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Was im Bericht steht und wie die Beteiligten darauf reagieren
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 02.10.2020.
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Tote Fische im Berner Oberland Blausee: Grundwasser durch Steinbruch nicht gefährdet

  • Ein bisher unveröffentlichter Bericht zeigt: Externe Fachleute haben den Steinbruch Blausee-Mitholz bereits im Juni und Juli untersucht.
  • Aufgrund der schwachen Verschmutzung geht der Bericht nicht davon aus, dass das Grundwasser durch den Steinbruch gefährdet ist.
  • Die Expertengruppe hat Proben genommen vom Schotter, vom Boden und von den Rückständen.

Die Betreiber des Blausees im Berner Oberland gehen davon aus, dass giftige Stoffe im Steinbruch einige Kilometer oberhalb des Sees für mehrere Fischsterben verantwortlich sind. Die Vorwürfe sind happig. Ein Zusammenhang ist bisher jedoch nicht bestätigt.

Die Vorgeschichte

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Seit April 2018 kam es im Blausee zu mehreren grossen Fischsterben, es starben Tausende Forellen. Die Betreiber des Blausees verdächtigen nun den Steinbruch oberhalb des Sees. In diesem wurde illegal Altschotter umgeschlagen und aufbereitet. Dies sieht die Überbauungsordung im Steinbruch jedoch nicht vor. Der Schotter stammt aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel, der zurzeit saniert wird. Die Betreiber des Blausees werfen den Behörden vor, in diesem, wie sie selber sagen «Umweltskandals», nichts unternommen zu haben.

Die Blausee-Betreiber haben Strafanzeige eingereicht, die Staatsanwaltschaft untersucht den Fall.

Doch bereits im Juni und Juli wurde der Steinbruch Blausee-Mitholz von Fachleuten untersucht. Der Bericht der Firma Geotest ist am 16. September erschienen und liegt dem Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF vor.

Bericht entlastet Betreiber von Steinbruch

Der Bericht widmet sich verschiedenen Bereichen: der Grube, in der die Rückstände aus der Schotterreinigung gelagert wurden; dem Platz, an dem der Schotter umgeschlagen wurde; dem Niveau des Grundwassers sowie der Frage, ob der vorgeschriebene Abstand zum Grundwasser im Steinbruch eingehalten wird.

Aus dem Bericht geht hervor, dass aus dem Lötschbergtunnel rund 23'200 Tonnen Gleisausaushub in den Steinbruch angeliefert wurde. Davon wurden rund 4'500 Tonnen als schwach belastet klassiert. Der schwach belastete Gleisaushub wurde vor Ort umgeladen und nach Wimmis in die Schotterwaschanlage gebracht. Das Material soll auf einer befestigten Fläche gelagert worden sein, das der Kanalisation angeschlossen ist.

Im Bericht ist zu lesen, dass auf der Anlage im Steinbruch kein schwach belasteter Gleisaushub aufbereitet wurde. Jedoch wurde der unverschmutzte Schotter im Steinbruch trocken gesiebt. An dieser Stelle konnte kein verschmutzter Boden festgestellt werden.

Grundwasser nicht gefährdet

Der Bericht kommt zum Schluss, dass der aufbereitete Schotter die Anforderungen an unverschmutztes Material erfüllte. Die Rückstände aus dem gereinigten Schotter, das sogenannte Ausfallkorn, wies jedoch eine schwache Verschmutzung auf. Die Autoren schliessen aufgrund der schwachen Verschmutzung aber aus, dass das Grundwasser gefährdet wird.

Weitere Details aus dem Bericht

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Der Bericht geht auch darauf ein, in welcher Tiefe im Bereich des Steinbruchs das Grundwasser verläuft. Zwischen dem Abbauniveau und dem Grundwasser wurde der vorgegebene Sicherheitsabstand von vier Metern eingehalten.

Mit verschiedenen Massnahmen im Steinbruch werde sichergestellt, dass das Grundwasser weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht beeinträchtigt werde.

Weshalb sind dann die Forellen gestorben?

Die Betreiber des Blausees gehen davon aus, dass die Forellen aufgrund verschmutzten Grundwassers eingegangen sind. Sie hegen den Verdacht, dass verschmutzter Gleisaushub in den Steinbruch verfrachtet wurde und dort behandelt und deponiert wurde.

Was die anderen Beteiligten zum Bericht sagen

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Stefan Linder, der Betreiber, nimmt Stellung zum Bericht. Für ihn ist nicht bewiesen, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen Fischsterben und Steinbruch. «Dort wo die Ablagerungen vergraben wurden, dort durfte man keine Proben nehmen.» Er habe das dokumentiert und dem zuständigen kantonalen Amt auch so vorgelegt.

Die zuständige Direktion des Kantons Bern, die Bau- und Verkehrsdirektion, möchte sich zum Bericht gegenüber dem Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF nicht äussern.

Es bleibt weiterhin unklar, wer Schuld hat am grossen Fischsterben im Blausee. Licht ins Dunkel wird möglicherweise die Untersuchung der Staatsanwaltschaft bringen. Solange die Untersuchung nicht abgeschlossen und kein Schuldspruch erfolgte, gilt die Unschuldsvermutung.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 2.10.2020, 17:30 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Julius Benz  (Jubenz)
    Ev. kommt das Gift ja vom Verschütteten Munitionslager von Kandergrund.
  • Kommentar von Hermann Zumstein  (Mänu49)
    Kommt mir vor wie bei Otto:
    „Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Rauchen doch nicht schädlich ist. Gezeichnet Dr. Marlboro.“
  • Kommentar von Fritz Rueegsegger  (Matterhorn+234)
    Sollte es am Blausee tatsächlich 40 to tote Forellen gegeben haben, ist auch die Frage an die Betreiber der Fischzucht erlaubt, ob hier nicht eine Übernutzung stattfindet. Aus meiner Sicht wurde zu schnell die BLS und der Kanton an den Pranger gestellt.