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Verkauf aller Fifa-Rechte Wie stehen die Chancen für Infantino?

Legende: Audio Experten zu den Verkaufsplänen des Fifa-Bosses abspielen. Laufzeit 02:30 Minuten.
02:30 min, aus HeuteMorgen vom 19.11.2018.
  • Fifa-Präsident Gianni Infantino will offenbar sämtliche wichtigen Rechte des Weltfussballverbandes für 25 Milliarden Dollar an eine private Investorengruppe verkaufen.
  • Noch haben die Landesverbände und Kontinentalverbände nicht auf die neusten Enthüllungen der «Süddeutschen Zeitung» und des «Tagesanzeigers» reagiert.
  • Doch Widerstand scheint programmiert.

Für Mark Pieth, den ehemaligen Vorsitzenden der unabhängigen Kommission für Good Governance bei der Fifa, ist klar: Einen Ausverkauf der Fifa-Rechte würden die Verbände nicht einfach so hinnehmen: «Wenn es tatsächlich so ist, dass die Fifa praktisch hinter ihrem Rücken verkauft werden sollte, werden sie schon noch aufwachen.»

Auch der SFV weiss davon

Offensichtlich wurde auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) von den wahren Absichten Infantinos überrascht. Auf Anfrage heisst es, man habe noch zu wenig gesicherte Informationen aus erster Hand für eine Stellungnahme. Der Verband habe am Freitag um Klärung beim Weltfussballverband angefragt.

Wiederwahl steht bevor

Im kommenden Jahr will sich der Walliser für eine zweite Amtszeit wählen lassen. Vor allem in Nordamerika und Europa dürften die Reaktionen auf seine Pläne harsch ausfallen.

Entsprechend wird sich Infantino nach den Worten von Pieth seine Unterstützer anderswo suchen müssen: «Die Frage ob er wiedergewählt wird, hängt im Wesentlichen davon ab, ob ihm die über 50 afrikanischen Stimmen nach wie vor gewiss sind.

Tognoni: Viele würden für mehr Geld alles machen

Eine Wiederwahl Infantinos hält ein anderer Experte, Guido Tognoni, durchaus für realistisch. Bis 2003 Mitglied des Fifa-Direktoriums, verweist darauf, dass der 25-Milliardendeal für viele nationalen Verbände ein attraktiver Köder ist: «Nicht zu unterschätzen ist, dass es in Afrika, Mittel- und Südamerika viele Verbände gibt, die für mehr Geld alles machen würden.»

Guido Tognoni.
Legende: Der ehemalige Fifa-Direktor Guido Tognoni sieht die Erfolgschancen Infantinos durchaus intakt. Keystone/Archiv

Es könnte also durchaus sein, dass Infantino selbst dann wiedergewählt wird, wenn er seinen Plan in die Tat umsetzt. Also die Auslagerung sämtlicher relevanten Fernseh-, Marketing- und Digitalrechte aus der Fifa – einschliesslich der Rechte an den Weltmeisterschaften. Eine neue Firma unter Beteiligung der Fifa und privater Investoren würde die Rechte künftig verwalten – mit Infantino an der Spitze des Verwaltungsrats notabene.

Einnahmen Fifa

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Schmid (swissless)
    Nehmt der FIFA endlich den Status als Verein! Das ist unglaublich, wieviel Geld im Spiel ist und keiner greift ein. Ich bin sicher, dass aus rechtlichen Gründen aus dem Verein eine AG oder Ahnliches hätte gemacht werden können, mit allen Konsequenzen wie Buchführung, Governance und Steuern zahlen (Aufzählung nicht vollständig). Hopp Schwiz!
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  • Kommentar von Hansruedi Elsener (Haru)
    Die Fifa mit ihrer Undurchsichtigkeit mit ihrem Kopf Infantino sind eine Schande für die Schweizer.
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  • Kommentar von Dominic Aerni (Dominic Aerni)
    Im Artikel hat es einen Schreibfehler: Es heisst „Entsprechend wird sich Infantino nach den Worten von Pieth seine Unterstützer anderswo suchen müssen“. Korrekt wäre: „... seine Unterstützer anderswo KAUFEN müssen“.
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