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Legende: Video Mindestfallzahlen wirken sich auf kleine Spitäler aus abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.01.2019.
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«Übung macht den Meister» Bessere Qualität dank Mindestfallzahlen?

Mindestfallzahlen für operierende Ärzte und Spitäler gibt es bereits in verschiedenen Kantonen. Denn «Übung macht den Meister» – darauf baut das System der Mindestfallzahlen. Das Ziel ist dabei immer eine bessere Qualität von Operationen.

Dieser Ansatz stärkt vor allem grosse Kliniken wie Universitäts- oder Zentrums-Spitäler. Am Universitätsspital Basel ist man deshalb zufrieden mit dem System, sagt der ärztliche Direktor, Christoph A. Meier.

Die zentrale Frage sei, ob sich diese Fallzahlen für die Patienten bewährt haben. Da sei man ganz klar auf dem richtigen Weg, sagt Meier: «Es gibt viele Daten, die zeigen, dass höhere Fallzahlen zu besserer Qualität führen. Es gibt aber keine Zahlen, die zeigen, dass kleinere Fallzahlen zu besserer Qualität führen.»

Druck auf die kleinen Spitäler

Klar ist: Es gibt auch Verlierer bei dieser Regelung mit den Mindestfallzahlen, etwa als Beispiel das Spital in Bülach (ZH), ein grosses Regionalspital. Spitaldirektor Rolf Gilgen ist nicht grundsätzlich gegen die Mindestfallzahlen. Aber es setze die kleinen Anbieter unter Druck.

Das Problem für ein Spital sei, wenn man dann immer mehr Leistungsaufträge verliere. Man werde unattraktiv für die Patienten, aber auch bei der Gewinnung von Personal, erklärt Gilgen. «Das Haus wird so immer unattraktiver, und das ist schlecht für den Fortbestand eines Spitals, weil man immer weniger machen kann.»

Die Qualität ist besser

Beim Krankenkassenverband Santésuisse versucht man die Qualität zu erfassen. Und kommt zum Schluss: Sie wird dank den Mindestfallzahlen besser, so Felix Roth, Qualitätsbeauftragter bei Santésuisse. Wer häufig etwas tue, der habe mehr Erfahrung und mehr Routine. Das gelte für Handwerker, wie auch in der Medizin.

Für Roth ist klar: «Der Kanton Zürich hat 2012 die Mindestfallzahlen eingeführt. Das Resultat: Die Sterblichkeit ist markant zurückgegangen. Das sollte in der ganzen Schweiz möglich sein.»

Wer darf was und wie oft operieren? Dieser Fragekomplex wird die Schweizer Spitäler noch beschäftigen. Denn es geht neben medizinischen Fragen nach der Patientensicherheit und den Kosten oft auch um regionalpolitische Spital-Entscheide.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Münz  (Fritz Münz)
    Die meisten Kommentarschreiber hier haben leider überhaupt keine Ahnung von der Materie! Hand auf wer sein Pankreaskarzinom in Hinterfultigen operieren lassen würde, der das 3x im Jahr macht
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  • Kommentar von Charles Halbeisen  (ch)
    Übung kann auch schlampig machen. Meine Schwester wurde von einen Starchirurgen operiert, der alles sehr locker nahm, auch zu spät zum Termin kam. Er hatte einen Riesen-Pfusch abgeliefert,unter dem die Schwester immer noch leidet, und am Schluss gesagt, es handle sich bei dem Fall um Peanuts.
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  • Kommentar von Frank Humbel  (Frank Humbel)
    Im Zweifelsfall sollten die Gesundheitsbehörden die Patientensicherheit höher gewichten als die Regionalpolitik. Ich finde, dass die Mindestfallzahlen vor allem bei Operationstypen gelten sollen, bei denen es um das unmittelbare Überleben des Patienten geht (z. B. Krebsoperationen, Kardiologie...), wo Komplikationen und Infektionen dramatische Konsequenzen haben können ( Darm-OPs...) oder wo eine missratene Operation zu bleibenden Behinderungen führen kann (Orthopädie, Neurochirurgie).
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