Zum Inhalt springen

Header

Audio
Hilfe für minderjährige Flüchtlinge
Aus Rendez-vous vom 24.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
Inhalt

Überfüllte Lager Schweiz will minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen

  • Die Schweiz plant, minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland zu übernehmen.
  • Man habe Athen diese Hilfe angeboten, sagte Bundesrätin Karin Keller-Sutter kurz vor Beginn eines EU-Ministertreffens im kroatischen Zagreb.
  • Wann die ersten jungen Flüchtlinge in die Schweiz kommen können, ist noch unklar.

Das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) habe von sich aus gegenüber Griechenland zugesichert, dass die Schweiz eine gewisse, aber begrenzte Anzahl unbegleiteter Minderjähriger, die Verwandte in der Schweiz hätten, übernehmen werde, sagte Keller-Sutter zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Wann die ersten jungen Flüchtlinge ankommen sollen, ist noch nicht klar.

Die Bundesrätin forderte zudem die EU-Kommission dazu auf, jetzt «das Heft in die Hand zu nehmen und einen Aktionsplan für Griechenland» zu entwerfen.

Denn einerseits sei die humanitäre Situation prekär, andererseits gebe es dort eine wichtige Schengen-Aussengrenze. «Es muss sichergestellt werden, dass lückenlos registriert wird, wer nach Griechenland kommt», verlangte die EJPD-Vorsteherin. Auch Rückführungen müssten gewährleistet sein, «nicht dass eine Weiterreise möglich ist».

Warten auf Dublin-Reform

Am Rande des EU-Ministertreffens plant Keller-Sutter zudem Gespräche mit ihrem neuen österreichischen Amtskollegen Karl Nehammer, dem deutschen Innenminister Horst Seehofer sowie der niederländischen Migrationsministerin Ankie Broekers-Knol. Dieser direkte Austausch sei sehr wichtig. «Vor allem jetzt, wo die Dublin-Reform im Raum steht.»

Denn die EU-Flüchtlingspolitik steckt in einer Sackgasse. Im Nachgang der Flüchtlingskrise 2015 hatte die EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker eine Reform des EU-Asylsystems vorgelegt. In einem der wichtigsten Punkte, der EU-internen Umverteilung von Flüchtlingen, konnten sich die EU-Staaten jedoch nicht einigen.

Im Frühling will die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen daher einen neuen Reformplan vorstellen. Auch für die Schweiz ist das wichtig, denn sie beteiligt sich via Dublin-Abkommen teilweise an der EU-Asylpolitik.

Griechenland ist überfordert

Griechenland ist überfordert

Die Lebensumstände der Flüchtlinge auf den griechischen Ägäis-Inseln sind katastrophal. In den letzten sechs Monaten sind über 45'000 Flüchtlinge aus der Türkei dort gestrandet, weitere 100'000 werden dieses Jahr erwartet. Schon jetzt sind die Unterkünfte überfüllt. Die Versorgung der Menschen ist gefährdet, Griechenland überfordert.

Flüchtlingshilfe will EU-Reform

Bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe begrüsst man das Angebot von Justizministerin Keller-Sutter, betont aber, dass es eine grundsätzliche Reform des Dublin-Systems brauche. Es brauche ein besseres, EU-weites System zur Umverteilung der Flüchtlinge und Migranten, die sich an der EU-Aussengrenze stauen.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Tom Maier  (MaTo)
    diese Menschen sind nun mal hier, sie wie Tiere zu halten hat Null Effekt, disqualifiziert uns aber auf Niveau Neandertaler.
    Zu lösen wäre das europäische Flüchtlingsproblem
    a, mit effektivem Grenzschutz an allen europäischen Grenzen - die CH muss mitmachen
    b, in den Flüchtlingsproduktionsländern mit Friedensinitiativen und/oder mit europäisch koordiniertem Aufbau.
    c, politischer und wirtschaftlicher Druck des vereinten und starken Kontinents Europa
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      "Wie Tiere zu halten" - als Bürgerin muss ich mir solche Aussagen nicht gefallen lassen. Der Lager ist schlichtweg überlastet. Die Griechen kriegen nicht einmal ihr eigenes Staatsapparat auf die Reihe, was würde man gegenüber einer grösstenteils unerwünschten Masse von Fremden erwarten? Was wäre denn die Lösung? Noch 1-2 Inseln von den einigen Tausenden Aegäischen freizugeben? Die Leute durch die EU zu transportieren? Dorthin, wo sie hinwollen? Und was mit dem Nachkommen in den Startlöchern?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von kurt trionfini  (kt)
    Auf der einen Seite Kinder in Not. Auf der andern Seite Erwachsene Kommentarschreiber in der warmen Stube, im Wohstand. Menschen von denen einige ohne Zögern in den kalten See springen würden um ein Leben zu retten- wenn die Not greifbar und nicht Hunderte Kilometer entfernt ist. Kinder nehmt es nicht persönlich, die Wohlstandsmenschen sind nicht wirklich so zynisch wie ihre Kommentare, Sie fürchten einfach mehr um ihren Besitzstand als um ihr Mensch sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Ich bin mit Ihnen. Ich funktioniere auch genauso. Klar. Aber es geht ja nicht nur um Besitzstand, auf Inidividualebene ist das ja nicht relevant. Es geht um viel mehr: die Entscheidungshoheit, was uns genommen wird. Ob unseren Köpfen werden Kriege entschieden, dann produziert Mbawi 7 Kinder die er nicht füttern kann, Abgewiesene verlassen das Land nicht - wir schauen machtlos zu. Wir vermissen ein System, was uns auch einbindet, nicht nur verantwortlich macht. Da bleibt nur kommentieren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Volle Lager sind eine Abschreckung. Aufnahme ein Anreiz.
    Was ist nun besser?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus SchweizLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen