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Bund, Kantone und Gemeinden wollen Verkehrsdrehscheiben fördern
Aus Tagesschau vom 09.09.2021.
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Vernetzer Verkehr Mit Auto und ÖV anstatt nur mit dem Auto

Bund, Kantone und Gemeinden fördern «Verkehrsdrehscheiben». Aus der Agglo soll man dort vom Auto auf den ÖV umsteigen.

In der Agglomeration oder auf dem Land ist der öffentliche Verkehr zum Teil weniger gut ausgebaut als in der Stadt. Der Takt der Busse, Trams und Züge ist dort weniger dicht. Viele Pendlerinnen und Pendler sind deshalb für den Arbeitsweg auf ihr Auto angewiesen. Zumindest einen Teil dieses Weges sollen sie mit dem ÖV, Sharing-Angeboten (geliehenen oder geteilten Autos) oder dem Velo zurücklegen. Dafür wollen der Bund, die Kantone und die Gemeinden sorgen.

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Bequem, schnell und komfortabel: Die Verkehrsdrehscheiben der Zukunft
03:43 min, aus Echo der Zeit vom 09.09.2021.
abspielen. Laufzeit 03:43 Minuten.

Vertreter von Kantonen und Gemeinden unterzeichneten dazu am Donnerstag zusammen mit Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga die «Erklärung von Emmenbrücke». Sie bekräftigen darin ihre Absicht, die Kräfte zu bündeln, Wissen auszutauschen und vorbildliche Projekte voranzubringen.

Drehscheiben sollen Strassen entlasten

Etwa 20 Prozent der Pendlerinnen und Pendler wohnten in der Nähe von Agglomerationen, so das Bundesamt für Raumentwicklung. Wegen des weniger ausgebauten ÖV-Angebots seien diese oft auf das Auto angewiesen. Die Agglomerationen seien dadurch immer mehr überfordert und die Strassen in den Städten immer mehr belastet.

Die ländlichen und die städtischen Räume sollen darum besser vernetzt werden – mithilfe sogenannter Verkehrsdrehscheiben. Dort sollen Pendlerinnen und Pendler vom Auto auf den öffentlichen Verkehr, das Velo oder Sharing-Angebote umsteigen können. Dazu müssten die Drehscheiben aber auch attraktiv gestaltet und gut gelegen sein.

Auto, Zug, Bus und Velo kombiniert

Gelungen findet Bundesrätin Simonetta Sommaruga etwa die Bahn- und Bushöfe in Emmenbrücke (LU) oder Wohlen (AG). In Wohlen wird der Bahnhof bis 2027 zur Verkehrsdrehscheibe umgebaut. In einer unterirdischen Park-and-Ride-Anlage hat es genügend Parkplätze, im modernen Busterminal muss man den Bus in sein Dorf künftig nicht mehr suchen und es gibt viel mehr Veloparkplätze.

Hier in Wohlen sieht man, was eine Verkehrsdrehscheibe ist.»
Autor: Simonetta Sommaruga Verkehrsministerin

Busse, Züge, Velos und das Auto seien in Wohlen geschickt kombiniert. Das Umsteigen sei bequem, so Sommaruga. Sie habe 20 Jahre im Freiamt gewohnt. Seit dieser Zeit seien Wohlen und die Region stark gewachsen. Es brauche darum Lösungen für den Verkehr.

Legende: Der neue Bushof direkt neben dem Bahnhof erleichtert das Umsteigen. Bisher fuhren die Busse in Wohlen an unterschiedlichen Orten. SRF/Barbara Mathys

Nutzen für die Pendlerinnen und Pendler

Auch in Emmenbrücke sei ein Regionalzentrum mit guten Umsteigemöglichkeiten, Arbeitsplätzen und Wohnungen entstanden. Daher der Name «Erklärung von Emmenbrücke». Bund, Kantone und Gemeinden würden sich damit dazu bekennen, dass sie Verkehrsprobleme gemeinsam lösen wollten.

Auch der Umsteigeort soll angenehm sein – kein abgelegenes Parkfeld, wo man sich nachts kaum hingetraut.
Autor: Simonetta Sommaruga Verkehrsministerin

Am Schluss sei nur eines wichtig: Dass die Verkehrsdrehscheiben gut funktionierten und aufeinander abgestimmt seien – und damit bei den Nutzerinnen und Nutzern gut ankommen.

Legende: Das neue Parkhaus beim Bahnhof Wohlen. Ein heller Ort und kein abgelegener, dunkler Parkplatz. SRF/Barbara Mathys

Die Absichtserklärung ist nun unterzeichnet. Nun geht es an die Umsetzung. Klar sei, dass man die Investitionen nicht alleine stemmen könne, meint etwa der Aargauer Baudirektor Stephan Attiger. Es brauche die gezielte Zusammenarbeit von Gemeinden, Kantonen und dem Bund.

Echo der Zeit, 09.09.2021, 18:00 Uhr;

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Kull  (kurol)
    Wohlen ist vielleicht ein nettes, aber kein gutes Beispiel. Nahe Zürich, nahe guter Verkehrsknotenpunkte auch ohne diese Drehscheibenfunktion. Aber mind. ein Anfang. Die Dörfer jedoch "draussen" haben keinen Anschluss und von dort ist man auf das Auto angewiesen. Hier Lösungen zu schaffen ist die Herausforderung. z.B. Im Bereiche GR, TG, SG u.v.m. da hat es viele ländliche Teile welche kaum Anschlüsse oder ähnliches aufweisen können.
  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    ich habe eine bessere und kostengünstigere lösung für die pendler/innen:
    - städte meiden. die meisten arbeitgeber sind eh in der agglo.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Philipp M. Rittermann: In den Agglos ist das Verkehrschaos oft noch schlimmer.
    2. Antwort von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
      ...also herr leu - wenn ich mir da so z.b. die stadt züri anschaue... - nein, schlimmer ist es in den agglos nie und nimmer. -;)
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Noch besser wäre für die Umwelt: "Mit ÖV anstatt mit Auto."