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Legende: Video Fitnesscenter ohne Geräte: Muskelspiel um tausende Franken abspielen. Laufzeit 06:06 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.03.2019.
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Unsportliche Mrs.Sporty Fitnessclub ohne Geräte

Bei Mrs.Sporty St.Gallen werden die Geräte durch Bildschirme ersetzt. Enttäuschte Mitglieder bleiben auf Abos sitzen.

Bewegung ist Astrid Neuhaus wichtig. Mehrmals täglich geht sie mit ihrem Hund spazieren. Vor einem Jahr erhielt sie ein neues Kniegelenk. Um die Muskeln nach der Operation wiederaufzubauen, interessierte sich die Rentnerin für ein Probetraining bei Mrs.Sporty in St.Gallen: «Ich fand dies eine gute Sache. Sie haben Maschinen, an denen man mit dem eigenen Gewicht arbeitet.»

Legende: Video «Ich habe das Abo wegen den Geräten gelöst.» abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus Kassensturz vom 26.03.2019.

Weil es ihr gefiel, unterschrieb Astrid Neuhaus im letzten Frühling den Zweijahresvertrag, den ihr die Franchisenehmerin und so genannte Clubinhaberin in St.Gallen vorsetzte. Kosten pro Jahr: rund 1200 Franken.

Ganz neues Trainingskonzept

Die Fitnessclubs von Mrs.Sporty sind nur für Frauen. Zehn Clubs gibt es in der Schweiz. Die Franchisegeberin mit Sitz in Deutschland schreibt das Konzept vor. Die Übungen absolvierten die Fitnesssportlerinnen an Geräten in einem Rundgang.

Saal ohne Geräte nur Bildschirm und Hanteln...Frau trainiert
Legende: Die Anleitung zum Training gibt's nur noch via Bildschirm. SRF

Doch dann im letzten Oktober kündete die Clubinhaberin eine grosse Änderung an: Alle Maschinen kamen weg. Mit Hanteln trainieren die Mitglieder seitdem vor einem menschengrossen Bildschirm, genannt Pixformance. Darauf zu sehen: eine virtuelle Instruktorin und das eigene Spiegelbild. Für Astrid Neuhaus war das gar nicht in Ordnung: «Ich bin hierhergekommen wegen der Maschinen.» Daraufhin kündigte sie.

Auch die Kollegin Regula Bär hat sich über die Umstellung geärgert. Sie hat den Vertrag nur wenige Wochen vor der Konzeptänderung abgeschlossen. Darüber hat sie die Clubinhaberin nicht informiert: «Vierzehn Tage später ist alles anders. Ohne Geräte – und ich bin ja eigentlich wegen der Geräte trainieren gegangen.»

Keine Abo-Rückerstattung

Auch Priska Blättler hat wenige Wochen vor der Umstellung einen Zweijahresvertrag bei Mrs.Sporty St.Gallen abgeschlossen. Wegen starker Arthrose kamen die neuen Übungen vor dem Bildschirm für Priska Blättler nicht in Frage: «Da ich ohne Hilfsmittel keine Kniebeugen machen kann, kann ich nun nicht mehr trainieren.» Priska Blättler schickte der Clubbetreiberin mit der Kündigung ein ärztliches Zeugnis.

Doch nicht einmal Arztzeugnisse beeindrucken die Betreiberin von Mrs.Sporty in St.Gallen. Sie will keiner der unzufriedenen Kundinnen das Fitnessabo zurückerstatten. Die Begründung von Clubinhaberin Priska Keller gibt es für «Kassensturz» nur schriftlich: «Das Konzept hat sich nicht verändert, sondern lediglich die Trainingsmethode, und das für den gleichen Preis.»

Kein Entgegenkommen

Andere Mrs.Sporty-Filialen kommen Kundinnen entgegen. In Kloten konnte zurücktreten, wer nicht vor dem Bildschirm trainieren wollte. Mrs.Sporty-Geschäftsführer Niclas Bönström betont: Die neue Trainingsmethode sei kein Leistungsabbau. Über eine Abo-Rückerstattung entscheide einzig und allein die Franchisenehmerin.

Niclas Bönström kündigt an, er wolle sich mit der Verantwortlichen in St.Gallen treffen: «Es ist das erste Mal, dass Franchisepartner Probleme mit ihren Mitgliedern nicht lösen können.» Geld zurück gibt es für die unzufriedenen Kundinnen vorerst nicht. Einzig Priska Blättler wurden die Gebühren für ein Jahr erlassen.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Ezio Fadi  (Ezio)
    Interessant, dass Zwängeleien von 3 älteren Damen ungefiltert für einen Beitrag genutzt werden, jedoch die übrigen 5000 zufriedenen Mitglieder nicht zu Wort kommen. Dass ein Arzt funktionelles Training verbietet ist fragwürdig. Wir sitzen zu viel (auch in den Fitness-Studios). Wir sollten uns aufrichten und möglichst viel im Stehen trainieren. Das ist unser natürliches Bewegungsmuster. Funktionelles Training heisst die Lösung und dies bietet MRS.SPORTY in Perfektion!
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  • Kommentar von Larissa D'Amore  (Tala)
    Ich bin seit 3 Jahren Mitglied und war und bin begeistert. Und das nicht informiert worden wäre über di Änderung stimmt so einfach nicht. Es gab mehrere Info Abende darüber. Selber Schuld wenn man nicht an so einem Info Abend teil nimmt. Ich finde die Bildschirme viel besser, das Programm kann individuell angepasst werden und ich kann Trainieren wann ich will ohne warten zu müssen bis das Studio öffnet. Für mich als Hausfrau von 2 Schulkindern perfekt.
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  • Kommentar von Gabriela Schmidt  (Tschii74)
    Es ist ja wohl abhängig, was jeder für sich will... und dass nun aufgrund des Verhaltens einer Club-Betreiberin, deren Hintergründe nicht genannt wurden, alle Clubs so sein sollen, stimmt schlichtweg nicht. Ich trainiere selbst seit über 3 Jahren in Kloten, hatte ebenfalls Knieprobleme. Mein Programm wurde individuell auf mich angepasst, so dass ich nicht - wie die Dame im Bericht erwähnte - nur den Oberkörper trainieren musste. Kommunikation heisst das Zauberwort.
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