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Überdurchschnittlicher Anstieg Krankenkassen haben Reserven, um Pandemie-Kosten zu bewältigen

  • Die Schweizer Krankenkassen verfügen über genügend Reserven, um die Kosten der Corona-Pandemie zu übernehmen.
  • Uneinig sind sich die Krankenkassenverbände jedoch darüber, wie stark die Gesundheitskosten im ersten Quartal angestiegen sind.
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Aus dem Archiv: Contact-Tracing in den Kantonen
Aus Tagesschau vom 09.05.2020.
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Santésuisse-Direktorin Verena Nold erklärte in einem Interview mit dem «Sonntags-Blick», dass von Januar bis März 2020 die Kosten im Schweizer Gesundheitswesen um fünf Prozent gestiegen seien. Das sei überdurchschnittlich. Im Schnitt der letzten 20 Jahren habe der Anstieg in diesem Zeitraum zwischen drei und vier Prozent betragen.

Einen Anstieg um 5 Prozent im ersten Quartal nicht bestätigen wollte hingegen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA der Sprecher des Krankenkassenverbandes Curafutura, Ralph Kreuzer. Für eine seriöse Beurteilung eines Kostenschubs sei es noch entschieden zu früh im Jahr, sagte Kreuzer. Der Rechnungseingang der Leistungserbringer sei noch nicht abgeschlossen. Ausserdem sei der März mitten in den Lockdown gefallen.

Ausreichende Reserven der Krankenkassen

Einig sind sich aber die beiden Krankenkassenverbände, dass für die Bewältigung der Pandemie genügend Geld vorhanden ist. Die Krankenkassen verfügten über Reserven von acht Milliarden Franken, mit denen sich Zusatzkosten der Corona-Krise finanzieren liessen, erklärte Nold. Diese Summe entspreche drei bis vier Monatsprämien.

Auch bei Curafutura heisst es, die Reserven stünden den Versicherten weiterhin für die Bezahlung von Leistungen zur Verfügung.

Höhere Prämien noch unklar

Für die Krankenversicherer stünden die Kosten aber nicht an erster Stelle, betonte Nold. Sie wollten einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten und die Menschen wegen des Coronavirus nicht noch zusätzlich finanziell belasten. Höhere Prämien für das kommende Jahr sollten, wenn immer möglich, vermieden werden.

Die grössten Kostentreiber sind laut Nold die Pflegeheime, Physiotherapien und ambulanten Spitalaufenthalte. Kostenmässig besonders stark zu Buche schlagen Intensivbehandlungen. Belege ein Corona-Patient während zwei bis drei Wochen ein Bett auf einer Intensivstation, könne das bis zu 120'000 Franken kosten.

Laut Curafutura ist es noch viel zu früh, eine Prognose über die Prämienentwicklung zu wagen. «Solange wir kein verlässliches Gesamtbild der laufenden Kosten haben, ist es fahrlässig, hierzu Aussagen zu machen», sagte Kreuzer.

SRF 4 News, 10.05.2020, 12:00 Uhr;

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Katharina Studer  (gino)
    Verstehe länger je mehr die ganze Rechnerei der Krankenkassen nicht mehr! Wir werden immer mehr Prämien bezahlen müssen und immer mehr Menschen werden sich das nicht mehr leisten können! Und die Krankenkassen scheffeln weiter Milliarden!
  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Von Beginn der Coronazeit weg gingen massiv weniger Leute zum Hausarzt und vorallem nicht auf die Notfallstationen der Spitäler. Diese Kosten werden definitiv nicht mehr entstehen, auch wenn Operationen die nun ausstehend sind nach geholt werden. Interessant das die Krankenkassen diese Tatsache nicht erwähnt und Zahlen dazu veröffentlicht.
  • Kommentar von Peter Amthauer  (Peter.A)
    Wofür brauchen die Kranken Kassen mehr Geld fürs 1. Quartal? Für leerstehende Krankenhäuser? Im Januar und Februar hatten wir ja ausserdem noch gar keine Pandemie.
    MfG