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Verpackungsfirma gerettet dank Maskenproduktion
Aus 10 vor 10 vom 10.03.2021.
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Tüfteln in Zeiten von Corona Kommt bald die Schweizer FFP2-Maske aus Stoff?

Der Unternehmer Pascal Eggmann entwickelt eine umweltschonende Atemschutzmaske. Auch das Spitalpersonal soll künftig davon profitieren.

«Diese Abfallberge von Masken, das kann doch nicht sein», dachte sich Pascal Eggmann im März 2020, als das Land in den ersten Shutdown ging und die Menschen begannen, Einweg-Hygienemasken zu tragen. Die Verpackungsindustrie, der Markt für die Produkte seiner Firma Unrepa, war infolge der Coronakrise gerade zusammengebrochen.

Aufgeben oder alles riskieren? Der 34-jährige Familienvater aus dem Thurgau entschied sich für das Zweite und begann mit der Entwicklung einer wiederverwendbaren Atemschutzmaske aus natürlichen Fasern.

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Eggmann: «Ich produziere jetzt Schutzmasken»
Aus News-Clip vom 09.03.2021.
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Auch nach zwanzig Waschgängen

Eines war dem umtriebigen Tüftler von Anfang an klar: ohne Zertifizierung, kein Verkauf. Also suchte er nach einer Testmöglichkeit für seine Prototypen. Doch kein Prüflabor in der Schweiz besass die nötigen Geräte. Dank Unterstützung durch ein Forschungsteam der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt hielt Eggmann Wochen später einen Prüfbericht in der Hand. Mit dem Ergebnis: Die von ihm verwendeten Filterschichten erfüllen die Anforderungen der National Covid-19 Task Force an die sogenannte Partikelfiltrationseffizienz.

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Eggmann: «Ich bin stärker geworden»
Aus News-Clip vom 09.03.2021.
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Kurze Zeit später erhielt die Maske das Label des Schweizer Textilprüfinstituts Testex: Die Maske schützt das Umfeld des Trägers ausreichend vor einer Infektion durch Viren und Bakterien – auch nach zwanzig Waschgängen.

Masken im höheren Preissegment

Der Einkauf von Rohmaterialien gestaltete sich bisweilen abenteuerlich, erzählt Eggmann, der ursprünglich Maurer gelernt hatte. Die Grenzen zu den Nachbarländern waren zu, in der Schweiz herrschte Materialengpass. Inzwischen hat sich die Lage normalisiert. Rohmaterial wie Filter, Baumwolle und Polyester lässt die Firma aus Österreich liefern, ein Schweizer Veredler besorgt die antivirale, wasser- und ölabweisende Beschichtung.

Wir wollen Materialien verwenden, die in unserer Natur vorkommen und bei der Produktion wenig Wasser und Pestiziden benötigen.
Autor: Pascal EggmannUnternehmer

Seine Masken liegen im höheren Preissegment. Das sei gerechtfertigt, schliesslich setze er auf einheimische Produktion und hochwertige Materialien, auch arbeite er bewusst mit Schweizer Partnern zusammen. Am liebsten hätte der Jungunternehmer die gesamte Wertschöpfung in der Schweiz. Doch spezielle Einzelteile wie der Metallbügel für den Nasenabschnitt oder die Ohrenbändel seien hierzulande schwierig aufzutreiben.

«Wir wollen Materialien verwenden, die in unserer Natur vorkommen und bei der Produktion wenig Wasser und Pestiziden benötigen», so Eggmann. Der nächste Evolutionsschritt sei daher eine Atemschutzmaske aus einheimischen Fasern wie Leinen oder Hanf statt Baumwolle.

Meine Textilmaske schützt nicht nur das Umfeld des Trägers wirksam, sondern auch den Träger selbst.
Autor: Pascal EggmannUnternehmer

Im Moment jedoch befindet sich seine neueste Entwicklung in der Testphase: eine FFP2-Maske aus Stoff. Erste Resultate aus dem Prüflabor der Fachhochschule Nordwestschweiz stimmen den Jungunternehmer zuversichtlich. Auch nach fünfzehn Waschgängen bleibt der Filtrationswert bestehen. Aerosolforscher Ernest Weingartner der FHNW bestätigt: «Die Livipro bietet eine hohe Filtration und somit einen guten Virenschutz. Nur wenige in der Schweiz produzierte Community Masken erfüllen diese Ansprüche.»

