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Legende: Video Wasserstoff, Treibstoff der Zukunft abspielen. Laufzeit 04:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.06.2019.
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Treibstoff aus Wasser «Wasserstoff- und E-Mobilität ergänzen sich»

Unter dem Begriff «Elektro-Mobilität» können sich die meisten etwas vorstellen. Doch wie funktionieren Fahrzeuge, die mit Wasserstoff betankt werden? Hat diese Technologie Zukunftschancen? Christian Bach, Leiter der Abteilung Fahrzeugantriebsysteme bei der EMPA, klärt auf.

Christian Bach

Christian Bach

Leiter Fahrzeugantriebsysteme EMPA

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Christian Bach ist Abteilungsleiter an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa).

SRF News: Herr Bach, wie gewinnt man aus Wasser einen Treibstoff für Fahrzeuge?

Christian Bach: Man nutzt zuerst Strom, um Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zu spalten. Dabei ist es das Ziel, möglichst erneuerbare Energie zum Spalten des Wassers zu nutzen. Der Sauerstoff wird dann an die Atmosphäre abgegeben und der Wasserstoff wird in technischen Anlagen verdichtet, aufbereitet, gereinigt und in den Tankstellen bereitgestellt. Im Fahrzeug wird dann der Wasserstoff wie bei einem normalen Motor mit dem Sauerstoff aus der Luft zusammengeführt und verbrannt. So entsteht die Energie, welche für den Antrieb des Fahrzeugs genutzt wird.

SRF News: Wo sehen Sie das Potenzial der Wasserstoff-Mobilität?

Die Wasserstoff-Mobilität kann temporär überschüssige Elektrizität nutzen, die an sonnigen Tagen in Photovoltaikanlagen erzeugt wird, und dieser Strom kann sozusagen in Wasserstoff gespeichert werden. Mit diesem Wasserstoff kann man dann fahren, ohne zusätzliches CO2 zu erzeugen.

SRF News: In welchen Marktsegmenten werden sich solche Fahrzeuge etablieren?

Da Wasserstoff-Fahrzeuge zurzeit vergleichsweise teuer sind, gehen wir davon aus, dass sie sich in der nächsten Zeit primär im Nutzfahrzeugbereich etablieren werden. Es werden auch vermehrt Tankstellen gebaut und wenn ein gewisses Wasserstoff-Tankstellen-Netz verfügbar ist, gibt es zunehmend auch Möglichkeiten für Privatpersonen oder Personenwagen.

SRF News: Konkurrenziert die Wasserstoff-Mobilität die E-Mobilität?

Wir sehen die beiden Technologien nicht als Konkurrenz, vielmehr sind sie komplementär. Die Elektro-Mobilität eignet sich primär in der Stadt, bei Pendlern und auf Kurzstrecken, während die Wasserstoff-Mobilität eher für Langstrecken sinnvoll ist.

SRF News: Die Bürgerlichen haben nun angekündigt, Wasserstoff-Mobilität vermehrt zu fördern. Ergibt das Sinn?

Ja, denn wir werden schlicht nicht drum herumkommen. Wir werden temporär zu viel Strom haben, wenn wir Photovoltaik weiter ausbauen. Und eben diesen Strom können wir zur Wasserstoff-Herstellung nutzen. Dadurch müssen wir den Strom nicht vernichten und können ohne zusätzliche CO2-Emissionen Wasserstoff herstellen. Den Wasserstoff in der Mobilität zu nutzen, stellt eine Notwendigkeit dar, weshalb die Förderung oder der Wunsch nach Förderung durchaus Sinn ergibt.

Das Gespräch führte Dario Brandner.

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119 Kommentare

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  • Kommentar von Vera Kehrli  (Vera Kehrli)
    Wer wirklich etwas für die Umwelt tun will, macht folgendes:
    1) Veloverkehr fördern
    2) Subventionierung des Pendelns streichen
    3) Subventionierung des MIV und des OeV streichen.
    4) Verbrennungsmotoren in den Städten verbieten (vergiftet unsere Kinder)
    Alles andere ist Augenwischerei.
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  • Kommentar von Enrico Dandolo  (Doge)
    Den Wirkungsgrad isoliert zu betrachen, ist m.E. ein grundsätzlicher Fehler. Es braucht einen Energieträger, der für möglichst viele mobile Anwendungen (Land, Wasser, evt. auch Luft) geeignet ist, gespeichert werden kann und somit auch in entlegenen Gegenden verfügbar ist. Wasserstoff erfüllt diese Voraussetzungen am besten.
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  • Kommentar von Edwin Schaltegger  (Edwin Schaltegger)
    Wasserstoff wird der Energieträger der Zukunft sein. Wasserstoff besitzt die höchste Energiedichte aller chemischen Elemente. Wenn Wasserstoff durch Strom aus umweltfreundlicher Stromerzeugung gewonnen wird, so ist seine positive Umweltbilanz unschlagbar. Der einzige Nachteil ist seine Explosionsgefährlichkeit bei "Knallgasbildung" mit Sauerstoff. Doch dies kann durch geeignete Speichermedien drastisch reduziert werden.
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