Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Inhalt

Überraschende Unterstützung Komitee aus Jägern und Schützen für verschärftes Waffenrecht

Legende: Video Schützen werben für neues Waffenrecht abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.03.2019.
  • Ein Komitee aus Jägern und Schützen setzt sich im Abstimmungskampf für ein Ja zum verschärften Waffenrecht ein.
  • Das neu gegründete Komitee «für ein modernes Waffenrecht» stellt sich somit gegen die Politik der grossen Dachverbände der Schützen und Jäger.

Das Waffenrecht in der Schweiz soll geändert werden. Es geht um eine Anpassung an das EU-Recht, weil die Schweiz Schengen-Mitglied ist. Eine Anpassung, die vielen Schützenverbänden zuwiderläuft. Deshalb ergriffen sie das Referendum. Im Mai wird darüber abgestimmt.

Heute haben einige Jäger und Schützen die Gegen-Position eingenommen und das Komitee «für ein modernes Waffenrecht» gegründet. Gründer Thomas Haemmerli betont in der «NZZ am Sonntag», dass die etablierten Verbände nicht für alle Schützen sprächen: «Wir stören uns daran, dass radikale Organisationen wie Pro Tell wie die US-Waffenlobby NRA jede Modernisierung des Waffenrechts als Teufelszeug bekämpfen und dabei so tun, als würden sie für alle Schützen und Jäger sprechen.»

Ein Nein gefährdet Schengen-Abkommen

Die Anpassung ans EU-Waffenrecht ändere für viele Sport- und Hobbyschützen gar nichts, sagt Nationalrat und Komitee-Mitglied Bernhard Guhl (BDP/AG). Auch die Jäger seien davon nicht betroffen. Ein Nein zur Vorlage hingegen gefährde die Abkommen von Schengen und Dublin, die der Schweiz Vorteile brächten – etwa bei der Verbrechensbekämpfung.

Legende: Video Beat Flach GLP/AG: «Dieses moderate Waffenrecht können wir annehmen» abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.03.2019.

Auch Nationalrat und Vorstandsmitglied des Komitees, Beat Flach (GLP/AG), hat keine Angst vor dem neuen Waffenrecht. «Schengen ist wahnsinnig wichtig für die Schweiz und es gibt keinen Grund, dass man Schengen jetzt riskiert, nur weil man ein Formular ausfüllen muss.»

Halbautomatische Waffen müssen registriert werden

Mit der neuen EU-Waffenrichtlinie gehören in Zukunft halbautomatische Waffen wie auch Sturmgewehre in die Kategorie der verbotenen Waffen und müssen registriert sein. Der Besitzer muss Mitglied in einem Schiessverein sein oder regelmässig sportlich Schiessen.

Selbst auch Sportschütze, aber gegen die neue Waffenrichtlinie, ist Thomas Steiger, Präsident des Schweizer Verbandes für Dynamisches Schiessen. Seine Sportpistole hat ein Magazin mit 21 Schuss und wäre künftig auch eine verbotene Waffe. Schützen im dynamischen Schiessen benötigten bei einer Annahme für fast alle ihre Sportwaffen eine Sonderbewilligung. Das sei ein hoher administrativer Aufwand, der die Sicherheit nicht erhöhe.

Legende: Video Thomas Steiger: «Diese Verschärfung ist gegen die Schützen und die Tradition» abspielen. Laufzeit 01:01 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.03.2019.

«Mit dem Artikel 17 in der Verordnung werden weitere Verschärfungen kommen. Das Ziel wird ganz klar sein, den Besitz von halbautomatischen Waffen oder Sportwaffen zu verbieten, weil alle fünf Jahre eine Verschärfung überprüft wird.» Die Vorlage sei gegen die Schützen und die Tradition in der Schweiz und damit ein Todesstoss für den Schiesssport.

Dem Komitee «für ein modernes Waffenrecht» gehören einige Dutzend Jäger und Schützen an. Der Zwist unter den Sportschützen ist damit lanciert. Über das revidierte Waffenrecht für die Übernahme der EU-Waffenrichtlinie wird am 19. Mai abgestimmt.

Anzahl Schusswaffen in Privatbesitz in ausgewählten Ländern

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

82 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    @NANNI - Es geht bei der BDP mehr um das Wohlwollen der Wirtschaft und deren Lobiwahlspenden einerseits, und um WaehlerInnenleimung von Waffenfoben andererseits....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Silvan Arber (30-30)
    Ich als Präsident von einem Schützenverein kenne mich bestens mit der Materie aus. Tagtäglich werden Unwahrheiten verbreitet. Keiner der Besserwisser hat den Gesetztestext überhaupt mal gelesen oder verstanden. Es kommen ernste Probleme auf Schützen, die Vereine und auf die Polizei zu. Wer jetzt Ja sagt hat nachher nichts mehr zu melden. Die nächste Verschärfung kommt automatisch. Und die Einsicht aller Schengenstaaten in unsere Waffenregister ein massives Sicherheitsrisiko dazu!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Seit über 100 Jahren hat uns die CH-Waffengesetzgebung Frieden und Sicherheit gebracht. Die Demokratie und das Milizsystem gibt einem Volk die grösstmögliche Garantie, dass nicht eine politische Kraft mit einer Berufsarmee den Bürgern ihre Politik aufzwingen kann (neustes Beispiel ist Venezuela). Das EU-Waffenrecht will das Volk längerfristig entwaffnen. Es ist ein Verwaltungstiger und bringt nicht mehr Sicherheit im Gegenteil.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen