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Legende: Audio Die meisten Online-Hundeinserate verstossen gegen das Gesetz abspielen. Laufzeit 06:50 Minuten.
Aus Espresso vom 05.04.2019.
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Untersuchung des STS Viele Online-Hundeinserate verstossen gegen das Gesetz

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit einem Jahr gibt es in der Tierschutzverordnung strengere Regeln für Hundeinserate. Damit will man vor allem luschen Welpenhändlern und Betrügern einen Riegel schieben.
  • Der Schweizer Tierschutz (STS) sagt nun nach einem Test: 90 Prozent der untersuchten rund 300 Inserate erfüllten die Vorgaben nicht.
  • Hinter einem Drittel der Inserate vermuten die Tierschützer Betrug oder illegalen Hundehandel.
  • Der Bund will jene Plattformen, die im Test schlecht abgeschnitten haben, auf die Regeln hinweisen. Es drohen Bussen bis zu 10'000 Franken.
  • Bei einzelnen Plattformen heisst es: Man gebe sich Mühe, Missbrauch lasse sich aber nie ganz verhindern.

Die Tierschützer nahmen schon 2016 die Inserate im Internet unter die Lupe. Schon damals stellte man fest, dass es von unseriösen Anzeigen nur so wimmelt. Dies auch wegen der laschen Vorgaben und Kontrollen der betreffenden Internetplattformen.

Die Tierschutzverordnung wurde deshalb zumindest bei den Hundeinseraten verschärft. Seit März 2018 sind die Inserenten verpflichtet, nebst allen wichtigen Angaben zum Hund, ihre Kontaktdaten anzugeben. Dazu gehören Name samt Adresse sowie Informationen zum Zucht- und Herkunftsland.

Ziel verfehlt

Jetzt hat STS hat erneut rund 300 Hundeinserate überprüft. Sprecherin Helen Sandmeier stellt konsterniert fest: «Man hat es nicht geschafft, den Wildwuchs einzudämmen.» Fast 90 Prozent der Inserate erfüllten die neuen Vorgaben nicht oder nur zum Teil.

Bei einem Drittel der Inserate gehen die Tierschützer zudem davon aus, dass dubiose Hundehändler dahinterstecken oder dass es Fake-Inserate von Betrügern sind, die ihren Opfern Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Es gibt auch positive Beispiele: Auf grossen Plattformen wie Anibis, Tutti oder Tierwelt wurden laut STS immerhin keine verdächtigen Inserate entdeckt.

Sonderfall Petfinder

Die Plattform liegt im Tierschutz-Ranking im Mittelfeld. Der Tierschutz kritisiert, dass die Adress-Angaben des Verkäufers nicht ersichtlich waren. Auf Anfrage von «Espresso» heisst es bei Petfinder, die Adressen der Verkäufer würden erst angezeigt, wenn man sich als Kunde auf der Plattform registriere. Man habe sich aus Datenschutzgründen zu diesem Schritt entschieden.

Bussen bis 10'000 Franken sind möglich

Die STS fordert jene Anbieter, die beim neuen Test schlecht abgeschnitten haben, dazu auf, die gesetzlichen Vorgaben durchzusetzen. Auch der Bund müsse die Regeln durchsetzen.

Beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) heisst es, man werde die entsprechenden Anbieter per Brief auffordern, sich an die Regeln zu halten. Wer dies auch dann nicht tue, müsse mit einer Busse von bis zu 10'000 Franken rechnen.

Findix: Diverse Massnahmen

«Espresso» hakt bei jenen Inserate-Plattformen nach, die im STS-Test am schlechtesten abgeschnitten haben.

Eine Antwort erhalten wir nur von zweien: «findix.ch» schreibt, man habe diverse Massnahmen eingeführt. Man fordere die Inserenten dazu auf, sich an die Vorgaben zu halten und kontrolliere die Inserate täglich auch manuell. Auch damit lasse sich freilich ein Missbrauch nicht ganz unterbinden. Unseriöse Inserenten würden immer Wege finden, um auf die Plattform zu kommen.

Das Problem sei bekannt, heisst es bei «neueste.ch». Man habe aber gute Spamfilter, welche Fake-Inserate herausfischten. Es gebe aber ein anderes Problem: Hacker-Angriffe. Die Seite sei kürzlich von Millionen von Fake-Inseraten überschwemmt worden. Da stosse man mit der Kontrolle an Grenzen.

Von Findino, Inserate Basel und Marketino gibt es keine Reaktion. Bei Mundimascota führt die Anfrage in eine Sackgasse.

Tierkäufer müssen kritisch und wachsam bleiben

Für jene, die im Internet ein Haustier suchen, heisst es: Kritisch bleiben. Inserate genau prüfen. Nie im Voraus Geld überweisen und darauf bestehen, dass man das Tier vor Ort besichtigen kann.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Schelker  (4435Lord)
    Der Tierschutz sollte sich um QUALZUECHTUNGEN zu verhindern.
    Den Züchtern und Käufer sollte man vielleicht die Nase zunähen damit sie auch nach Luft schnappen.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Nicht zu vergessen: Millionen Tiere werden jedes Jahr quer durch Europa transportiert, bis nach Nordafrika und in den Nahen Osten. Die Rinder sind oft tage, oder wochenlang eingepfercht auf Lastwagen und Schiffen unterwegs oder müssen bei viel zu grosser Hitze ohne Wasser an den Grenzübergängen ausharren. Schon kleine Kälber werden über 3000 Kilometer weit transportiert. Am Ziel angekommen, erwartet die Tiere ein qualvolles Ende in den Schlachthöfen der Drittländer. Unfassbare Tierquälerei!
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Dieser kleine Schnügel sucht eine neue Heimat.
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