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Verbot von Halogenleuchten Schaden LED-Lampen der Gesundheit?

Ab dem 1. September dürfen keine Halogen-Leuchtmittel mehr verkauft werden. Bei der Alternative LED gibt es Bedenken.

Legende: Audio Licht aus für Halogenleuchten abspielen. Laufzeit 31:13 Minuten.
31:13 min, aus Rendez-vous vom 17.08.2018.

Seit 2009 verschwinden Glühbirnen und Leuchtmittel, die viel Energie verbrauchen, schrittweise vom Markt. Eine Verordnung der EU ist dafür verantwortlich, die auch die Schweiz nachvollzieht. Viele Konsumentinnen und Konsumenten sind deshalb in den letzten Jahren auf Halogen-Leuchtmittel umgestiegen.

Für jene Lampen, für die das Verbot gilt, gibt es Alternativen auf LED-Basis.
Autor: Albert StuderusGeschäftsführer der Schweizer Lichtgesellschaft

Ab dem 1. September gilt aber auch für diese ein Verbot. Was das bedeutet, erklärt Sönke Moosmann, Sprecher von Ledvance in Deutschland, einem der weltweit führenden Hersteller von Leuchtmitteln: «Die Hersteller dürfen die betroffenen Halogenlampentypen nicht mehr an die Händler liefern.»

Alternativen zu Halogen

Die Händler dürfen ihre Restbestände aber weiterverkaufen. Mit anderen Worten: Es hat noch, solange es hat. Sobald die Lagerbestände aufgebraucht sind, werden die Lampenbesitzer umsteigen müssen. Es gebe für fast alle Lampentypen eine Ausweichmöglichkeit, ist Albert Studerus, Geschäftsführer der Schweizer Lichtgesellschaft, überzeugt: «Für jene Lampen, für die das Verbot gilt, gibt es Alternativen auf LED-Basis.»

Strassenlampen.
Legende: LED-Strassenbeleuchtung im deutschen Bundesland Niedersachsen. Reuters

Doch Leute vom Fach machen da ganz andere Erfahrungen. Bettina Mark von der Firma Formaluce in Bern zum Beispiel kennt Lampentypen, für die es keine LED-Leuchtmittel gebe, die passen würden. Und auch mit vielen Dimmern werde man Probleme bekommen: «Es gibt zwar dimmbare LED-Leuchtmittel, aber diese werden vermutlich nicht mit allen Dimmern funktionieren, die bereits montiert sind.»

Fragen offen

Es sei unbefriedigend, dass man nicht genau wisse, was ab dem 1. September alles lieferbar sei oder was noch funktioniere, sagt die Fachfrau für Beleuchtung: «Auch wir haben von unseren Lieferanten unterschiedliche Auskünfte bekommen und wissen selbst nicht genau, wie es dann sein wird.»

Ich erwarte im Minimum, dass der Bundesrat die Bevölkerung über allfällige gesundheitliche Probleme informiert.
Autor: Regula RytzPräsidentin Grüne Partei

Kommt dazu, dass die LED-Technologie bei Umweltpolitikerinnen und -politikern umstritten ist, weil LED-Leuchtmittel wegen ihres Anteils an blauem Licht im Verdacht stünden, gesundheitliche Probleme auszulösen, erklärt die Präsidentin der Grünen Partei, Regula Rytz. Sie hat dem Bundesrat deshalb eine ganze Reihe von Fragen unterbreitet. «Ich erwarte im Minimum, dass der Bundesrat die Bevölkerung über allfällige gesundheitliche Probleme informiert.» Es gebe LED-Leuchtmittel, die stark flackern und flimmern würden. «Das kann zum Beispiel Kopfschmerzen verursachen.»

Teurere Produkte

Das blaue Licht sei überhaupt kein Problem, ist sich Studerus sicher. Verschiedene Studien würden das belegen. Auch wegen des Flackerns müsse man sich keine Sorgen machen, beschwichtigt der Lichtexperte: «Das Flackern findet in einem Frequenzbereich statt, der weit oberhalb der Schwelle ist, die wir als Menschen noch wahrnehmen können.»

Sicher ist: Die LED-Leuchtmittel sind massiv teurer als die bald verbotenen Halogen-Produkte. Dafür weisen sie aber eine deutlich längere Lebensdauer von bis zu 15’000 Stunden auf.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Hobi (hitch)
    Am meisten spart man, wenn man das Licht abschaltet. Bei mir gegenüber hat es neu eine Bank. Die Beleuchtung ist die ganze Nacht an... Abgesehen davon: LED ist super. In meiner Firma sparen wir ca. 10000 Fr.- pro Jahr, müssen weniger kühlen und das Licht ist sehr angenehm.
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  • Kommentar von Sascha Freitag (SF)
    Ich hab seit 4 Jahren das ganze Haus auf LED umgerüstet und niemand hat Probleme damit. Besser noch, es liessen sich einige Probleme lösen, in Räumen, wo früher die Beleuchtung sehr schlecht war. Einige Hersteller liefern schlechte, andere gute LED Leuchtmittel. Die Erfahrung muss man leider machen. Und wenn man in den Gängen Schalter mit Orientierungsbeleuchtung und mehrere Lampen, hilft leider nur probieren, damit es einwandfrei funktioniert.
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  • Kommentar von Martin Guntli (MaGu)
    Für eine Halogenständer-Lampe braucht es eine Halogenbirne mit Fassung R7s. Sie gibt 5000 Lumen her. Jetzt gibt es LED Birnen mit der Fassung R7s, und die geben nur 2000 Lumen her bei einem 5 mal höheren Anschaffungspreis. Die Ständerlampe brennt also nicht einmal halb so hell mit der Led Birne. Eine Sauerei !
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