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Unfälle bei Rangierarbeiten Der Mensch ist oft das grösste Risiko

Nach mehreren Zugkollisionen hat die Unfalluntersuchungsstelle beim Bund angeregt, die Sicherheit beim Rangieren zu analysieren. Ergebnis: Der Mensch ist oft das grösste Risiko. Die Gewerkschaft ist besorgt.

Legende: Audio Rangierunfälle: Oft sind Menschen schuld abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
01:55 min, aus HeuteMorgen vom 03.09.2018.

Bei Vorfällen bei Rangierarbeiten gibt es in den wenigsten Fällen Verletzte. In rund der Hälfte komme es aber zu Sachschaden. Dieser kann auch den Bahnbetrieb der Reisenden stören.

Rangierunfälle ereignen sich in den allermeisten Fällen, weil jemand eine sogenannte Fehlhandlung begeht.
Autor: Olivia EbingerBundesamt für Verkehr

Nach der Analyse verschiedener Rangierunfälle vergangener Jahre sagt Olivia Ebinger, Sprecherin des Bundesamts für Verkehr (BAV): «Rangierunfälle ereignen sich in den allermeisten Fällen, weil jemand eine sogenannte Fehlhandlung begeht. Das heisst: Er oder sie tut etwas, das man nicht hätte tun sollen.»

Ein Beispiel: Das routinierte Rangierpersonal geht davon aus, freie Fahrt zu haben. Deshalb beachtet es das warnende Rangiersignal «Fahrt mit Vorsicht» nicht. Es kommt zu Kollisionen und Entgleisungen. So kam es zu diversen Rangierunfällen – etwa in Bern, Chur, Zürich, Yverdon oder Cadenazzo.

Besorgnis bei der Gewerkschaft

Bei der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV ist man besorgt: Im Jahr 2017 habe das Zug- und Rangierpersonal zahlreiche Signale missachtet. Schuld seien die Arbeitsbedingungen des Rangierpersonals. Gewerkschaftssekretär und SP-Nationalrat Philipp Hadorn spricht von Zeitdruck und Personalmangel.

«Es braucht Ruhe für die Angestellten, es braucht Arbeitsplatzsicherheit, es bracht genügend Personal und eine anständige Infrastruktur, die Qualität sichert», so Hadorns Forderungen.

Es braucht Ruhe für die Angestellten, Arbeitsplatzsicherheit, genügend Personal und eine anständige Infrastruktur.
Autor: Philipp HadornGewerkschaft des Verkehrspersonals SEV

Die Abklärungen des BAV zu den Rangierunfällen reichen dem Gewerkschaftsvertreter nicht. Er sieht Bahnunternehmen und den Bund als Aufsichtsbehörde in der Verantwortung Mitarbeiter zu sensibilisieren

Ebinger entgegnet, bereits jetzt sei die Situation der Mitarbeitenden bei Betriebskontrollen ein Thema: «Wir achten darauf, dass dem Faktor Mensch genügend Beachtung geschenkt wird.» Die Sensibilisierung und die Ausbildung der Arbeitenden durch die Unternehmen selbst hätten einen grossen Einfluss.

Bahnbetriebe könnten allerdings noch stärker sensibilisieren, um Rangierunfälle künftig zu verhindern.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta (Plal)
    Die größte Gefahr bei solchen Berufen ist die Routine. Man meint, man habe alles im Griff und vernachlässigt vermeintliche Details.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Ueberall in jedem Bereich (Arbeit, Freizeit oder einfach im Alltag daheim) sucht "man" gerne (vorallem die Gewerkschaften) Fehler und Gründe bei den "Anderen" zu orten und zu kritisieren! Jede Handlung, die wir Menschen ausüben, hat seine eigene Verantwortung. Geht etwas schief, ist es eben meistens "menschliches Versagen"! Ein Rangierarbeiter, der die gelernten Dienstvorschriften beachtet, vorsichtig arbeitet und auf sich selber gut aufpasst, braucht keine Gewerkschafts-Zusatz-Schulmeister!
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Es waere schon bei den Privatbahnen des 19. Jahrhundert technisch moeglich gewesen, der Bahn die Fahrt nur freizugeben, wenn die Schranken geschlossen sind. Man zog es jedoch vor, uebermuedete Schrankenfrauen, die "fahrlaessig" einen Zug verschliefen, durch den Staat einlochen und fuer den Schaden vom Hungerlohn haftbar zu machen. Im Neofeudalismus spart man den Wachkommandanten-Stellvertreter des Luftpolizeipostens und laesst den einzigen Lotsen verspaetete Privatflugzeuge paempern....
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  • Kommentar von R. Berger (RB.)
    Liebes SRF, prüft doch bitte nochmals die Rechtschreibung in diesem Artikel. Danke.
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    1. Antwort von SRF News
      Besten Dank für Ihren Hinweis. Wir hoffen nun, dass wir alle Rechtschreibefehler erwischt haben.
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