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Auch die Schweiz verbietet Titandioxid in Lebensmitteln
Aus Espresso vom 11.05.2021.
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Umstrittener Weissmacher Auch die Schweiz verbietet Titandioxid in Lebensmitteln

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft E 171 als «nicht sicher» ein. Die Schweiz will den Stoff nun verbieten.

Der Zusatzstoff Titandioxid (E 171 oder CI 77891) steckt in vielen Lebensmitteln. Er macht zum Beispiel Kaugummis oder Salatsaucen weiss oder bringt Schoko-Dragees oder Gebäckglasuren zum Glänzen.

Neuer Stand der Forschung

Titandioxid ist aber auch schon lange umstritten. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass die Nanopartikel in dem Stoff chronische Darmentzündungen verursachen könnten oder sogar Krebs. In Frankreich ist E 171 deshalb seit dem letzten Jahr verboten. Nun zieht auch die Schweiz nach und verbietet Titandioxid. Dies nach einer Neubeurteilung, Link öffnet in einem neuen Fenster der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Aufgrund der aktuellen Forschungslage könne man eine schädliche Wirkung auf das Genmaterial nicht ausschliessen, was zu Krebs führen könne, ist das Fazit der Behörde.

BLV: «Schutz der Bevölkerung»

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zieht nun die Konsequenzen: «Da wissenschaftliche Grundlagen die Sicherheit von Titandioxid in Frage stellen, müssen die notwendigen Massnahmen zum Schutz der Gesundheit getroffen werden», sagt Mark Stauber, beim BLV für die Lebensmittelhygiene verantwortlich, auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso». Man werde deshalb «die weitere Verwendung von E 171 als Lebensmittelzusatzstoff gestützt auf das Vorsorgeprinzip verbieten».

Bis das Verbot in Kraft sei, dauere es aber noch eine gewisse Zeit, so Stauber: Zuerst müssten die rechtlichen Grundlagen umformuliert werden und man müsse noch Stellungnahmen dazu einholen. Bis spätestens Ende 2021 soll es aber soweit sein. Das solle Produzenten und Lebensmittelverkäufer aber nicht daran hindern, jetzt schon Massnahmen zu ergreifen. Einzelne haben auch schon damit angefangen.

«Keine akute Gefährdung der Gesundheit»

Sowohl BLV wie auch die EFSA beruhigen aber auch: Man wolle mit dem Verbot beziehungsweise mit der neuen Einstufung einfach auf Nummer sicher gehen. «Diese Neubeurteilung bedeutet nicht, dass die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten akut gefährdet ist», sagt Stauber. Aber es gebe einfach gewisse Fragezeichen, die das Verbot rechtfertigen würden. Man müsse jetzt aber nicht gleich alle Lebensmittel mit dem Zusatzstoff wegschmeissen.

Auch in Non-Food-Produkten

Titandioxid steckt übrigens nicht nur in Lebensmitteln. Auch Kosmetika, wie beispielsweise Sonnencremen, oder gewisse Tabletten enthalten den Stoff. Diese sind in der neusten Lagebeurteilung der EFSA nicht eingeschlossen. Sie gelten deshalb weiterhin als sicher, nicht zuletzt, weil die Konzentration von E 171 dort auch weniger stark ist, wie in manchen Lebensmitteln. Dies ist zumindest der Stand jetzt (Mai 2021) – die Wissenschaft bleibt weiter dran am Thema.

Espresso, 11.05.2021, 08:13 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Markstaller  (Markstaller)
    Merken Sie etwas? Man stellt fest, dass etwas schädlich ist und .... ZACK, wird es verboten (auf Jahresende). Dass man das schon früher hätte machen können will ich hier nicht auch noch kommentieren. In Bezug auf die bevorstehenden Initiativen werden teilweise Übergangsfristen von 10 Jahren (!!!!) gewährt. Und noch immer wird gejammert und nach Argumenten gesucht, warum gesundheitsschädliches Verhalten nicht geändert werden könne. Na, wer findet den Fehler? :-)
    Freundliche Grüsse
  • Kommentar von Anita Mannhart  (lupus)
    Titanoxid ist auch in vielen Medikamenten drin. Es lohnt sich im Internet nach Inhaltsstoffen zu suchen, nicht Compendium, da stehts nämlich meist nicht drin. Nicht nur Titatanoxid finden wir in Medis, auch Aluminum, gefährliche Farbstoffe (Patentblau V, in USA, Australien u.a. nicht zugelassen) und andere schädliche Dinge.
  • Kommentar von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
    Weiss wie Schnee, eine unnatürliche weisse Deckkraft in Kaugummis, Bonbons, Zahnpastas, in Lebensmitteln, überall wo 171 deklariert ist, schlecht löslich und wird vom Körper nicht ohne weiteres absorbiert; sollte längst verboten werden. Braucht die Schweiz für Entscheidungen treffen vermehrt die EU? Einfach nicht zu fassen!
    1. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Das hat nichts mit EU zu tun.
    2. Antwort von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
      Das dürfen Sie gerne bestimmt wissen.
    3. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Der Kassensturz hat schon am 03.12.2019 berichtet. Auch erwähnt, dass der Stoff in Frankreich verboten wurde.
      Nun braucht es noch das Verbot in Kosmetika und Medikamenten.
      Ich weiss noch nicht ob Zahnpasten dazugehören.
      Insbesondere erwarte ich von Firmen die natürlich oder Gesundheit in ihren Waren verkaufen dies Zusatzstoffe weglassen (Nanopartikel).
      Danke an die Verantwortlichen und die Anpranger. Es lohnt sich.