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Basler Startup profitiert vom gesteigerten Bewusstsein für Nachhaltigkeit.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 16.11.2020.
abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.
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Upcycling Dank Öko-Trend: Basler Jungunternehmer expandieren in die EU

Revendo sammelt alte Handys, macht sie wieder fit und verkauft sie weiter. Nun wagt das Start-Up den Schritt in die EU.

Lieber ein gebrauchtes, statt ein neues Smartphone kaufen: Das liegt im Trend. Spüren tut dies das Basler Jungunternehmen Revendo, das gebrauchte Hardware wie Handys, Tablets und Laptops auf Vordermann bringt und weiterverkauft. «Früher kauften die Leute bei uns ein, weil sie Geld sparen wollten, heute steht eher die Nachhaltigkeit im Zentrum», sagt Laurenz Ginat, der Co-Geschäftsleiter von Revendo.

Das bestätigt auch eine kürzlich publizierte Studie von Comparis, die das Konsumverhalten bezüglich Smartphones in der Schweiz untersuchte. Acht Prozent aller Befragen gab an, ein Handy aus zweiter Hand zu nutzen – und zwar unabhängig vom Einkommen.

Vom Trend profitiert Revendo. Das Geschäft läuft so gut, dass das Basler Jungunternehmen nun ins Ausland expandiert. Revendo übernimmt ein bestehendes Reparatur-Zentrum in Bratislava.

Vom Maturanden zum Jungunternehmer

Der 26-jährige Laurenz Ginat hat vor sieben Jahren Revendo mitbegründet. Er war damals gerade fertig mit der Matur und begann mit seinem drei Jahre älteren Geschäftspartner Aurel Greiner mit dem Reparieren von Handys. «Wir hatten keinen Businessplan im Kopf, sondern wollten einfach loslegen», sagt Ginat.

Laurenz Ginat
Legende: Frisch ab der Matur hat Laurenz Ginat begonnen, gebrauchte IT-Produkte weiterzuverkaufen. Revendo

Mittlerweile beschäftigt ihre Firma rund 100 Mitarbeitende in neun Filialen in der ganzen Deutschschweiz. Insgesamt verkauft Revendo rund 50'000 gebrauchte Geräte im Jahr. Der Preis für ein Smartphone variiert je nach Alter des Handys zwischen 100 und 700 Franken.

Am Hauptsitz im Basler Gundeldingen-Quartier befindet sich die Reparaturwerkstatt. 30 Technikerinnen und Techniker nehmen hier gebrauchte Handys, Laptops, Bildschirme und Tablets von Privatpersonen oder Geschäften in Empfang, löschen die Daten darauf und säubern sie. «Viel zu reparieren gibt es eigentlich nicht, die meisten Geräte sind in sehr gutem Zustand», sagt Ginat.

Alte Geräte ins Ausland schicken

Der Grund: Die Geräte seien in vielen Fällen hochwertige Apple-Produkte. «Günstigere oder alte Geräte können wir kaum kostendeckend reparieren», sagt Ginat. Gerade bei den Smartphones sei zudem die Kaufbereitschaft ziemlich klein, ein älteres Modell zu kaufen - wie beispielsweise das iPhone 5S, das Ende 2013 auf den Markt kam.

Anders sei die Situation im europäischen Ausland, glaubt Ginat. Er hofft deshalb, ältere Apple Geräte aus der Schweiz ins neue Reparatur-Zentrum in Bratislava zu schicken und dort auch verkaufen zu können.

Markt mit leicht veränderten Vorzeichen

Grundsätzlich wolle man in der Slowakei aber vor allem gebrauchte Geräte aus Wien und Bratislava reparieren und weiterverkaufen. Anders als in der Schweiz ist die Dichte an Apple-Produkten in der EU allerdings geringer. «Wir wollen uns dort auf den Kreislauf mit Android-Geräten spezialisieren», sagt Ginat.

Zugute komme Revendo, dass im Reparatur-Zentrum in Bratislava bereits ein erfahrenes Team an Technikerinnen und Technikern arbeite. Mit dem Schritt ins Ausland will Revendo seine Reichweite deutlich ausdehnen, und zwar nicht nur auf die Slowakei und Österreich, sondern auch auf Tschechien, Polen, Ungarn und Deutschland.

Regionaljournal Basel, 14.11.2020, 17.30 Uhr;

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