Zum Inhalt springen

Header

Audio
Sind SUV nun sicherer oder nicht?
Aus Espresso vom 21.08.2020.
abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
Inhalt

Unfallstatistik Axa: SUV-Fahrer verursachen mehr Unfälle als jene normaler Autos

Laut der Versicherung Axa sollen SUV zehn Prozent mehr Unfälle verursachen. Grosse Modelle gar noch mehr.

Ein E-Trottinett-Fahrer biegt links ab und übersieht den von hinten kommenden SUV. Während der Fahrer des Autos mit dem Schrecken davon kommt, prallt der Trottinett-Fahrer auf die Windschutz-Scheibe, wird in die Luft geschleudert und landet unsanft auf der Strasse. Zum Glück ist dieser Unfall nur gestellt und Teil eines Crashtests der Axa-Versicherung. Im Fokus dabei die wuchtigen Autos.

Vertiefte Analysen der Schadenstatistik der Axa hätten gezeigt, dass SUV-Fahrer zehn Prozent mehr Unfälle verursachten als die anderen Autos. Bettina Zahnd, Leiterin der Axa-Unfallforschung: «Wir haben die SUV in drei Kategorien eingeteilt: in kleine, mittlere und grosse. Grosse SUV wie der BMW X5 verursachen sogar knapp dreissig Prozent mehr Unfälle als normale Autos.» Aber auch in Unfällen mit Verletzten seien SUV häufiger verwickelt: «Ein SUV verursacht aufgrund seiner Grösse und seines Gewichts grössere Schäden als zum Beispiel ein Kleinwagen», so Zahnd weiter.

Die Erkenntnisse der Axa sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen. «Espresso» hat drei weitere Autoversicherungen angefragt. Bei diesen tönt es anders: SUV seien nicht häufiger in Unfälle verwickelt als andere Autos, so der Tenor.

SUV fallen auf und machen Angst

Dass die grossen, bulligen und teuren SUV auf der Strasse auffallen, das sei von gewissen Besitzern durchaus gewünscht, sagt die Berner Verkehrspsychologin Simone Aeschbach: «Leute, die sich kein solches Auto leisten können, können neidisch werden.» Allerdings gebe es auch Verkehrsteilnehmer, die sich von den überdimensionierten Autos bedroht fühlten.

Video
Axa-Crashtest: So gefährlich sind SUVs bei einem Unfall mit einem Kind (Quelle: Axa)
Aus SRF News vom 21.08.2020.
abspielen

Diese Angst sei durchaus berechtigt, sagt Mike Egle, Medienverantwortlicher von Road-Cross Schweiz: «Einerseits ist der Aufprall wegen des höheren Gewichts heftiger. Für Kinder können SUV besonders gefährlich sein, weil sie bei einem Zusammenstoss auf Kopfhöhe getroffen werden.»

Assistenzsysteme helfen Unfälle verhindern

Allerdings gebe es zwischen den verschiedenen Fahrzeugen grosse Unterschiede in der Bauweise, was die Gefahr für Fussgänger reduzieren könne, sagt Mario Cavegn. Er ist bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (Bfu) für den Strassenverkehr zuständig. «Viel wichtiger als das Fahrzeug ist jedoch der Lenker», so Cavegn.

Die Beratungsstelle propagiert darum auch sogenannte Assistenzsysteme wie Notbrems-Assistent, Spuren- oder Geschwindigkeit-Assistent. «Wenn diese Fahrhilfen den Lenker unterstützen, dann kommt es schon gar nicht zu Unfällen.» In der EU sind diese Assistenzsysteme ab 2024 in jedem Neuwagen vorgeschrieben. Ob sich die Schweiz anschliesst, ist noch offen.

Espresso, 21.08.2020, 08:13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

64 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Sebastian Köhler  (Tekk)
    Weiss nicht was immer alle mit den SUVs haben, z. B ein VW T5 oder die ganzen Lieferwagen, Camper usw. sind auch nicht kleiner und da hab ich noch nie jemanden sich beschweren gehört. Auf der anderen Seite gibt es bestimmt viele die so ein Auto nicht brauchen würden, aber auch viele die gar keins bräuchten und trotzdem eins haben, fakt ist es geht niemandem was an mit was jemand anderes rumfährt, denn wie heisst es so schön? Die eigene Freiheit hört da auf wo sie die eines anderen einschränkt.
  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Schneller, nicht repräsentativer Vergleich auf dem Nachhauseweg, der durch eine Tiefgarage führt: Ich bin 175 cm gross.

    Limousinen haben den Angriffspunkt unterhalb des Knies und eine flach ansteigende Front. Dieser Typ unterfährt mich; ich lande auf der Kühlerhaube und fliege vielleichtüber das Fahrzeug: Resultat Prellungen und vielleicht Knochenbrüche

    SUVs haben den Angriffspunkt Mitte Oberschenkel und eine steile Front; ich werde gequetscht und habe sicher innere Verletzungen…
    1. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Also übers Auto fliegen würde ich schlimmer sehen. Lieber Beine kaputt als Kopf in der Windschutzscheibe. Ich würde aber beides eher nicht versuchen.
  • Kommentar von Ernst Richener  (Schmutz Fink)
    Der SUV ist eines von vielen Problemen im Strassenverkehr!
    Aber ich denke der grössten Unfallverursacher,sind die Unaufmeksamkeit und nicht beherrschen des Fahrzeugs!
    Sobald sich die Räder vom Auto drehen,sollte es zu einem Faradayischen Käfig werden!
    Kein Handy und kein Internet geht mehr!
    Wir hätten im hohen 2 stelligen % Bereich weniger Unfälle!