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Tragödie von Kerzers FR Postauto-Brand: Was bisher bekannt ist

Ein Postauto ist am Dienstagabend in Kerzers FR in Brand geraten. Dabei sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.

Das ist passiert: Gegen 18:25 Uhr am Dienstagabend wurde die Einsatz- und Alarmzentrale der Kantonspolizei über einen Brand in einem Postauto in Kerzers an der Murtenstrasse informiert. Das Postauto war von Düdingen nach Kerzers unterwegs. Die Rettungskräfte, die zum Einsatzort eilten, stellten fest, dass das Fahrzeug vollständig in Flammen stand. Die Feuerwehr führte Rettungs- und Löscharbeiten durch.

Das sagt die Polizei: Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Martial Pugin von der Kantonspolizei Freiburg sagte in der Sendung «La Matinale» von RTS, dass zum jetzigen Zeitpunkt nichts auf einen terroristischen Akt hindeute. Am Dienstagabend war die Polizei von einer mutwilligen Tat ausgegangen. Frédéric Papaux, ein Sprecher der Freiburger Polizei, sagte in der Nacht, dass Zeugenaussagen zufolge eine Person vorsätzlich mit einem Brandsatz hantiert habe. Die Polizei gehe Meldungen nach, wonach sich eine Person mit Benzin übergossen und angezündet habe. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet.

Betroffene Personen: Mindestens sechs Menschen sind ums Leben gekommen. Fünf Personen wurden verletzt, davon vier weitere Passagiere und ein Rettungssanitäter, wie die Freiburger Polizei an einer Medienkonferenz mitteilte. Drei der Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand, eine Person wurde mit dem Helikopter ins Spital geflogen. Die Identität der Verletzten sei geklärt. Die Identifikation der Toten steht nach Polizeiangaben noch aus. Zur Anzahl der Passagiere im Postauto konnte die Polizei noch keine Angaben machen.

Das berichtet ein Augenzeuge: Ein junger Mann, der gleich neben dem Unglücksort wohnt, schildert gegenüber SRF, wie er das Ganze erlebt hat: «Ich bin zuhause gewesen, habe die Sirenen gehört. Vom Fenster sah ich viel Rauch. Dann sah ich den brennenden Bus.» Es fühle sich komisch an, dass so etwas in einem Ort wie Kerzers geschehe, wo sonst eigentlich nichts passiere. «Ich habe ein bisschen ein schlechtes Gefühl.»

Das sagt unser Korrespondent: «Um 22 Uhr waren die Strasse und das ausgebrannte Postauto schon weiträumig abgesperrt. Näher als rund 50 Meter herankommen durften die Journalistinnen und Journalisten nicht», berichtet SRF-Regionalkorrespondent Oliver Kempa. «Hinter weissen Zeltblachen sahen wir nur das verkohlte Dach des Postautos hervorschauen.» Nebst Einsatzkräften seien am späten Abend kaum noch Menschen anzutreffen gewesen. «Es war schon fast etwas unheimlich ruhig rund um den Ort des Unglücks.»

Das sind die Reaktionen: Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich über den Vorfall bestürzt. Es mache ihn traurig, dass erneut Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind, schrieb Parmelin auf der Onlineplattform X. Auch der Freiburger Staatsrat sprach den Familien und Angehörigen der Opfer sein Beileid aus, wie er in einer Mitteilung in der Nacht schrieb. Der Brand sei eine schreckliche Tragödie, teilte die Post mit. Alle Mitarbeitenden von Postauto und der Post seien schockiert und betroffen. In der Mitteilung sprach Stefan Regli, CEO Postauto und Mitglied der Konzernleitung, im Namen des Verwaltungsrates und der gesamten Konzernleitung allen sein Beileid aus

SRF-Regionalredaktorin: «Eine Mischung aus Alltag und Bestürzung»

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Frau mit langen braunen Haaren lächelt.
Legende: SRF/Charles Benoit

SRF-Regionalredaktorin Marielle Gygax hat sich am Morgen in Kerzers ein Bild der Lage gemacht. Ihre Eindrücke aus dem Ort:

«Es ist eine Mischung aus Alltag und Bestürzung. Das Leben geht weiter: Der Verkehr rollt wieder, Menschen gehen mit den Hunden spazieren, gehen einkaufen, die Läden sind offen. Gleichzeitig ist das Ereignis das Gesprächsthema Nummer eins bei allen Passantinnen und Passanten, mit denen ich gesprochen habe.

Die Bestürzung ist gross. Viele Menschen aus dem Dorf schilderten mir, wie laut es gestern Abend gewesen sei: Sie hätten Sirenen und die Rega gehört, Rauch gesehen. Einige seien zum Ort des Geschehens gegangen. Ein Mann erzählt, es sei wirklich verrückt gewesen – so viel Rauch und Feuer. Er könne sich kaum vorstellen, wie es in Crans-Montana gewesen sein müsse, wenn schon ein brennendes Postauto hier so viel ausgelöst habe.

Mehrere Leute sagten auch, es sei irgendwie absurd, dass so etwas direkt vor ihrer Haustür passieren könne, dort, wo sie jeden Tag vorbeigehen würden. Dass dort plötzlich etwas so Schreckliches geschehe, sei kaum vorstellbar – und dann auch noch in einem Postauto.

Die Menschen sind betroffen und bestürzt – und trotzdem geht das Leben im Freiburger Seebezirk weiter.»

Wie geht es weiter: Heute Nachmittag um 14 Uhr findet bei der Freiburger Kantonspolizei eine weitere Medienkonferenz statt, um eine Bilanz der Lage zu ziehen, wie der Freiburger Staatsrat in einer Mitteilung schreibt.

Das sagt die Freiburger Kantonsregierung

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Der Freiburger Staatsrat hat den Familien und Angehörigen der Opfer sein tiefstes Beileid ausgesprochen. Die Anteilnahme der Freiburger Kantonsregierung richte sich auch an alle anderen Personen, die von diesem Ereignis betroffen seien, schrieb die Regierung in der Nacht in einer Mitteilung. Der Staatsrat würdige zudem das Engagement und die Professionalität der Rettungsdienste, Sicherheitskräfte sowie aller Personen, die zur Bewältigung dieser aussergewöhnlichen Situation mobilisiert worden sind.

SRF 4 News, 10.3.2026, 23 Uhr ; 

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