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Noch nie so viele Gewässerverschmutzungen in Luzern wie 2020
Aus SRF 4 News aktuell vom 12.02.2021.
abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
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Verschmutzte Gewässer Luzerns Fischer wollen mehr Kontrollen – vor allem auf Baustellen

92 Mal kam es im Kanton Luzern im vergangenen Jahr zu Gewässerverschmutzungen. Das verärgert den Fischereiverband.

Giftiges Zementwasser gelangt durch einen falschen Anschluss direkt in einen Bach, Reinigungswasser von Betonierwerkzeug versickert im Boden neben einem Gewässer: Solche Vorfälle häufen sich auf Baustellen im Kanton Luzern.

92 Mal, so oft wie noch nie, kam es 2020 zu Gewässerverschmutzungen. Markus Fischer, Präsident des kantonalen Fischereiverbandes, spricht denn auch von einem traurigen Rekord: «Wir können da nicht mehr wegschauen. Wir sollten der Gewässerverschmutzung mehr Beachtung schenken.»

Wir können da nicht mehr wegschauen.
Autor: Markus FischerPräsident Fischereiverband Kanton Luzern

Er verlangt, dass die Bauunternehmen ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen besser schulen. Auf den Baustellen soll zudem besser auf die Problematik aufmerksam gemacht werden. Mit diesen Forderungen rennt er bei den Baumeisterverbänden in der Zentralschweiz offene Türen ein.

Handlungsbedarf bei Bohrungen

Geschäftsführer Kurt A. Zurfluh sagt: «In der Branche stellen wir fest, dass die Gewässerverschmutzungen vor allem im Bereich der Erdsondenbohrungen auftreten. Hier haben wir sicherlich noch Handlungs- und Schulungsbedarf.»

Neben den Bauunternehmen seien aber auch die Gemeinden gefordert, sagt der Fischereiverband. Denn diese hätten in den letzten Jahren die Einhaltung der Bewilligungsauflagen im Umweltbereich viel zu wenig genau kontrolliert.

Besserung bei der Landwirtschaft

Tatsächlich reagiert jetzt der Kanton Luzern: Er will den Gemeinden künftig vorschreiben, welche Baustellen kontrolliert werden müssen. Fredy Winiger vom Verband Luzerner Gemeinden begrüsst dies: «Damit können Kontrollen zielgerichteter und effizienter gestaltet werden.»

Nur gemeinsam lasse sich das Problem lösen, sind sich alle Beteiligten einig. Dass ein solches Vorgehen Früchte tragen kann, habe sich in der Landwirtschaft gezeigt, so der Fischereiverband. Dort habe sich die Zahl der Gewässerverschmutzungen nämlich mittlerweile stabilisiert.

SRF 4 News, 12.02.2021, 07:12 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Dass Wasser fliesst, überallhin fliessen kann, ist doch wohl auch den Zuständigen für den Gewässerschutz der Schweiz klar!? Die Frage ist: weshalb gibt es nicht regelmässige Kontrollen, Gewässerproben gesamtschweizerisch? Oder liegt es an effektiv unfähigen Zuständigen? Dass an vielen Orten der Schweiz, schon länger das "Trinkwasser" mit giftiger, also gesundheitsschädlicher CHEMIE aus Industrien, industrialisierter LW kontaminiert ist, ist den zuständigen Verantwortlichen scheinbar egal!!
  • Kommentar von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
    Wasser, so ein kostbares Gut. Wie kann man nur damit so rücksichtslos umgehen. Auch kaum noch ein Überleben der Amphibien. Und essen wir Fisch aus unseren Gewässern, werden auch wir allmählich vergiftet. Fachwissen und mehr Kontrollen dringendster denn je ist gefragt. Mir kommt es so vor: nur des Geldes wegen wird bald jeder Schutt unsorgfältig entsorgt.
    Heute wird sogar in den Fels gebaut. Das Wasser geht vermehrt den Bach runter. CH-weit schlimme Zustände kommen andere Gifte noch hinzu.
  • Kommentar von Raphaël A. Dohner  (wwjd)
    So lange Gewässer-Verschmutzung von lokalen Baubehörden, Planern und Polizei als Kavaliersdelikt angesehen wird, wird es nicht besser.
    1. Antwort von Denise Casagrande  (begulide)
      Raphael A. Dohner: Nicht zu vergessen dabei, die seit Jahren immense, bewusste Belastung des Wasser's/Trinkwasser's der gesamten Schweiz, durch die industrialisierte LW - Jahr für Jahr, tonnenweise seit vielen Jahren -!! Bewusste Vergiftung, "Gesundheits-Schädigung" mittels "Volks-Subventionen"!! Das ist Schweizer "Volks-Politik" unterstützt durch die "Bauern-Lobby" (SVP, junge SVP, Mitte und deren ParlamentarierInnen....)!!