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Verschwörungstheoretiker mischen sich unter Corona-Demonstranten
Aus News-Clip vom 09.09.2020.
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Verschwörungstheorien Corona-Skeptiker: die Verschwörer unter uns

Verschwörungstheorien sind salonfähig geworden: Sportler, Künstler und auch Richter zählen zum Lager der Corona-Skeptiker.

Sie nennen sich «digitale Krieger», «Corona-Rebellen», «Q-Anons». Seit der Coronakrise finden ihre Theorien ein Publikum, das mitten in der Gesellschaft steht. «Ich gehöre zwar zu dieser Bewegung, aber ich empfinde mich gar nicht als Verschwörungstheoretiker», sagt Markus Meyer, Amtsrichter in Olten. Maskenpflicht? Lehnt er ab. Gälte eine solche im Gerichtssaal, würde er sich verweigern: «Dann würde ich in den Ausstand treten.»

Richter für Meinungsfreiheit

Meyer unterstützt öffentlich die deutschen «Ärzte für Aufklärung». Eine Gruppe von Medizinern, welche an den Anti-Corona-Demos in Berlin an vorderster Front dabei waren. Sie vergleichen die Umsetzung der Schutzmassnahmen mit den Anfängen des Nationalsozialismus und halten die Politiker für korrumpiert.

Und Amtsrichter Meyer? Er lehnt es ab, sich davon zu distanzieren. Generell hält er auch sehr umstrittene Meinungen für unproblematisch, auch in seinem Amt: «Jeder Richter hat seine Meinung, und die wird auch in seine Arbeit im Gericht einfliessen, das ist normal.»

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Markus Meyer: «Jeder Richter hat eine Meinung»
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Auch die Bundesstrafrichterin Andrea Blum ist auf Facebook zum Thema Corona-Massnahmen aktiv. Sie teilte in öffentlich zugänglichen Gruppen beispielsweise einen Beitrag des Senders «kla.tv» zu einem angeblich bereits fest geplanten zweiten Lockdown in Deutschland. Produziert werden die Inhalte von «kla.tv» unter anderem von Ivo Sasek, Kopf einer sektenähnlichen Gemeinschaft aus der Ostschweiz.

Mit extremistischen Theorien habe ich nichts zu tun. Meine Äusserungen auf Facebook waren private Diskussionsbeiträge.
Autor: Andrea BlumBundesstrafrichterin

Weiter teilte die Bundesstrafrichterin einen Artikel von KenFM, in dem von einer angeblichen Zwangsimpfung gewarnt wird, bei der allein in Deutschland 80'000 Menschen sterben würden.

Die Inhalte auf «KenFM» werden von verschiedenen Beobachtern als verschwörungstheoretisch eingestuft. Nach den Beiträgen gefragt sagt Andrea Blum: «Mit extremistischen Theorien habe ich nichts zu tun. Meine Äusserungen auf Facebook waren private Diskussionsbeiträge.»

Kritiker haben Zulauf

Zweifel am Nutzen der Masken, den Corona-Zahlen und der Politik des Bundes sind verbreitet. Die Grenze zwischen sachlicher Kritik und Verschwörungstheorien verschwimmt. Die Bewegung ist sehr heterogen, besteht aus verschiedensten Gruppierungen wie Impfgegnern, Esoterikern, Rechtsextremen – und vermehrt auch aus Menschen mitten in der Gesellschaft.

Wer sich der Bewegung entgegenstellt, muss mit Hass und Beschimpfung rechnen. Das erfuhr auch die Risikopatientin Silvia Jauch. «Ich wurde unglaublich angegriffen: Ich solle doch in Therapie gehen oder man solle mich schlagen, bis ich nicht mehr denken könne.»

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Silvia Jauch: «Ich wurde unglaublich angegriffen»
Aus News-Clip vom 09.09.2020.
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Ähnlich ging es auch Nationalrätin Ruth Humbel an einer Podiumsveranstaltung. Pfiffe, Buhrufe, Schmähungen: «Es war überhaupt keine Diskussionskultur», sagt Humbel. So etwas habe sie in ihrer langjährigen Karriere kaum erlebt.

Die Menschheit hat genügend erfahren, was Glaubenskriege anrichten können in den letzten Jahrhunderten.
Autor: Marcel TannerEpidemiologe

Auch Marcel Tanner, Epidemiologe und Mitglied der Covid-19-Taskforce des Bundes, stellte sich den Corona-Skeptikern. Er sucht weiterhin den Dialog. Denn es gehe um Information, nicht um Glaubensfragen.

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Marcel Tanner: «Es entstehen Ängste, es entsteht Widerstand»
Aus News-Clip vom 09.09.2020.
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«Die Menschheit hat genügend erfahren, was Glaubenskriege anrichten können in den letzten Jahrhunderten», so Tanner. Die Wissenschaft müsse sich noch besser erklären, ist der Epidemiologe überzeugt.

«Rundschau»

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«Rundschau»

Mehr zum Thema in der «Rundschau» um 20.05 Uhr auf SRF 1.

Rundschau, 09.09.2020, 20:05 Uhr;

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136 Kommentare

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  • Kommentar von Delmar Lose  (DeLo)
    Ich finde es problematisch das Menschen die die C-19 Massnahmen kritisieren von vielen Menschen und Medien als C-19 Leugnern abgestempelt werden. Es gibt, gab und wird auch immer Menschen geben die Verschwörungstheorien verbreiten ... das solche aber im moment dazu dienen Kriticker als solche ab zu stempeln ist undemokratisch und gefährlich!
  • Kommentar von Delmar Lose  (DeLo)
    Ich finde es problematisch das Menschen die die C-19 Massnahmen kritisieren von vielen Menschen und Medien als C-19 Leugnern abgestempelt werden. Es gibt, gab und wird auch immer Menschen geben die Verschwörungstheorien verbreiten ... das solche aber im moment dazu dienen Kriticker als solche ab zu stempeln ist undemokratisch und gefährlich!
  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Herr Tanner hat absolut recht: Die Wissenschaft sollte so gut es irgend geht versuchen, uns in allgemeinverständlicher Form zu erklären, weshalb z. B. die Hygienemaske einen solchen Beitrag zur Verminderung von Ansteckungen leisten soll, dass eine Pflicht verhältnismässig sei. Wie gross ist überhaupt das Risiko, dass viele Menschen sich in ÖV, Läden, Schalterhallen anstecken? Steckt man sich vom blossen Atmen an? Wieviel ist reine Vorsicht, inwiefern geht es auch oder vielmehr um Signalwirkung?
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Unter anderem hat die EMPA aufgezeigt wie Masken die Aerosolverbreitung einschränken. Auch gibt es andere Videos, die Herr Google (YouTube) gerne zur Verfügung stellt.