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Das Universitätsspital Zürich schreibt 2020 einen Verlust von 48 Millionen Franken
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 09.02.2021.
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Universitätsspital Zürich Klinik-Skandale und Corona: Das bewegte Jahr 2020 des Unispitals

Das Coronavirus und Missstände in drei Kliniken: Diese Lehren zieht das Universitätsspital Zürich aus dem Jahr 2020.

Turbulent und fordernd: Das Universitätsspital Zürich hatte im letzten Jahr mit zahlreichen Komplikationen zu kämpfen. Neben der Corona-Pandemie, die zur menschlichen und finanziellen Herausforderung wurde, sorgte auch das eigenmächtige Handeln von drei Chefärzten für Unruhe. An erster Stelle zu nennen ist hier die Schlammschlacht um den ehemaligen Leiter der Herzchirurgie. Ihm wurde vorgeworfen, wissenschaftliche Publikationen beschönigt und in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Nun hat das Universitätsspital einen Schlussstrich unter das Jahr 2020 gezogen.

1. Die Auswirkungen der Coronakrise

«An einen Courant normal war seit März 2020 nicht mehr zu denken», sagt Spitaldirektor Gregor Zünd mit Blick auf die Corona-Pandemie. Sie machte dem Spital auf mehreren Ebenen zu schaffen. Auf finanzieller Ebene hatte vor allem der Stopp von nicht-zwingenden Operationen grosse Konsequenzen. Dies führte während des ersten Shutdowns im Frühling vor allem zu einem Rückgang bei den stationären Patientinnen und Patienten. Auch deshalb resultierte unter dem Strich ein Verlust von 48 Millionen Franken für das letzte Jahr.

Um die finanziellen Einbussen der Spitäler abzufedern, hat der Kanton Zürich Unterstützungsmassnahmen beschlossen. Das Universitätsspital rechnet mit über 30 Millionen Franken, die definitiven Beträge werden aber erst im Verlauf des Jahres festgelegt.

Eine Pflegerin kümmert sich im Universitätsspital Zürich um einen Patienten.
Legende: Die Coronakrise riss im letzten Jahr ein Loch von fast 50 Millionen Franken in die Kasse des Universitätsspitals Zürich. Keystone

Neben der wirtschaftlichen Situation war auch die Pflege- und Personal-Situation eine grosse Herausforderung. Man habe die Coronakrise im Spital bislang gut gemeistert, so Zünd. Dies sei der aussergewöhnlichen Leistung des Personals zu verdanken. Aber er sagt auch: «Im Spitalbetrieb können wir Überlastungsanzeichen feststellen beim Personal.» Aus diesem Grund hat das Unispital eine Covid-Stress-Hotline eingerichtet, um Belastungssituationen aufzufangen und zu klären. Zudem werden Entlastungs- und Wertschätzungsmassnahmen wie Massagen für das Personal zusammengestellt. Dies soll die Situation auch 2021 verbessern.

2. Die Lehren aus den Klinikmissständen

Stark beschäftigt haben das Universitätsspital im letzten Jahr zusätzlich die Missstände in drei Kliniken. Es ging dabei um geschönte wissenschaftliche Publikationen, um die Gefährdung von Patienten und um Bereicherungen. Die Leitung des Spitals beteuert, Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen und Massnahmen getroffen zu haben. So stünden etwa alle drei betroffenen Kliniken unter neuer Leitung. Dadurch sei wieder Ruhe eingekehrt.

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Aus dem Archiv: Unispital trennt sich von Herzklinik-Leiter
Aus Schweiz aktuell vom 03.09.2020.
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Von einer toxischen Stimmung am Unispital, wie medial teilweise berichtet, könne keine Rede sein, sagt Zünd. Und trotzdem wolle man mit diversen Massnahmen die Unternehmenskultur verbessern. So sei das Spital daran, eine externe Whistleblower-Plattform zu etablieren, über die Missstände gemeldet werden können. Und die Zusatzhonorare von Ärzten sollen auch neu geregelt werden. Hier sei man mit der Gesundheitsdirektion in Kontakt.

3. Der «Circle» als Lichtblick

Positiv stimmt das Universitätsspital die Eröffnung der neuen Klinik am Flughafen Zürich im letzten Oktober. Bereits heute werden dort täglich rund 850 Patientinnen und Patienten behandelt. Vermehrt ambulante Fälle sollen auch in Zukunft in den «Circle» ausgelagert werden. Dies sorge dafür, so Zünd, dass der Hauptstandort entlastet, Doppelspurigkeiten vermieden und die Kosten tief gehalten werden können.

SRF 1, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Die EBITDA ist positiv, es müsste also genügen für 1 Jahr die Steuern und Zinsen zu erlassen sowie Abschreibungen zu einem grossen Teil auszusetzen.
    "Money out of the pocket" wäre gar keines nötig.