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SRF-Korrespondent Bruno Kaufmann: «Der F-35 ist sehr Unterhalts-intensiv»
Aus News-Clip vom 02.07.2021.
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Umstrittener US-Kampfjet F-35: Tiefe Betriebskosten sind nur für 10 Jahre garantiert

Der Bundesrat will den modernsten Kampfjet kaufen, der gleichzeitig auch der günstigste sein soll. Doch die Kosten über die ganze geplante Betriebsdauer von 30 Jahren sind nicht garantiert.

Der Hightech-Kampfjet F-35 habe bei den Kosten die Konkurrenz weit hinter sich gelassen. Für Verteidigungsministerin Viola Amherd der entscheidende Punkt, wieso die Schweiz auf das US-Tarnkappenflugzeug setzen soll. Der F-35 sei insgesamt 2 Milliarden Franken günstiger als die anderen angebotenen Jets, gerechnet über eine Betriebsdauer von 30 Jahren.

Verbindlichkeit der Betriebskosten für 10 Jahre

Doch heute erklärten Fachexperten des Bundes: Die Kosten sind nur für die ersten 10 Jahre garantiert. «Wir haben eine verbindliche Offerte für die ersten 10 Betriebsjahre», sagte Darko Savic, Projektleiter für das neue Kampfflugzeug bei der Rüstungsbehörde Armasuisse.

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Darko Savic von Armasuisse: «Wir haben eine verbindliche Offerte für die ersten 10 Betriebsjahre»
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Für die folgenden 20 Jahre hätten die Experten des Bundesamtes für Rüstung Berechnungen gestützt auf die Offerten gemacht. Projektleiter Savic ist überzeugt, dass die Berechnungen realistisch sind, denn man habe auch die Alterung der Jets berücksichtigt. Weil Armasuisse schon viel Erfahrungen mit den heutigen US-Kampfjets F/A-18 habe, hätte man einige Faktoren wie den Alterungsprozess auch auf die neuen Flugzeuge übertragen können.

Nicht ins Ausland geschaut

Die Experten des Bundesamtes für Rüstung haben genau gerechnet, jedoch keine Erfahrungen aus anderen Ländern mit dem F-35 mit einfliessen lassen. Sechs europäische Staaten betreiben mittlerweile den hochmodernen US-Tarnkappenjet. Vor allem aus Dänemark gibt es Berichte, dass die Betriebs- und Wartungskosten viel höher seien als erwartet.

Laut SRF-Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann habe Dänemark für seine 27 Stück F-35-Jets mit Betriebskosten von rund 8 Milliarden Franken gerechnet. Doch Dänemark habe die Kosten laufend nach oben korrigieren müssen, nun würde man von 12 bis 13 Milliarden ausgehen für eine Betriebszeit von 30 Jahren.

Schweizer Behörde vertraut eigener Rechnung

Die Fachexperten des Bundes erklärten heute in Bern, sie könnten solche Berichte aus anderen Ländern nicht genügend genau überprüfen. Die Länder würden ihre Rechnungen nicht detailliert offenlegen. Man vertraut also ganz den US-Herstellerangaben und den eigenen Berechnungen.

In Skandinavien gibt es aber noch ein weiteres Problem mit den F-35: der Lärm. Wegen Klagen von Anwohnern braucht es in Dänemark Anpassungen bei einem Luftwaffenstützpunkt. Die Kosten dafür seien dreimal höher als geplant, berichtet Nordeuropa-Korrespondent Kaufmann.

Keine Lärmschutzmassnahmen in der Schweiz

Aber auch beim Lärm zeigt sich das Bundesamt für Rüstung nicht besorgt. Obwohl die Messungen ergeben haben, dass die F-35 drei Dezibel lauter sind, was deutlich hörbar sein wird.

Da die F-35 in der Schweiz aber bedeutend weniger als die heutigen F/A-18 fliegen würden, brauche es keine zusätzlichen Lärmschutzmassnahmen. «Die Jahreslärmbelastung bleibt etwa gleich», erklärte Projektleiter Darko Savic. Die Flugplätze müssten lediglich für die Technik der neuen Flugzeuge angepasst werden. Das wird laut Armasuisse Kosten von 100 Millionen Franken verursachen.

«Tagesschau» 19.30 Uhr

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Mehr zum Thema sehen Sie heute in der «Tagesschau» auf SRF 1 um 19:30 Uhr.

F35

Info 3, 02.07.2021, 12:00 Uhr

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96 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Baumgartner  (Beumli)
    Die Handgelder haben überzeugt! Wir brauchen um mal ein Fluzeug von Grenze zu Grenze begleiten sicher kein Angriffsystem.
  • Kommentar von peter suter  (dieZeitdieZeit)
    es scheint die eigenart eines jeden schweizers ein fachmann zu sein, zu jedem erdenklichen thema, jetzt aktuell auch in der kampfjetbeschaffung. die grössten spezialisten befinden sich hier links der politischen mitte und ihr sprachrohr ist einmal mehr das srf. kritischer journalismus wird hier leider einmal mehr mit tendentiöser berichterstattung verwechselt. > hallo srf: faire berichterstattung sieht anders aus.
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    10. 20 oder mehr über 30 Jahre betriebssicher? Sind diese Vögel allweil bei KLEINEM Uebungseinsatz IN DER LUFT der Rest des Trainings ist am Simulator
    Kampfeinsatz Übungen ergeben Verschleiss diese Schwachstellen kennt der Hersteller
    Kampfeinsätze ergeben Totalverluste
    Alle diese Kosten können berechnet werden sind ja bekannt
    Vermutlich wird es billiger F 35‘nach
    5-10 Jahre als Reserve im Hangar zu lassen, und neue Modelle zu beschaffen.