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Wandern nun UNO-Botschaften aus Genf ab?
Aus HeuteMorgen vom 08.09.2020.
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UNO in Genf Beginnt ein Auszug der Diplomaten aus Genf?

Benin und die Salomonen ziehen ihre diplomatischen Vertretungen bei der UNO in Genf ab – ist nun das «internationale Genf» gefährdet?

Nach dem Abzug von Benin und der Salomonen spricht die Westschweizer Zeitung «Le Temps» von einem «schlechten Zeichen für das internationale Genf», das den Anspruch hat, dass hier jedes Land der Welt vertreten ist. Die Befürchtung ist nicht aus der Luft gegriffen, zumal der Wettbewerb um die Ansiedlung internationaler Organisationen immer schärfer wird.

Nicht zuletzt für Drittweltländer ist die Präsenz in Genf jedoch wichtig, da hier viele für sie bedeutende Organisationen ansässig sind, zum Beispiel die Weltgesundheits- oder die Welthandelsorganisation.

Benin begründet die Schliessung der Vertretung in Genf mit einem neuen diplomatischen Konzept, das nicht mehr auf ständige Vorort-Präsenz, sondern auf diplomatische Reisen von Fall zu Fall setzt. Deshalb schliesst die Regierung auch zahlreiche weitere Botschaften, etwa jene bei der EU in Brüssel oder bei Afrikanischen Union in Addis Abeba. Im Fall der Salomonen werden primär finanzielle Gründe angeführt.

Positive Signale in Genf

Zwar werden die beiden Abgänge aus Genf beklagt, allerdings sieht es vorläufig nicht danach aus, dass sie eine Kaskade weiterer auslösen. Seit 2010 haben in Genf sogar 16 Staaten zusätzlich eine diplomatische Vertretung eröffnet. Zurzeit sind 177 der 193 UNO-Mitgliedsländer präsent.

Es finden in Genf inzwischen mehr internationale Konferenzen statt als am New Yorker UNO-Hauptsitz. Im Moment laufen zudem Gespräche mit einem halben Dutzend weiterer Länder, die sich neu in Genf etablieren möchten. In drei Fällen scheint lediglich noch die Corona-Situation die Eröffnung einer Mission in Genf zu verzögern.

Flaggen der UNO-Staaten vor dem Palais des Nations in Genf
Legende: 177 der 193 UNO-Mitgliedsländer sind in Genf vertreten. Keystone

Konkurrenz wächst

Das sind erfreuliche Signale für die Rhonestadt. Sie behauptet sich als weltweite Diplomatie-Metropole gut, obschon die Konkurrenz im härter wird, weil immer mehr Städte um die Ansiedlung von internationalen Organisationen buhlen: Wien, Nairobi, Seoul, Bonn, Abu Dhabi, Kopenhagen. Manche Regierungen locken mit grosszügiger finanzieller Unterstützung.

Die Schweiz bemüht sich ebenfalls, jedoch in geringerem Ausmass: Die Eidgenossenschaft unterstützt die dringend nötige Renovierung des Palais des Nations in Genf mit einem umfangreichen Darlehen. Sie hilft darüber hinaus vor allem Regierungen armer Länder, etwa bei der Suche nach geeigneten, nicht zu teuren Gebäuden oder mit der Vermittlung von Stagiaires. Der Kanton Genf wiederum gewährt in einzelnen Fällen auch direkte finanzielle Anreize, etwa durch eine Verbilligung von Mieten.

Heute Morgen, 8.9.2020, 6:00 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    An internationalen Konferenzen wird oft nur heisse Luft produziert. Auch zahlen Diplomaten keine Steuern. Die Schweiz und Stadt und Kanton Genf haben hohe Infrastruktur und Sicherheitskosten.
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Über das Genfer Büro des "Pacific Islands Forum" bleiben die Salomonen in der Rhonestadt weiterhin vertreten, ohne dass der eher arme Inselstaat seine Vertretung dort finanzieren muss.
  • Kommentar von ueli hofer  (refoh,parteifrei)
    Spielt es eine Rolle, dass das überlaufene Genf in Sachen Ansiedelung internationaler Organisationen vielleicht etwas zurückfällt?

    Je mehr bedeutende internationale Niederlassungen in Genf, desto mehr setzt sich diese Stadt terroristischen Zielen aus.

    Sorge tragen und Pflege wichtiger Aemter ist richtig.
    Neue Organisationen ansiedeln hat keinen Sinn.
    1. Antwort von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
      Inwiefern ist Genf überlaufen?