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Der Nationalpark will eine Totalsanierung des verseuchten Spöls
Aus Regionaljournal Graubünden vom 19.03.2021.
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Verseuchter Gebirgsfluss Spöl Nationalpark kämpft gegen Kanton Graubünden

Der Nationalpark will eine Sanierung der kompletten Fliessstrecke des verseuchten Spöls und erhebt Beschwerde.

«So nicht», das sagt der Schweizerische Nationalpark. Er wehrt sich gegen den Entscheid des Kantons Graubünden, wie der Gebirgsfluss Spöl vom giftigen Bauschadstoff PCB befreit werden soll. Dem Nationalpark geht die Verfügung des Kantons viel zu wenig weit.

Dringendes Handeln notwendig

Der Schweizerische Nationalpark hat darum eine Beschwerde gegen die Sanierungsverfügung des Kantons Graubünden für den verseuchten Fluss Spöl eingelegt. Diese Verfügung sieht vor, den Spöl nur auf den ersten 2,75 Kilometern zu sanieren. Die Verantwortlichen des Nationalparks wollen aber eine Sanierung der kompletten oberen Fliessstrecke von 5,75 Kilometern.

Es handelt sich um die schlimmste Verseuchung im Alpenraum.
Autor: Heidi HanselmannPräsidentin des Stiftungsrats des Nationalparks

Der mit dem krebsauslösenden Baustoff PCB verseuchte Nationalpark-Bach müsse schnellstens gereinigt werden, ansonsten drohe die Verseuchung der kompletten Nahrungskette. «Es ist dramatisch», sagte Heidi Hanselmann, Präsidentin des Stifungsrats des Nationalparks, an einer Medienkonferenz. Es sei dringendes Handeln notwendig, es handel sich um die schlimmste Verseuchung im Alpenraum.

Engadiner Kraftwerke wehren sich

Bereits am Mittwoch gaben die Engadiner Kraftwerke bekannt, dass sie gegen die Sanierungsverfügung vorgehen wollen. Der Kanton Graubünden verlangt in dieser Verfügung, dass die Kraftwerke die Sanierung planen, ausführen und finanzieren. Den Engadinger Kraftwerken geht diese Forderung zu weit. Dabei verweisen sie auf ein hängiges Strafverfahren gegen den Verantwortlichen der Korrosionsschutzfirma, welche die Gewässerverschmutzung zu verantworten habe.

Umweltverbände gegen den Kanton

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Auch die Umweltverbände Pro Natura Graubünden, der WWF Graubünden und Aqua Viva werden gegen die Sanierungsverfügung Beschwerde einlegen. Das haben sie am Freitag mitgeteilt. Auch sie fordern die Sanierung der gesamten Fliessstrecke des oberen Spöls und des Druckstollens. Die Behörden würden den verseuchten Nationalparkfluss nur halbherzig sanieren wollen, heisst es von Pro Natura.

Im Herbst 2016 gelangte das Korrosionsschutzmittel PCB bei Sanierungsarbeiten an der Staumauer der Engadiner Kraftwerke beim Speichersee Lago di Livigno in den Gebirgsfluss Spöl. Kurz darauf wurden viel zu hohe PCB-Belastungen im Bachsediment nachgewiesen.

Video
Fluss Spöl stärker verschmutzt als bisher angenommen
Aus Schweiz aktuell vom 13.09.2017.
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Ein Jahr nach dem Unfall im Herbst 2016 wurde bereits das am stärksten verseuchte Tosbecken direkt unter der Staumauer saniert.

Das vergiftete Uhu-Weibchen als Hinweis

Ein stark vergiftetes Uhu-Weibchen ist im Nationalpark, dem ältesten und grössten Wildnis-Schutzgebiet der Schweiz, gefunden worden. Im toten Tier wurde eine eintausend Mal zu hohe PCB-Belastung festgestellt. Das vergiftete Tier sei ein Hinweis darauf, dass das krebsauslösende Korrosionsschutzmittel PCB bereits die ganze Nahrungskette verseucht habe, erklärten Vertreter des Nationalparks an der Medienkonferenz.

SRF 1, Regionaljournal Graubünden, 12:03 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Auf Kosten der Natur zuwarten bis endlich fertig gestritten ist. Verantwortungslose Firmen, die anscheinend nicht begriffen haben um was es geht. Einfach nur beschämend. Ich hoffe der Kanton Graubünden lässt das nicht zu.
  • Kommentar von Rolf Michel  (Mosses01)
    Ich denke, die Darstellung, dass es ein Korrosionsschutzmittel namens PCB gibt ist falsch. PCB (Polychlorierte Biphenyle) ist lediglich ein hochgiftiger, krebserregender Inhaltsstoff in chemischen Verbindungen (siehe auch Gewässerkontamination durch die ehemalige Deponie la Pila in Fribourg).
    1. Antwort von Mark R. Koller  (Mareko)
      Wie das Korrusionsschutzmittel heisst, ist eigentlich einerlei, obwohl sein Name und der des Herstellers durchaus auch interessieren würden. Ausserdem die Zulassungsbehörde(n) und die insgesamt Verantwortlichen an diesem Giftskandal dürften auch genannt werden. Denn der seit Generationen gehegte alpenländische Nationalpark dürfte durch diesen Gifteinsatz für einige zukünftige Generationen nachhaltigen Schaden nehmen. Siehe auch meinen Kommentar unten.
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Wie kann das geschehen:"PCB zählen inzwischen zu den zwölf als dreckiges Dutzend bekannten organischen Giftstoffen, welche durch das Stockholmer Übereinkommen vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden
    ... (Wikipedia)". Diese kleine Ecke der Schweiz, einst stolz als Nationalpark ausgewiesen, bleibt somit nachhaltig vergiftet. Längst ist der Giftstoff in der Nahrungskette dieser alpenländischen Natur (Eule!) angekommen und lässt sich wohl kaum mehr entfernen. Eine wahre Schande für die Schweiz!