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Vergleich Heizungssysteme Öl- und Gasheizungen sind langfristig nicht günstiger

Die meisten Schweizer Häuser werden mit Öl oder Gas geheizt. Dabei zahlen sich alternative Heizsysteme langfristig aus.

Legende: Video Heizen mit Öl: Erneuerbare Alternativen sind oft günstiger abspielen. Laufzeit 18:44 Minuten.
Aus Kassensturz vom 22.01.2019.

In fast zwei Dritteln aller Schweizer Gebäude wird mit Öl oder Gas geheizt. In Bezug auf Heizöl belegt die Schweiz einen unrühmlichen Spitzenplatz in Europa. Ausser Luxemburg verbrauchte 2016 kein anderes Land so viel Heizöl pro Kopf. Das Problem: Diese Heizungen stossen Unmengen an CO2 aus.

Grafik Anteil Öl- und Gasheizungen. Schweiz im Vergleich mit Dänemark und Schweden.
Legende: Im Vergleich zu den kalten nordischen Ländern fällt der hohe Anteil der Schweiz auf. SRF

Fossile Heizungen oft wieder mit Öl oder Gas ersetzt

Zwar nimmt hierzulande die Zahl der Ölheizungen und der Verbrauch von Heizöl seit Jahren ab. Doch noch immer wird rund die Hälfte aller alten Öl-Heizungen durch neue, fossile ersetzt. Dies zeigt eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Energie (siehe Linkbox unten)

Daran trage auch die Heizungsbranche Schuld, sagt Energie-Experte Elmar Grosse Ruse von der Umweltschutzorganisation WWF: «Die Installateure verdienen offenbar noch am besten mit Gas und Öl. Vielleicht wissen sie hier auch am besten Bescheid.» Deshalb würde oft vorgeschlagen, beim Öl zu bleiben. Viele Hausbesitzer verliessen sich auf ihren Installateur.

Die Stadt Winterthur will nach einem Volksentscheid von 2012 möglichst bald weg von fossilen Heizungssystemen und hin zu einer 2000-Watt-Gesellschaft. Damit die Stadt ihr Ziel erreicht, setzt sie auf kostenlose Energieberatungen für Hausbesitzer.

«Wir stellen fest, dass die Fehlmeinung verbreitet ist, Öl sei das günstigste Heizungssystem», erklärt Energieberater Tobias Hösli. Er und seine Kollegen müssen den Hausbesitzern dann jeweils erklären, dass dies so pauschal nicht stimme.

Legende: Video Energieberater Tobias Hösli abspielen. Laufzeit 00:08 Minuten.
Aus Kassensturz vom 22.01.2019.

Wärmepumpe kann sich lohnen

Im Gegenteil: Die Investitionskosten liegen zu Beginn bei erneuerbaren Heizungssystemen wie beispielsweise Wärmepumpen zwar deutlich höher als bei einer Öl- oder Gasheizung. Der Vergleich am Beispiel eines neu erstellten Einfamilienhauses mit durchschnittlichem Energieverbrauch zeigt jedoch, dass sich die Umstellung langfristig auch finanziell lohnen kann.

Säulendiagramm Vergleich verschiedener Heizungssysteme.
Legende: Langfristig kann sich eine Umstellung auf alternative Heizungssysteme lohnen. SRF

Beim Umrüsten einer bestehenden Heizung in einem älteren Gebäude kommen noch Kosten hinzu, beispielsweise für die Demontage von Heizung und Öltank. Diese Kosten variieren je nach Gebäude. Viele Gemeinden und Kantone unterstützen den Heizungswechsel aber mit Fördergeldern.

Wärmepumpen sind praktisch wartungsfrei und deshalb günstiger im Betrieb. Bei den fossilen Heizungen fallen vor allem die jährlichen Energiekosten für Öl und Gas schwer ins Gewicht: Ausgehend von aktuellen Preisen kostet der Heizölbedarf für ein Einfamilienhaus pro Jahr durchschnittlich 2300 Franken, Gas ist noch teurer. Bei den Wärmepumpen hingegen liegen die Kosten für den Strom unter 1000 Franken. Fazit: Auf längere Frist sind Gas und Öl nicht günstiger.

Fossile Heizungen sind CO2-Schleudern

Deutliche Unterschiede zeigen die verschiedenen Heizungen allerdings bei der CO2-Bilanz. Pro Jahr verursacht eine durchschnittliche Ölheizung über 5000 kg klimaschädliches CO2. Etwas tiefer ist der CO2-Ausstoss einer Gasheizung. Im Vergleich dazu ist die Klimabelastung bei den Wärmepumpen marginal.

Säulendiagramm CO2-Ausstoss
Legende: Die Klimabelastung von Wärmepumpen ist verschwindend klein. SRF
Legende: Video Studiogespräch mit Ueli Bamert von Swissoil und Christoph Schaer von Suissetec abspielen. Laufzeit 09:53 Minuten.
Aus Kassensturz vom 22.01.2019.

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139 Kommentare

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  • Kommentar von josef jenni (Josef Timoteo)
    Ich mag gut recherchierte Kassensturz Beiträge, dieser ist leider keiner davon. Alternativen zu Öl und Gas gibt es mehrere eine die mir besonders sinnvoll scheint ist die kombination von thermischer Solarenergie und Holz,beides einheimisch, funktioniert schon seit langem und fällt im Winter nicht dem Stromnetz zur last
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  • Kommentar von Roland Brunner (RoBru)
    Ich besitze selber eine Wärmepumpe Luft, die von Ihnen im Betrag angegebenen Energiekosten sind viel zu optmistisch angegeben und entsprechen nicht der Realität. Sie dürfen die Zuschauer nicht mit lügen beeinflussen sonst sind Sie nicht besser als die Betrüger die Sie aufdecken. Die elektrische Energie wird zudem in Zukunft teurer werden. Für die elektrische Energie der WP habe ich in den letzten Jahren für ein EFH um Fr. 2000. bezahlt. Herr Balmer hat völlig recht mit seinen Aussagen im Bericht
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  • Kommentar von silvan bissegger (s.biss)
    Der Bericht ist fehlerhaft verfasst und jedes Gebäude(vorallem ältere) hat ihre speziellen Bedürfnisse. Das Beispiel mit dem Gebäude der Winterthurer Familie ist schlecht gewählt. Bei Gebäuden die vor dem Heizungsersatz modernisiert wurden machen Wärmepumpen etc. natürlich Sinn. Die Vergleiche mit Schweden 6% und Dänemark31% sind problematisch. Der Anteil an Ölheizungen ist dort klein,da viel Holz vorhanden. Meine unabhängige Heizungsberatung(nicht wie Winterthur), ergab für mich privat Öl!
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