Den Prototyp lässt Eggmann derzeit gemäss FFP2-Anforderungen prüfen. «Meine Textilmaske schützt nicht nur das Umfeld des Trägers wirksam, sondern auch den Träger selbst», ist Eggmann überzeugt. Es wäre laut dem Entwickler die erste wiederverwendbare, FFP2-zertifizierte Atemschutzmaske weltweit.

10vor10 vom 10.3.2021, 21.50 Uhr

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Benz  (ABE)
    Natürlich muss Werbung gemacht werden für FFP2-Masken, da wir die natürlich auch noch brauchen, wenn der "grosse Kanton" sie hat. Mich würde eher interessieren, wann die Maskenpflicht wieder aufgehoben wird. Wahrscheinlich braucht es dafür eine Volksinitiative. Hochwirksame Masken braucht es vielleicht in der Chirurgie, aber nicht im Alltag. Vielleicht würden viele Konsumenten lieber gerne wieder ins Restaurant gehen, als Maskenproduzenten zu unterstützen.
    1. Antwort von Silvia Grossenbacher  (Siku)
      Andreas Benz ich sehe darin nicht in erster Lienie einfach nur Werbung, sondern jemand der aktiv versucht die Lage zu verbessern. Arbeitsbeschaffung, Lösungen bezüglich Abfallberge, mögliche Nutzung inländischer Ressourcen und damit weniger Abhängigkeit usw...... Zudem ginge ja der Nutzen bei weitem über das covid Problem hinaus.
      Also in erster Linie ist hier jemand der agiert und sich nicht mit kritisieren zufrieden gibt und das ist doch mehr als nur lobenswert!
  • Kommentar von Angela Doppelhofer  (AnDoHo)
    Wenigstens gibt es Menschen, die den Umweltgedanken aufgreifen, dafür gibts ein Bravo! Leider kann ich aber dabei nichts gut finden, dass die Maskenpflicht weiter in die länge gezogen wird und diese Tonnenweise Abfallberge produzieren. Dass die Masken in Spitälern zum Einsatz kommen, super! Aber ich werde keine einzige mehr kaufen als diese eine, die ich zum sporadischen Einkauf benutze... seit einem Jahr(sporadisch waschen) Und erwarte, dass dieses leidige Thema bald vom Tisch ist...
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Gute Geschäftsidee. So, wie die Impfstrategie des Bundes im internationalen Vergleich ein Rohrkrepierer ist, werden wir noch lange auf FFP2 setzen und im Teillockdown verbleiben (vielleicht noch viel länger, wenn das Virus aufgrund des Impfdesasters noch länger die Gelegenheit hat, auf breiter Front zu mutieren...).
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Eigentlich liegen wir im oberen Mittelfeld bei den Impfungen pro Einwohner. Ähnlich wie bspw. die skandinavischen Staaten. Die Wahrnehmung eines Desasters beruht wohl auf den komplett überrissen Vorstellungen mancher Menschen.
    2. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      @Koller: nicht ganz. Wissen Sie, ich sehe keinen Grund, unser Land mit Botswana oder Kiribati zu messen. Vergleiche mit Dänemark, Malta oder Serbiern müssen wir uns aber gefallen lassen! Und da sieht's einfach mies aus. Und in der Konsequent MUSS man konstatieren: Hausaufgaben versemmelt, 3+.
    3. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Meine Vergleiche waren mit skandinavischen Ländern und unseren Nachbarstaaten. Das sind sinnvolle Vergleiche. Nicht zu vergessen, dass sowohl der russische als auch der chinesische Impfstoff noch gar nicht zugelassen sind. Es bleibt dann dabei, dass es kein objektives Impfdesaster gibt, sondern lediglich ein subjektives.