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Krähenbühl quittiert sein Amt per sofort
Aus HeuteMorgen vom 07.11.2019.
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Top-Diplomat nimmt Stellung «Ich bin noch nie solchen extremen Attacken ausgesetzt gewesen»

Der zurückgetretene Chef des UNO-Palästinenserhilfswerks, Pierre Krähenbühl, wehrt sich gegen Betrugs-Vorwürfe.

Die Vorwürfe gegen den Schweizer Top-Diplomaten Pierre Krähenbühl wiegen schwer: Dem Chef des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA) werden Betrug und missbräuchliche Verwendung von Hilfsgeldern vorgeworden.

Zudem wird der Schweizer der Vetternwirtschaft beschuldigt. Demnach soll der ehemalige UNRWA-Chef eine Liebesbeziehung zu einer Mitarbeiterin unterhalten und diese deshalb beruflich bevorzugt haben.

Nach seinem Rücktritt nimmt Krähenbühl jetzt zu den Vorwürfen Stellung. Im Interview mit dem Westschweizer Fernsehen RTS weist er dabei sämtliche Beschuldigungen von sich und spricht vielmehr von einer politischen Kampagne gegen die Organisation und seine Person. «Wir befinden uns derzeit in einem Umfeld der Hyperpolitisierung», sagt Krähenbühl.

Ausserdem gebe es Betrug und Vetternwirtschaft unter seiner Führung nicht. «Ich habe diese Vorwürfe seit Beginn zurückgewiesen und werde es weiterhin tun.» Und weiter: «Es gibt keine Korruption, Betrug oder Zweckentfremdung von Hilfgeldern.» Auch von einer Liebesbeziehung will Krähenbühl nichts wissen.

«Extremen Attacken ausgesetzt gewesen»

Auf die Frage, ob er sich mittlerweile als Spielball und Opfer der Politik der Grossmächte im Nahost-Konflikt sehe, antwortet Krähenbühl derweil so: «In den 28 Jahren meiner humanitären Aktivitäten bin ich jedenfalls noch nie solchen extremen Attacken ausgesetzt gewesen.»

So sei er gemäss eigener Aussage beispielsweise während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates von einem Repräsentanten der USA direkt attackiert worden – und zwar auf eine Art und Weise, die dem Prinzip des Multinationalismus direkt widersprächen. «Gegen diese Art von Kritik habe ich mich stets gewehrt», fügt Krähenbühl im RTS-Interview an.

Politik der Deradikalisierung torpediert

Die UNO-Politik habe Krähenbühl nicht aus Selbstzweck verteidigt - im Gegenteil: «Ich tue das für die 5.5 Millionen palästinensischen Flüchtlinge, deren Zukunft fragil ist und die keinen Silberstreifen am Horizont erkennen».

In diesem Zusammenhang gibt der Schweizer Diplomat zu bedenken: «Was denken Sie: In welchen Institutionen landen die Kinder, wenn unsere Schulen schliessen müssen? In den Schulen der Hamas.» Diese Entwicklung würde die implementierte Strategie der Deradikalisierung von palästinensischen Jugendlichen letztlich hintertreiben.

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Top-Diplomat wehrt sich
Aus Tagesschau vom 07.11.2019.
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11 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Economy statt business fliegen und eine der Schulen kann damit locker finanziert werden.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Für mich müsste zunächst geklärt sein ob die Kinder in diesen Schulen besser vor Radikalisierung geschützt sind als bei der Hamas.
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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Klar, ein Mann der eine Beziehung führt ist das grösste Problem, das der nahe Osten, Israel u. die UNRWA je hatten. Da muss auch die USA im Sicherheitsrat mal Trumpistisch draufhauen. Lächerlich, wenn man die Situation der 5.5 Millionen staatenlosen Flüchtlinge, den potentiellen Brutstätten für Terror u. den Millionen Kindern u. Jugendlichen ohne Schulbildung u. Perspektive dahinvegetieren. Klar, dann ist der Direktor mit Beziehung das Problem. Israel vergisst da seine eigene Geschichte.
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    1. Antwort von martin blättler  (bruggegumper)
      Interressanterweise reicht es für das Bisschen Chemie und
      Physik,dass es braucht,um Raketen zu bauen,an Schulbildung
      und Ressourcen immer.Reicht es nicht,stehen genug Gelder
      von NGOs und der UNO zur Verfügung.
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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Da wird ein guter, engagierter und korrekter Mann gezielt mit Schmierenkampagnen weggekelt. Die Grosswetterlage hat gedreht, Israel und die USA haben sich von der lange verfolgten und vereinbarten Zweistaatenlösung verabschiedet. Damit müssen auch alle Störfaktoren diesbezüglich aus dem Weg geräumt werden, und da wird Krähenbühl seine den Umständen enstprechend gute Büez zum Verhängnis. Auch dass die Schweiz international keine Freunde hat, machts einfacher einen Schweizer abzusägen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Sie schreiben das in der Meinung die UNRWA, und damit Krähenbühl, habe je etwas für die sog. 2-Staatenlösung getan. Mir ist schleierhaft, wie man zu dieser Ansicht gelangen kann.
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