagsverdacht bislang nicht weiter konkretisiert und verdichtet habe.

Auch die beiden mitbeschuldigten Iraker bleiben weiter in Haft.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Baumann, 8000 Zürich
    Wie sagte doch einst Muammar Ghaddafi : Wir bereiten die Islamisierung Europas nicht durch Krieg und Kampf vor, sondern durch legale und illegale Immigration und durch abertausende von Flüchtlingen aus meist islamischen Ländern. Wie wahr. Als Dank für medizinische Hilfe in der Schweiz, will dieser IS-Irre die Schweizer enthaupten. Wann endlich wachen unsere Behörden aus ihrem Dornröschenschlaf auf ??????????
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Und wann kommt das Rehabilitationssondersetting für diese Fachkraft, die natürlich auf gar keinen Fall abgeschoben werden darf?
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Und wird er nach der Untersuchung-Haft dann sofort aus geschafft? Oder darf er bleiben & erhält womöglich noch eine Entschädigung vom Staat für die Haft & Sozialunterstützung? Höre schon die Gut-Menschen, welche sagen werden:" Dieser arme Mann wäre an Leib & Leben bedroht, würde man ihn ausschaffen, deshalb muss er bleiben, von uns bestmöglichst versorgt & unterstützt werden. Am besten therapieren wir ihn durch ein Sondersetting, damit er wieder ein ehrbares Mitglied unserer Gesellschaft wird."
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